Fürchtet euch nicht – ein Gottesdienst

zu Hause und mit allen –

durch den Geist verbunden

 

Kerze anzünden
Stille

 

Gebet

Gott,
ich bin hier (wir sind hier)
allein
und doch durch deinen Geist alle miteinander verbunden
Und so feiere ich, so feiern wir
in deinem Namen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes

 

 

Aus Psalm 34 Neue Genfer Übersetzung

Kommt, wir verkünden gemeinsam, wie groß der Herr ist!
Lasst uns miteinander seinen Namen rühmen!
Als es mir schlecht ging, rief ich zum Herrn.
Er hörte mich und befreite mich aus aller Not.
Der Engel des Herrn lässt sich bei denen nieder,
die in Ehrfurcht vor Gott leben,
er umgibt sie mit seinem Schutz und rettet sie.
Erfahrt es selbst und seht mit eigenen Augen,
dass der Herr gütig ist!
Glücklich zu preisen ist, wer bei ihm Zuflucht sucht.
Amen.

 

Stille

 

 

  • wer mag, liest jetzt die Lesepredigt S. 4+5 –

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fürbitt-Gebet

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.

An unserer Seite und um uns herum.

Denn wir brauchen Mut.

Und Phantasie.

Und Zuversicht.

Darum: Sende deine Engel.

 

Zu den Kranken vor allem.

Stille

 

Und zu den Besorgten.

Stille

 

Sende deine Engel zu denen,
die anderen zu Engeln werden:

Ärztinnen und Pfleger,

Rettungskräfte und Arzthelferinnen,

alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.

Stille

 

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen

in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,

in Politik und Wirtschaft.

Stille

 

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut.

Du hast sie schon geschickt.

Sie sind ja da, um uns herum.

Hilf uns zu sehen, was trägt.

Was uns am Boden hält
und mit dem Himmel verbindet,

mit dir, mein Gott.

Denn das ist’s, was hilft und tröstet.

Jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 

 

Segen

(eventuell Hände zum “Segenskörbchen“ falten)

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden

Amen.

 

Stille

Kerze auspusten

 

(nach einer Meditation von Doris Joachim,
EKHN Zentrum Verkündigung)

Lesepredigt

 

Engel.

Sie lagern um uns herum.

Sie breiten ihre Flügel aus oder ihre Arme – je nach dem.

Sie schützen nicht vor dem Virus.

Aber vor der Angst.

Das können sie:

Uns die Angst nehmen.

Und die Panik vor dem, was uns beunruhigt.

Engel wiegen uns nicht in falscher Sicherheit.

Aber sie können die verängstigte Seele wiegen.

In ihren Armen oder Flügeln – je nach dem.

 

Im Moment reicht ein Engel nicht.

Da brauchen wir schon ein paar mehr.

Die Fülle der himmlischen Heerscharen,

wie damals – als Jesus geboren wurde –
da waren sie alle da.

Die Engel.

Und sie haben gesagt: Fürchtet euch nicht.

Denn sie fürchteten sich – also die Hirten.

Und wir fürchten uns auch.

Vor dem, was plötzlich kommen könnte.

Oder was schon da ist.

Wir fürchten uns vor der Ungewissheit und vor dem,

was uns den Boden unter den Füßen wegzureißen droht.

Damals haben die Engel eine große Freude verkündet,

die allem Volk widerfahren soll.

Nämlich, dass der Heiland geboren sei.

 

Das klingt wie von einem anderen Stern.

„Große Freude.“

Aber wieso sollte das nicht auch heute gelten?

Ist Gott etwa nicht da, nur weil das Virus da ist?

Fürchtet euch nicht.

Das will ich auch jetzt hören.

Daran halte ich mich fest.

Mitten in der Angst – Freude.

Mitten in der Angst – ein Lächeln.

Mitten in der Angst – helfende Menschen.

Mitten in der Angst – Solidarität unter uns.

Das gibt es ja alles.

Trotz Corona. Mancherorts auch gerade wegen Corona.

Mitten in der Angst, mitten in der Sorge – die Engel.

Sie schützen nicht vor dem Virus – so ist das halt.

Aber es sind die himmlischen Wesen, die uns Bodenhaftung geben können.

 

Ich will meine Augen öffnen und die Engel sehen.

Oder hören. Oder spüren.

In mir, hinter mir, neben mir.

Auch in den Menschen, denen ich begegne.

Jetzt halt etwas mehr auf Abstand oder am Telefon.

So geht es auch.

Gottes Engel lagern um uns her und helfen uns heraus.

Das glaube ich gewiss.

 

Doris Joachim

Ideen aus der Fachstelle Alter

Wir in der Fachstelle Alter der Nordkirche bauen seit Beginn der Corona-Krise auf unserer Homepage eine Rubrik mit dem Titel „Gegen die Einsamkeit! Füreinander in Zeiten von Corona“ auf, die wir laufend mit neuen Themen ergänzen und erweitern.

Wir stellen zusammen und bereiten auf, wie kirchliches Leben mit Blick auf die älteren und alten Menschen sich derzeit gestaltet. Viele teilen uns ihre Erfahrungen gelungener Praxis mit. Vieles von dem steht auch als Download bereit. Wir veröffentlichen die Stellungnahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorengenerationen BAGSO. Wir nehmen Themen auf, die diskutiert werden und die Menschen derzeit bewegen.

Schauen Sie gerne und immer wieder einmal bei uns vorbei. Sie werden immer wieder Neues finden: https://www.senioren-nordkirche.de/gegen-die-einsamkeit-fuereinander-in-zeiten-von-corona/

Hier von unserer Website eine kleine Auswahl an Themen, die für Pastorinnen und Pastoren in der Altenheimseelsorge interessant sein können:

ERFAHRUNGEN MIT DER TELEFONBRÜCKE

 

Telefonseelsorge für das Schilling-Stift in Zeiten der Corona-Pandemie seit März 2020

 

Die Idee

 

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat auch das christliche Seniorenwohnheim Schilling-Stift in Hamburg-Iserbrook alle Veranstaltungen für die Bewohner bis auf Weiteres abgesagt, wozu auch die sonst zwei Mal wöchentlich stattfindenden Andachten und auch die sonntäglichen Gottesdienste gehören; ebenso sind persönliche Besuche derzeit nicht möglich.

 

Um den Bewohnern in dieser Zeit trotzdem verbunden zu bleiben, einer drohenden Vereinsamung entgegenzuwirken und auch einen christlich-spirituellen Raum anzubieten, entstand die Idee, mit den Bewohner über das Telefon ins Gespräch zu kommen – die Idee der Telefonbrücke war geboren.

 

Der erste Schritt

 

Zunächst habe ich zwei Briefe verfasst:

 

für die christlich sozialisierten Bewohner eine Einladung zu Gebet und Gespräch unter dem Leitsatz „Fürchte dich nicht!“,

 

für die anderen eine Einladung zur „Herzenssprechstunde“.

 

Jeder Bewohner erhielt einen solchen Brief, in dem ich jeden Empfänger namentlich angesprochen habe.

 

Entgegen meiner Erwartung kamen seitens der Bewohner kaum Anrufe, sodass ich mich entschloss, von mir aus telefonisch auf die Bewohner zuzugehen. Die Briefe erwiesen sich dafür als Türöffner, weil ich darauf Bezug nehmen konnte.

 

Der Beginn

 

In der Anfangszeit war es für die Bewohner befremdlich und schwer, über das Telefongespräch mit mir in eine persönliche Eins-zu-Eins-Beziehung zu treten. Bisher war – in den Gottesdiensten und Andachten – Präsenz bei gleichzeitiger Distanz zur vorlesenden, vortragenden Frau Engler ganz klar definiert.

Die Bewohner hingegen waren – als Besucher von Andachten und Gottesdiensten – immer Teilnehmer im Rahmen einer Gruppe.

 

Es galt nun, diese bisherigen Rollen neu zu definieren.

 

Ich möchte es beschreiben als das Betreten eines völlig neuen Raumes, der leer war, und den wir – also der Bewohner und ich – neu ausgestalten und einrichten mussten.

Um in diesem Bild zu bleiben: Daher habe ich zunächst Angebote zur Auswahl von Möbel-stücken gemacht, z.B. Fragen gestellt nach Tisch oder Stuhl:

 

„Möchten Sie ein wenig erzählen, wie es Ihnen geht?“

oder

„Wollen Sie vielleicht einen kleinen Text oder ein Gebet von mir hören?“

oder

„Wollen wir gemeinsam ein Gebet sprechen?“

oder

„Möchten Sie den Segen über das Telefon erhalten?“

 

Anfangs war ich also in einer fragenden und anbietenden Rolle.

 

Persönliche Räume

 

Dies änderte sich aber mit zunehmender Vertrautheit, und die einzelnen Räume der neugestalteten Form des Miteinanders wurden dann doch sehr schnell von den Bewohnern nicht nur angenommen, sondern auch selbst mitgestaltet.

 

Inzwischen sind es für die Bewohner und auch für mich vertraute Wohnzimmer geworden, in denen wir zu zweit Platz nehmen, und die sehr unterschiedlich – abhängig von der Person – ausgestaltet sind.

 

 

LITURGISCHER ABLAUF

 

So ist im Zuge dieser gemeinsamen Ausgestaltung in den meisten Beziehungen eine Art liturgischer Ablauf entstanden.

 

  1. Interaktives Gespräch

 

Am Anfang gibt es ein interaktives Gespräch über die aktuelle Situation, einen Austausch über die vergangene Woche, Berichte über die persönliche, auch gesundheitliche Lage,

über die innere Welt des Einzelnen.

 

  1. Persönliche Berichte

 

Oft enthalten diese Berichte Bezüge zu „früher“, zu schon erlebten Notlagen, erlebten Katastrophen wie Krieg, Diphterie, Typhus, oder sogar konkret lebensbedrohlichen Situationen aus der Jugend wie z.B. bei einem Bewohner, der allein auf seiner Segeljolle auf der Ostsee in ein Unwetter geriet, 14 Stunden lang um sein Leben kämpfte und fürchtete, und in dieser Not durch Gebete seine Beziehung zu Gott fand, die ihn sein Leben lang getragen hat.

 

Während dieser Berichte stelle ich mich als rein passiver Zuhörer zur Verfügung.

 

 

  1. Bibelstelle oder Text mit Exegese

 

Im zweiten Abschnitt biete ich entweder einen vorher gewählten Text mit biblischem Bezug an, oder ich lese eine ausgewählte Tageslosung.

 

Hierfür für ein Beispiel, die Losung vom 26. April 2020, dem Sonntag Miserikordias Domini:

 

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst und er antwortete mir. (Jona 2,3)

 

Da kam einer von den Vorstehern der Synagoge, mit Namen Jaïrus.

Und als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und bat ihn sehr und sprach:

Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm doch und lege deine Hände auf sie, damit sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm. (Mk 5, 22-24)

 

Wenn man große Angst hat oder tieftraurig ist, kann das Beten schwer fallen. „Was habe ich Gott noch zu sagen?“ „Hört mich Gott?“ – Losung und Lehrtext erzählen von Menschen, die in größter Not zu Gott riefen. Jona und Jaïrus erlebten, wie Gott ihnen zuhörte und half. Bei ihrem Gebet kommt es gar nicht auf die großen oder die richtigen Worte an. Schon der Seufzer „Ach Herr“ dringt bis an Gottes Ohr und rührt sein Herz. Das Besondere an Jona und Jaïrus ist, dass sie ganz unmittelbar erleben, wie Gott auf ihr Gebet antwortet, wie sehr er sich von ihren Gebeten bewegen lässt. – Diese Geschichten machen Mut, die eigenen Sorgen, Nöte und Ängste vor Gott zu bringen. Gott hört zu und findet Wege, wie er auf die Gebete der Menschen antworten kann. Manchmal überraschen einen diese Wege, und wahrscheinlich ist der große Fisch, der Jona rettet, eher eine Ausnahme. Gott antwortet auf die meisten Gebete unauffälliger, leiser und sogar ein wenig verborgen. Vielleicht durch ein Gespräch mit einem anderen Menschen, einen Bibelvers oder eine Liedstrophe, bei der zu spüren ist: Gott ist da, Gott hört mich und steht mir bei.

 

Herr Jesus Christus, ich gehöre zu Dir. Komm du mir zur Hilfe.

 

Die Exegesen aus dem Losungskalender „Licht und Kraft“ 2020 der Herrnhuter Brüdergemeinde wurden vor der Corona-Krise geschrieben. Dennoch sind sie meist treffend und lassen Spielraum für einen Bezug zur heutigen, aktuellen Situation.

 

  1. Vaterunser

 

Im Anschluss an die Exegese spreche ich mit dem Bewohner das Vaterunser.

 

  1. Freies Gebet

 

Danach folgt ein freies Gebet – bezogen auf die momentane Situation –, in das ich den Bewohner namentlich einbeziehe.

 

 

 

  1. Fürbitte

 

Als Nächstes spreche ich – auch frei – eine Fürbitte für

 

– unser Haus, das Schilling-Stift

– alle Bewohner

– alle Mitarbeiter

– alle Verantwortungsträger

– alle, die dazu beitragen, diese Krise zu bewältigen –

 

eben: eine Corona-Fürbitte.

 

  1. Segen

 

Danach erfrage ich, ob es den Wunsch nach einem Segen gibt, was meistens der Fall ist. Dann spreche ich den Segen; meine Form ist die Folgende:

 

Der Herr segne dich, der Herr behüte dich.

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

 

  1. Verabschiedung

 

Die Verabschiedung ist sehr unterschiedlich, geht aber meist sowohl mit guten Wünschen seitens des Bewohners für mich und meine Familie als auch mit einer spürbaren Dankbarkeit einher.

 

  1. Neuer Termin

 

Abschließend vereinbaren wir einen neuen Telefontermin, da der Alltag unserer Bewohner sehr engmaschig durchorganisiert ist.

 

 

 

 

KONTAKT

 

Cornelia Engler

Seelsorge und soziale Betreuung

In der Hermann und Lilly Schilling-Stiftung

 

telefonbruecke@caengler.de

 

Musikalischer Segen/ mobile Künstler

Balkonsingen und mobile Kunst – das können nicht nur Italiener!

Das geht zum Beispiel auch in Innenhöfen von Alten- und Pflegeheimen.

Im Bild Ulrich Kodjo Wendt und Sabine Braun von der Lola-Band ( www.lola-hh.de ).

Suchen Sie sich Künstler und Musiker in der Gemeinde. Oder über das Portal der Kleinkunstkirche.  www.kleinkunstkirche.de/kuenstlersuche/

Es gibt viele Gaben, aber es ist ein Geist.

Musik vor dem Fenster, mobile Künstler im Innenhof (Clowns, Zauberer, Performance…)

das lässt sich unkompliziert mit Gebet und Segen verbinden – und ist ein Segen!

Oder Sie lassen vorher Liederzettel im Heim verteilen, bitten zu einer bestimmten Zeit an die Fenster und Balkone, bzw. die Pflegekräfte, die Fenster zu öffnen, dann kann man miteinander singen, ein Gebet, ein Segen, Musik und schon war das eine kleine erfüllende Andacht für Menschen, die nicht vor die Tür kommen.

 

Idee: Melanie Kirschstein, Fachstelle ÄlterWerden, Kirchenkreis HH-West/Südholstein