Drübeck-  4.07 (30)auss

Fragen, die wir oft hören – und Antworten

 

Könnt ihr uns beraten mit unseren Kirchräumen?

Ja, wir tun das seit Jahren. Kirchräume sind etwas, um das uns z.B. Kommunen und PR-Agenturen beneiden.
Viele Gemeinden denken darüber erstmalig oder mit neuem Blick aufs Vertraute nach.
Der Raum hat eine eigene Sprache, und die kann man wahrnehmen und gestalten. Die evangelische Kirche entdeckt dies Thema für sich, und wir unterstützen das sehr.

 

Lernt man bei euch, wie man richtig geht im Gottesdienst?

Ja. Aber wir mögen nichts Künstliches. Und es geht auch sehr verschieden.

 

Lernt man bei euch, wie man mal ganz anders Gottesdienst feiern kann?

Ja. Wir zeigen auch, wie man sowas einfädelt. Wir merken, dass viele neue Entwürfe im Prinzip gar  nicht so anders sind als die alten. Aber die Mittel und Medien verändern viel. Und  es macht Freude, alles neu zu erfinden. In ganz Deutschland tun Leute das mit viel Resonanz.

 

Welche Rolle spielt bei euch die Kirchenmusik?

Eine große. Sie spricht eine eigene starke spirituelle Sprache, egal, ob sie geistlichen Text enthält oder nicht. Wir arbeiten mit Kirchenmusizierenden aller Art zusammen –  je nach Anlass und Auftrag. Ein wiederkehrender Schwerpunkt unter anderen ist das Singen ohne Noten –  nur nach Gehör und Wiederholung.

 

Kann man euch buchen für besseres Vorlesen im Gottesdienst?

Ja.  Wir versuchen, aus Menschen ihre eigenen Töne herauszulocken.
Man soll Farben sehen und Stimmen hören.
Das geht überraschend gut zusammen mit würdigem Auftreten.

 

Könnt ihr helfen, den Gottesdienstbesuch zu steigern?

Ja. Aber das macht richtig Arbeit. Und es geht nicht ohne eine kräftige Gruppe von Ehrenamtlichen.

 

Geht es euch auch an den Nerv, wenn an manchen Orten die Leute kaum in die Kirche kommen?

Ja. Manchmal sind wir ratlos, wenn wir über Land ziehen und helfen sollen – und der Sonntag bleibt fast leer.
Natürlich haben wir auch Rezepte, aber wir müssen und können sie nicht vor Ort umsetzen  – neben Konfer und Baumaßnahme.
Oft sind wir beeindruckt  von der Tapferkeit der Kolleginnen und Kollegen. Wir versuchen sie – neben planerischen Überlegungen – darin zu unterstützen, in der Liturgie auch für sich selbst vor Anker zu gehen, egal, wie viele da sind. Das geht erstaunlich gut und nährt. Wahrscheinlich ist das die neue Demuts-Übung der Kirche inmitten des Reichtums.

 

Könnt ihr zeigen, wie man frei predigt?

Ja. Können wir. Obwohl es gar nicht zu jedem passt.   Das findet man am besten gemeinsam raus. Zunächst gehts nie darum, eine ganze Predigt frei zu halten, sondern immer nur Teile. Man kann das in bestimmten Schritten lernen.

 

Beschäftigt Ihr Euch nur mit Gottesdienst?

Wir sind auch beteiligt an geistlicher Begleitung, am Kirchentag, an der christlichen Profilierung diakonischer Konzepte. Wir wirken mit im Atelier Sprache in Braunschweig bei der Suche nach einer für Konfessionslose verstehbaren religiösen Sprache. Wir moderieren manchmal Feste oder Podien. Wir helfen oft im Hintergrund mit bei Konzepten für Gemeinden und kirchliche Einrichtungen.

 

Könnt ihr Qualitätsmanagement im Gottesdienst zeigen?

Diese Begrifflichkeit und ihr geistiges Hinterland wollen wir nicht wirklich. Es gibt viel Schräges, das schön und  viel Perfektes, das irgendwie kühl wirkt.
Aber es gäbe uns (und die vielen anderen Gottesdienststellen in Deutschland) nicht, wenn alle glücklich wären mit dem Gottesdienst.
Deshalb haben wir Methoden entwickelt, die mehr Vielfalt, Klarheit und geistliche  Tiefe ermöglichen.

Wir arbeiten gern mit der Arbeitsstelle für Qualitätsentwicklung in Hildesheim zusammen. Die haben schöne Feedback-Konzepte entwickelt.

 

Könnt ihr zeigen, wie kollegiale Beratung im Gottesdienst geht?

Das machen wir dauernd. Wir regen in Kirchenkreisen kollegiale Besuche an.  Wir schicken von uns ausgebildete Gottesdienst-BeraterInnen, damit die Nacharbeit am Gottesdienst Freude macht und der Ton stimmt.

 

Könnt ihr auch Einzelstunden geben für Liturgie und Predigen?

Ja. Wenns nicht so weit ist, kommen wir sogar nach Haus.

 

Was kostet ihr?

Halber Tag 100,  ganzer 200, Abend 80, Einzelstunden nach Etat und Verhandlung, Erstberatung frei. Fahrgeld. Wer nichts hat zahlt nichts.

 

Kommt ihr auch zu uns in die Gemeinde?

Ja. Da lernt sich‘s am besten.

 

In unserer Gemeinde macht es jeder Pastor anders – 
könnt ihr helfen, das mal zu vereinheitlichen?

Ja klar. Aber wir gucken auch, wer so fragt und warum. Und wir fragen, was der Mehr-Wert ist, wenn es alle gleich machen. Manchmal beruhigt das. Ein andermal ist es sinniger, die Stile eher noch auszudifferenzieren. Oft entsteht darüber ein spannendes Gespräch.

 

Habt ihr eigentlich Gemeinde-Erfahrung?

Haben wir.
Anne Gidion aus der Stadtgemeinde St. Georg und der diakonischen Gemeinde St. Nicolaus Alsterdorf, beides Orte, wo sehr verschiedene Menschen gemeinsam Gottesdienst feiern mit allen Sinnen.

Friederike Jaeger arbeitet  – neben der überregionalen Arbeit am Gottesdienstinstitut (40%) – mit einer halben Stelle in einer ländlichen mecklenburgischen Gemeinde in der Nähe von Güstrow. Sie hat dort eine Reihe von Modellen für die Gottesdienst-Arbeit entwickelt und erprobt– speziell auch im Umgang mit kleinen Zahlen und in der Kinder – und Familienarbeit.

Thomas Hirsch-Hüffell war in der Stadtrand-Gemeinde Hamburg-Billstedt  – mit Berbern und Bürgern.

 

Erzählt ihr irgendwas weiter von dem, was ihr mit uns arbeitet?

Grundsätzlich nicht. Es sei denn, wir entdecken eine tolle Idee. Und dann fragen wir, ob wir die weitergeben dürfen.