Themen für die Traupredigt

Download

 

Trauung: Themen-Moves

Grundidee solcher Moves als Öffnung des (christlichen) Horizonts gegen die freiwillige Selbstbeschränkung:

Nicht nur den Kasus selbst eng fixiert anschauen, sondern die ganze Lebensspanne, deren Anfang/Ende/Höhepunkt hier gefeiert wird. Dazu die Lebensspanne der Bibel, die ja nicht nur zu Taufe, Trauung und Bestattung was zu sagen hat.

Exkurse über das menschliche Leben aus Anlass dieses einen Lebens.

Biografische Predigt für Menschen, die wir sonst kaum erreichen.

 

  1. Ergänzungs-Bedarf: Eva aus der Rippe des Adam als Symbol für ihre Zusammengehörigkeit: aus einem Fleisch und beide exakt an der Stelle, wo sie einander ergänzen müssen und wollen. Man findet den Partner da, wo einem charakterlich was fehlt.
  2. Ergänzungswunsch ist schnell auch Erlösungswunsch und führt in die Überforderung.
    Treten zwei vor den Altar, geben sie ihren Erlösungswunsch ab an Gott, damit sie den Partner nicht belasten. Das heißt, sie verpflichten sich auch damit, sich in einem lebenslangen Prozess weiter zusammen mit Gott, Therapeuten, Freunden – an der Seite des Partners im eigenen Leben erlösen zu lassen und den Partner damit nicht zu behaften. Also für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, erwachsen zu werden. Die vertrauende Gegenwart eines anderen Menschen an meiner Seite stützt das, führt es aber nicht herbei.
    Das steht gegen manche Erlösungsfantasien junger Paare.
  3. den Typus des Vaters bzw der Mutter heiraten ist das Normale. Die erste Frau, der erste Mann in meinem Leben prägt entscheidend – selbst wenn ich ihn versuche zu vermeiden.
    Und doch löst man sich von Vater und Mutter und transformiert die Erfahrung mit ihnen in eigener Weise.
  4. Auf Dauer bleiben ist der Versuch ein Mensch zu werden, der sich wandelt am immer Gleichen und nicht am dauernden Wandel auf der Stelle stehen bleibt. Das bedingt stete Erneuerung und Verantwortung für sich selbst. Die hat man aber immer – auch ohne Ehe.
  5. Geheimnis wächst bei beiden im Raum der Liebe. Ich ahne die von Geburt her angelegte unerschöpfliche Person, die immer nur einen Teil ihrer Gaben lebt. Und je mehr ich jemanden kenne, desto tiefer wird mir sein Geheimnis – vorausgesetzt ich liebe ihn. Geheimnis und Liebe erlöschen miteinander.
    Vorbild dafür ist die Trinität selbst:
    >Je mehr Jesus in der Geistes-Gegenwart des Ursprung-‚Vaters‘ zu sich findet, desto tiefer sehen wir seine Kontur und gleichzeitig immer mehr sein Geheimnis – eben diese Gegenwart des unsichtbaren Gottes auf seinem Gesicht.
    <Je deutlicher Gott-Ursprung-‚Vater‘ sich im Lauf der Heilsgeschichte in seinen Inkarnationen zeigt, desto unergründlicher wird er uns – er wächst mit uns mit und ist doch immer noch anders.
     
  6. Das mich jemand liebt ist ein Wunder. Ich kann nichts dafür tun. Ich kann beschreiben, was ich an jemandem liebe, Eigenschaften, Handlungen. Aber ich kann den Grund der Liebe selbst nicht fassen. Sie kommt aus Nichts und führt zu Nichts – und ist doch alles.
  7. Pflege der Liebe:
    – Wartungsarbeiten am Auto üblich, bei der Ehe eher nicht, die doch viel kostbarer ist. Warum nicht zu Freunden gehen, zur Beratung jedes halbe Jahr – als Inspektion, Anregung, Justierung. Partnerschaftsseminare, Pastorinnen und Pastoren, Berater helfen.
    – eine halbe Stunde am Tag persönliches Erleben erzählen jenseits aller technischen Absprachen
    – etwas Drittes pflegen jenseits der Kinder, das die beiden beieinander hält – Tanzen, Kochen, Kultur, Reisen zu zweit auch ohne Kinder, ein gemeinsames Arbeitsfeld
  8. Die Lust am Flirt ist Reaktion auf unsere Möglichkeit zu sein, die immer größere als wir sie leben können. Davon erzählt man in der Taufe. Ein anderer weckt in uns anderes. Jeder dauerhafte Partner verhindert auch etwas, bleibt etwas schuldig – selbst wenn er noch zugewandt ist. Er spricht immer wieder nur eine bestimmte Seite in mir an.
    Deshalb einander andere Welten erlauben, die anderes wecken. In welchem Maß, das müssen beide miteinander rausfinden.