Psalm 103 (Bibel) und Wann ist ein Mensch ein Mensch (H. Grönemeyer)

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Kanon: Danket, danket

Liedstrophe: z.B. EG 180.4 (nur Zeile 1. und 2. vom Kanon)

 

Lobe doch Gott, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:

Und der Mensch heißt Mensch, weil er schwärmt und glaubt,

sich anlehnt und vertraut.

Momentan ist richtig, momentan ist gut.

Nichts ist wirklich wichtig – nach der Ebbe kommt die Flut.

3 Lob Deinen Gott, der dir alle deine Verkehrung vergibt und heilt all deine Gebrechen,

4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,

5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Das Firnament ist offen – wolkenlos und ozeanblau –

Telefon und Gas, Elektrik – unbezahlt, und das geht auch.

Teil mit mir deinen Frieden, wenn auch nur geborgt.

— PAUSE (5 sec) —

10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

Am Strand des Lebens – ohne Grund, ohne Verstand – ist nichts vergebens.

Ich bau die Träume auf den Sand.

teil mit mir deinen Frieden, wenn auch nur geborgt.

11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

Und der Mensch heißt Mensch, weil er vergisst, weil er verdrängt

Und weil er schwärmt und strahlt, weil er wärmt, wenn er erzählt.

Und weil er lacht und weil er lebt.

13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich Gott über die, die ihn fürchten.

— Pause( 5 sec) —

(Liedstrophe)

14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind.

15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;

und der Mensch heißt Mensch, weil er irrt und weil er kämpft

und weil er hofft und weil er liebt, und weil er mitfühlt und vergibt

17 Die Gnade Gottes währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten,

18 bei denen, die seinen Bund halten.

22 Lobe den HERRN, meine Seele!

(Ehre sei…, wie im Anfang jetzt und allezeit und in Ewigkeit.)

 

Kanon oder Liedstrophe (s.o)

 

 

 

 

Hinweise zur Lesart:

 

  1. Es ist sinnvoll, wenn zwei Menschen diesen Doppelpsalm vorlesen, eine den einen, der andere den anderen Psalm. Die Gemeinde hört zu und lässt sich mitnehmen.
  2. Psalmen sind ja Regungen des frommen Gemüths, die jedeR haben könnte. Also auch die Anwesenden. Daher stehen die LeserInnen vielleicht nicht am Altar, sondern der Gemeinde zur Seite. Da, wo diese Regungen zu vermuten oder zu provozieren sind. Ausgerichtet zum Altar, aber bei den Menschen. Das geht vorn vor ihnen auf der rechten und linken Seite – so dass man die LeserInnen im Profil sieht. Sie können auch mitten dazwischen sitzen, aufstehen und anfangen. Oder das Hin und Her des Lobs zwischen alter und neuer Sprache kann symbolisiert werden, indem sie rechts und links von der Gemeinde in den Seitenschiffen oder -gängen stehen und lesen. Das ist ein anderes Symbol, als wenn von vorn ein Psalm ‚abgeliefert’ wird. Geschieht er an meiner Seite, so könnten es eher meine Worte sein oder werden. (Das gilt übrigens auch für die Fürbitte.)
  3. Versteht man die wechselseitigen Verse der Psalmen als einander korrespondierende Regungen von Zweifel und Sicherheit, so ist es wichtig, dass sich die LeserInnen wie eine Person verstehen.
  4. Natürlich kann man den ganzen Text kürzen, wenn er zu lang erscheint. Oft wird ein Text aber öde, weil er ohne Unterbrechung und ohne Gefühl verlesen wird. Wenn die LeserInnen Pausen zum Nachklingen einsetzen und sich hineinversetzen in diese Welt der alten Gebete, dann wird es nicht langweilig, sondern unter Umständen eine angenehm gedehnte Meditation eigenen Lebens vor und in Gott. Dafür dann nicht hetzen, damit man schnell fertig wird mit dem vielen Text, sondern im Gegenteil verweilen in den Versen, nachspüren. Im weiteren Verlauf der Liturgie kann das Tempo ja wieder anziehen. So entsteht Kontrast in der Dramaturgie.
    Es ist auch möglich, mitten in den Text eine Liedstrophe oder den Kanon vom Anfang einzufügen.
  5. Wenn das anschließende ‚Ehre sei dem Vater …’ folgen soll, so am besten gesprochen in der Lesart des Psalms vorher. (Der Textvorschlag oben folgt der ökumenischen Fassung.)