Predigthilfe für den Tag der Befreiung von Ausschwitz

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„ Wir tragen den Schatz in irdenen Gefäßen“

Anne Gidion, Hamburg

 

Predigtmeditation zu 2. Kor 4,6-10

 

 

Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

 

 

1. Wilhelm R.

 

Stellen Sie sich ein Porträt-Gemälde vor, das fast aussieht wie in Öl gemalt. Stellen Sie sich ein markantes Altherrengesicht vor, einen intensiven, lächelnden, wissenden Blick. Der abgebildete Herr trägt, so weit man sehen kann, Anzug, Oberhemd, Krawatte. Sein Gesicht strahlt Einfluss aus.

Wer ist das? frage ich, als ich neu nach Alsterdorf komme und das Bild hängen sehe neben der Tür zu meinem neuen Büro. War der hier auch einmal Pastor? Meine Kollegin lacht. Das ist Wilhelm R., sagt sie.

Bis zum Beginn des Jahres 2009 kam Wilhelm R. regelmäßig in den Gottesdienst in der St. Nicolauskirche in Hamburg- Alsterdorf, der alten, von Heinrich Matthias Sengelmann aus Spendengeldern erbauten Anstaltskirche aus der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts. Wilhelm R. kam meistens in Begleitung. Wohlbemerkt, er begleitete. Eine Frau, die alle Mille nannten zum Beispiel. Wenn es Mille nicht gut ging, dann schrie sie, und es ging ihr meistens nicht gut. Wilhelm R. brachte sie zum Gottesdienst und setzte sich mit ihr in die erste Reihe. Am Anfang hat  mich Milles Schreien irritiert, einmal hat sie mich als ich ihr beim Abendmahl die Oblate gab, fest in die Hand gebissen. Wilhelm R. scholt sie dafür und entschuldigte sich bei mir hinterher. Sie kann es nicht besser, sagte er. Das hat nichts mit Ihnen zu tun, junge Frau.

Irgendwann Mitte 2008 kam Wilhelm R. allein, ohne sie. Mille musste weg, sagte er. Weg? Sie wohnt jetzt nicht mehr in Alsterdorf, sondern in Wilhelmsburg, sagte er, in einer richtigen Wohnung. Ich kann mich jetzt nicht mehr um sie kümmern.

 

Wilhelm R. starb nur wenige Monate später, 87 Jahre alt[1]. Als eines von sieben Kindern kam er in den frühen zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in die damaligen Alsterdorfer Anstalten. Was heißt „er kam“? Seine Eltern werden ihn da abgegeben haben, an der Pforte zum Anstaltsgelände. Sie hatten schon nicht genügend Geld für die anderen sechs Kinder. Die Alsterdorfer Anstalten waren ein Ort für Menschen mit geistigen Behinderungen. Wilhelm R. war als Kind vermutlich vollkommen gesund, vielleicht unterernährt. In den Anstalten gab es immerhin zu Essen und ein Bett im Schlafsaal. Selten war diese „Versorgungsstrategie“ damals nicht. Wilhelm R. kam in die Anstaltsschule, lernte lesen, schreiben, rechnen. Schnell wurde er „Hilfsjunge“, eine Art Auszeichnung für die, die eine raschere Auffassungsgabe hatten. Eine Auszeichnung, die Arbeit bedeutete, Mitarbeit in den Handwerksbetrieben oder schlicht einfach Tätigkeit nach Weisung, je nachdem, was den hauptamtlich Pflegenden so einfiel.

Das Heraufdämmern der nationalsozialistischen Rassen- und Herrenmenschenideologie machte vor ihm nicht halt. Er erzählt Jahrzehnte später noch von dem raueren Umgangston, den härteren Strafen, wenn die Hilfsjungen und –mädchen nicht genau die Befehle ausführen. Er wird zwangssterilisiert – auf Antrag der Anstaltsleitung, erste Wegbereiter der T4-Aktionen „zur Erhaltung der Volksgesundheit“[2].

Die Aktion T 4 forderte in den zwei Jahren ihrer Durchführung (1940 und 1941) mehr als 70.000 Opfer, allein aus Alsterdorf wurden 629 Menschen deportiert und über 500 davon getötet – Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer.

Wilhelm R. und viele andere können von den Bussen, die an der Pforte standen erzählen, als ob es gestern gewesen wäre. Von da aus sind wir immer auf Freizeit gefahren, erzählt Willi S. Wir dachten doch, es ginge auf Freizeit, auf Erholung, die die würden dann bald wieder kommen.

Nur – diese „Freizeit“ ging für die meisten nie zu Ende. 1943 wird Wilhelm R.s Freundin mit ihrer Tochter auch deportiert. Wilhelm kann das nicht einfach so geschehen lassen. Er flieht aus der Anstalt, der Freundin hinterher. Ihm gelingt so viel Unglaubliches bei dieser Flucht. Er gibt sich als Bombengeschädigter aus und finanziert mit dem Geld, was er dafür bekommt, die Reise nach Wien. Dort tritt er auf als „feiner Herr“ – so hat er es immer wieder erzählt! – aus und schafft tatsächlich, seine Freundin und die Tochter aus der Wiener Vernichtungsanstalt herauszuholen. Aber: entkräftet, krank, ohne medizinische Versorgung sterben die Frau und das Mädchen auf der Rückreise nach Hamburg.

Zurück in Deutschland kommt Wilhelm in Haft – weil er vorgetäuscht habe, ein Bombenopfer zu sein…

Nach 1945 lebt Wilhelm ein mehr oder weniger normales Leben. Er heiratet. Engagiert sich für den Verein der Geschädigten des Naziregimes, tritt als Zeitzeuge auf, in Alsterdorf und anderswo. Geehrt für die Rettung der Freundin wurde er nie, für die Zwangssterilisation erhält er eine geringe Entschädigung. Er mahnt die Anstalt, mit ihrer Vergangenheit leben zu lernen – so wie er es mit seiner muss.

Am 8. Mai 2007 wird an der Stelle, wo früher die alte Pforte war und längst freie Durchfahrt ist zum hellen offenen Alsterdorfer Markt, eine Stolperschwelle gelegt zur Erinnerung an die Busse in den Tod. Die erste Schwelle des Kölner Stolpersteinkünstlers Gunter Demnig. Wilhelm spricht bei der Einweihung. Man kann ihn nicht mehr ganz so gut verstehen, mittlerweile ist er 85. Er erzählt von seiner Freundin, von ihrer Flucht, der Reise, dem Tod – und hält sie in seiner Weise lebendig.

 

 

2. Der biblische Text

 

Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht.

Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.

Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen.

Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.

Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

 

Der Text zum 3. Sonntag nach dem Epiphaniasfest lebt von seinen Gegensätzen. Der Einstiegsvers 6 leuchtet förmlich: heller Schein in unseren Herzen, Erleuchtung, Erkenntnis, Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Spätmittelalterliche Malereien tauchen vor dem inneren Auge auf, Altarbilder, Goldgrundmosaiken, Ikonostasen. Und zugleich ist eine Kontrastfolie immer dabei: die Finsternis. Licht und Dunkelheit klingen beide an und erinnern an die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel – und Gott schied das Licht von der Finsternis – aber die Finsternis bleibt da, bleibt Realität, bleibt Gegenwelt.

Und eine andere Assoziation wird wach: Im Johannesprolog Joh 1,4-5: In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat´s nicht ergriffen.

Oder die Weihnachtsgeschichte: Und es waren Hirten auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

Die biblischen Szenen haben gemeinsam: Wenn von Gott die Rede ist, tritt Licht mitten in die Finsternis.

Und solchermaßen eingeführt kommt dann das Bild von dem „Schatz in irdenen Gefäßen“. Verbunden mit der merkwürdigen Begründung (bei Luther) „damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns“. Als müsse ein Unterschied gemacht werden zwischen Gott und uns, als bestünde die Gefahr der Verwechselbarkeit. Als dächte man bei einem nicht irdenen, unzerbrechlichen Gefäß – aus Stahl zum Beispiel oder aus Gold gar – dass der Schatz von uns selber käme, unser Verdienst oder handwerkliches Können oder von uns mit viel Geld erkauft. Nein, soviel kawod, soviel Herrlichkeit Gottes, soviel Schönheit haben wir nicht. Nicht hier im Leben.

Dies Nicht-Herrlich-Sein wird in den folgenden Versen weiter entfaltet: Wir sind bedrängt von allen Seiten. Uns ist bange. Wir leiden Verfolgung. Wir werden unterdrückt. Und als Steigerung der Steigerungen: Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe.

Sehr viel härter geht es nicht.

Zugleich hat jeder der Sätze eine zweite Hälfte, mit einem „aber“ (all´ouk) verbunden: wir ängstigen uns nicht. Wir verzagen nicht. Wir werden nicht verlassen. Wir kommen nicht um. Und auch da die letzte Steigerung, verbunden mit „damit“ (hina kai): damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserem sterblichen Fleisch.

Also: die Herrlichkeit Gottes soll man an uns Menschen nicht sehen. Sondern die Sterblichkeit Jesu, den Zugriff von Tod und Vergänglichkeit.

Das Scheitern und Nicht-Vollkommen sein, das ist sozusagen der menschliche Beitrag zur Herrlichkeit Gottes – was für ein spröder Gedanke, was für eine Zumutung. Eine Art Karfreitagstext Ende Januar.

 

 

 

3. Martin Niemöller

 

„Am Nachmittag (des 29. Juni 1924) taufte ich in dem Mansardenzimmer, das alles Glück und alle Not dieser Jahre gesehen hatte, unsern Sohn Heinz Hermann. Mein Schreibtisch diente als Taufaltar und trug Kruzifix, Lichter und Taufschale; das Fenster dahinter aber war mit der letzten Flagge von S.M. Unterseeboot UC 67 verhängt, unter der ich am 29.November 1918 in Kiel eingelaufen war. Heinz Hermann heißt unser Junge: Hermann nach meinem auf dem UB 104 gefallenen Freund und Schwager, Heinz nach meinem Vater, dem Elberfelder Pfarrer und Diener des Evangeliums. – Der Weg vom U-Boot zur Kanzel war vollendet; der Dienst für Volk und Vaterland im neuen Beruf sollte beginnen. Welches andere Wort hätten wir darüber schreiben sollen als den Taufspruch dieses Tages: „Danke dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich!“[3]

 

Martin Niemöller[4], evangelischer Theologe, Mitbegründer des Pfarrernotbundes 1933, Wegbereiter der Bekennenden Kirche, wichtige Figur auf der Barmer Notsynode 1934, Kirchenkämpfer, Widerständler – der schreibt diese Zeilen in seinem autobiografischen Bekenntnisbuch „Vom U-Boot zur Kanzel“. Drei Jahre KZ-Sachsenhausen, vier Jahre Dachau standen ihm da noch bevor. Auch seine kirchenpolitisch prominenten Jahre nach 1945 – stellvertretender Vorsitzender des Rates der EKD, Kirchenpräsident in Hessen und Nassau – konnte er wohl noch nicht ahnen, auch nicht seine Schlachten als Ökumeniker und Friedenskämpfer im Kalten Krieg, auch nicht so manche verlorene Synodendebatte, manchen Rücktritt aus Mangel an Unterstützung in den eigenen Reihen. Dieser Martin Niemöller also hatte eine U-Boot Flagge, eine Reichskriegsflagge aus dem 1. Weltkrieg als eine Art Parament bei der Taufe seines Sohnes? Der hat die Machtübernahme durch Adolf Hitler zunächst begrüßt?

Die Gestalt Martin Niemöllers, aus der sicheren Distanz der Nachgeborenen betrachtet, fängt an zu schillern, der Held der Bekennenden Kirche hat auch Unheldenhaftes, Irdenes an sich. Was ihn ja nicht unmenschlicher, gar unsympathischer macht. Es stößt mich eher auf die Teile des eigenen Lebens, der eigenen Biographie, die im Rückblick weniger plausibel scheinen als im gelebten Moment. Wer weiß denn, wie stark man selber in diesen politisch wirren Zeiten gewesen wäre.

 

 

4. Gedanken zur Predigt

 

Im Leben liegen eben diese beiden ganz dicht beieinander, die Herrlichkeit Gottes und die Vergänglichkeit der Menschen. Sie verbinden und verwechseln sich miteinander, so wie der Schatz mit dem irdenen Gefäß eine Verbindung eingeht, die nicht einfach aufzulösen ist, auch wenn die Gegensätze so klar erscheinen.

Manchmal sind die die Helden, die fast ohne Chancen ins Leben kommen.

Oder die, die als Helden gelten, sind verwickelt und verbandelt mit der Vergänglichkeit und dem Unrecht.

Ein Leben wie das von Wilhelm R. lässt uns hoffen, dass eben Schätze in irdenen Gefäßen stecken können. Auch in unserem Leben.

Ein Leben wie das von Martin Niemöller lässt  uns hoffen, dass Umkehr und Einsicht möglich sind.

 

Deshalb können die beiden so unterschiedlichen Zeitgenossen für ein Nachdenken über Fragen anregen, die der 27. Januar mit seinem diesjährigen Text aufwirft: Was ist der Schatz? Was ist das irdene Gefäß? Und wer weiß das zu welchem Zeitpunkt in seinem Leben und wie sicher können wir uns unseres natürlich immer auch begründeten Urteils sein? Fragen, die die Biographie Niemöllers an uns stellt. Noch ein wenig genauer: Woher wissen wir, ob das, was wir heute für einen Schatz halten, wie es Niemöller mit der Fahne seines U-Bootes hielt, uns nicht selbst in nicht so ferner Zeit als ein irdenes Gefäß erscheint? Und noch etwas bedrängender: Wie intensiv halten wir es für möglich, dass unser Gott gerade in dem an uns, was uns selbst weniger gefällt, den Schatz wieder erkennt?

 

Oder man könnte schließen mit einem Blick auf einen Zitat von Dorothee Sölle[5]:

 

„Das Bild vom Leben spricht in schöner mystischer Übertreibung und zugleich durchaus realistisch von drei Qualitäten, die allen offen stehen: grenzenlos glücklich, absolut furchtbar, immer in Schwierigkeiten. Es gibt Menschen, die durch das „schrille Geschrei“, das Gott ist, nicht nur hören, sondern es auch hörbar machen als die Musik der Welt, die den Kosmos und die Seele auch heute erfüllt.“

 

Grenzenlos glücklich, absolut furchtbar, immer in Schwierigkeiten.

Oder: Relativ glücklich, nicht ganz so furchtbar, gelegentlich auch ohne Schwierigkeiten. Wäre das nicht schon etwas? In einem Leben, in dem wir den Schatz nur in irdenen Gefäßen tragen – aber immerhin können wir die Hoffnung haben, dass es den Schatz überhaupt gibt. Und irgendjemand war sogar so umsichtig, uns etwas mitzugeben, damit wir ihn tragen können, wenn es auch nur ein irdenes Gefäß war…

 

Ein Gottesdienst zum 27. Januar, zur Erinnerung an die Befreiung aus dem KZ Auschwitz kann Geschichten wie die von Wilhelm R. und seiner Freundin erzählen und verdeutlichen, warum Erinnerung eine Weise ist, Respekt zu bewahren vor denen, die aus ihrem Leben unter sehr schweren Bedingungen eine unglaublich mutige Geschichte gemacht haben.

Ein Gottesdienst zum 27. Januar kann auch auf Menschen wie Martin Niemöller schauen, auf dessen Weg vom U-Boot zur Kanzel, und kann nachzeichnen, wie Menschen, die einen festen Platz im Erinnern der Kirche haben, durch Irrungen und Wirrungen in ihrem Leben gegangen sind.

Ein solcher Gottesdienst kann mit Hilfe der Bilder von Licht und Finsternis, die der biblische Text nahe legt, das Wort vom Schatz in irdenen Gefäßen nachzeichnen und damit an einigen Sicherheiten rütteln. Zum Beispiel den Sicherheiten, wer „normal“ ist und wer „behindert“ ist. Oder wer ein Held ist und wer nur eine Fußnote der Geschichte verdient. Ein solcher Gottesdienst kann ermutigen zu einem eher vorsichtigen, relativen Blick auf Formen und Gefäße kirchlichen Handelns und kirchlicher Ausdrucksformen, deren Substanz an ihrer Erscheinung nicht hängt, oder jedenfalls nicht nur.

 

Und: Im März 2009 ist Wilhelm R. gestorben, geehrt, geachtet, beliebt und bekannt. In einer großen Trauerfeier in der St. Nicolauskirche in Alsterdorf, von der aus damals die T4- Aktionen vom Pastoren-Direktor mit SA-Uniform verantwortet und mitgetragen wurden, nahmen viele Menschen Abschied von einem, den sie vermissen werden.

Nun kann er am 8. Mai nicht mehr von seiner Freundin erzählen, dort an der Stolperschwelle.

Vielleicht trifft er die beiden aber wieder, die Frau und das Mädchen, dort, wo er jetzt ist.

 

[1]              Vgl. auch alsternet.alsterdorf.de/aktuell/nachrichten/20090318111335.html (Stand 18.10.09)

[2]              Vgl. www.dielebenshilfe.at/Todesurteil-Schwachsinn-und.383.0.html

[3]              Niemöller, Martin, Vom U-Boot zur Kanzel, Berlin 1934, 207.

[4]              Vgl. u.a. Gidion, Anne, Martin Niemöller, in: Evangelisches Soziallexikon, Neuausgabe Hrsg. von Martin Honecker, u.a., Neukirchen 2000, Sp. 1942ff.

[5]  Sölle, Dorothee, Mystik und Widerstand, 1. Aufl. Hamburg 1997, 370.