Osternachtsmeditation

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Verführerische Stille der Nacht. Nur die Sterne tupfen auf der Stille. Tonlos ihr Gesicht gebend, verwandeln sie die anonyme Stille. Setzen erkennbare Zeichen.

Ihr Licht schreibt diese Nacht.

 

Mühsam beginnt der Tag, sich durchzusetzen. Zuerst noch mischen sich Nacht und Tag. Der Tag siegt. Leben kehrt zurück. Nimmt die Erde ein. Die Schöpfung erwacht. Aus ihrem Schlaf, in den sie totengleich fiel. Schlafen, um zu regenerieren. Sterben als reorganisieren. Das neue Leben: Meine Träume werden wahr. Träume jenseits von Macht und Geld, Gesundheit und Krankheit. Die Last des Bisherigen modert tot. Ich reise ohne Last. Was ich brauche, liegt für mich bereit. Mein zuhause wartet. Wann, weiß nur Gott. Ich bin gut aufgehoben bei ihm. Vielleicht wirft diese Zuversicht ihre Schatten in mein Leben. Aber kann ich diese Schatten in meiner Finsternis überhaupt wahrnehmen? Gehen sie auf in deren schwarz? Schatten und Finsternis: Minus mal Minus gibt Plus. In der Mathematik. Doch im Leben? Die Schatten sind stärker als die Finsternis. Sie bilden sich auf ihr ab.

Ein Zeichen, dass Gottes Ewigkeit stärker ist. Darauf vertraue ich. Das traue ich Gott zu. Mit seinem Sohn ging er diesen Weg. Er war der erste. Er hat den Tod überwunden. Er lebt.

Verführerische Stille der Nacht. Nur die Sterne tupfen auf der Stille. Tonlos ihr Gesicht gebend, verwandeln sie die anonyme Stille, setzen erkennbare Zeichen.

 

Amen