Ostergottesdienst

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GOTTESDIENST ZU OSTERN – 1. Kor 15,50-58  von Ute Grümbel

L: LiturgInnen/Mitwirkende; P: PastorIn;

Klammern: liturgische Hinweise, Anmerkungen

(Alle, die am Gottesdienst teilnehmen, bekommen am Eingang kommentarlos einen zusammengefalteten Zettel mit der für den gesamten Gottesdienst zentralen Aussage aus dem Predigttext, 1. Kor 15,51:

„Seht, ich sage euch ein Geheimnis: Wir alle werden nicht sterben, aber wir alle werden verwandelt werden.“

Wie auch immer die einzelnen darauf reagieren, was auch immer sie mit dem Zettel anfangen, sie sind von Anfang an beteiligt.)

 

Votum

L          Jesus Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. (Joh 11,25)

 

Lied:   Christ ist erstanden (EG 99)

Votum

P         Wir feiern Ostern, das Fest der Auferstehung, im Namen GOTTES: Quelle unseres Lebens – Grund unserer Hoffnung – Kraft, die uns bewegt, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Begrüßung

L          Willkommen zum Gottesdienst am Ostersonntag! Vielleicht haben Sie an diesem Morgen schon so manches Osterei gefunden. An der Kirchentür haben Sie einen Zettel in die Hand bekommen. Kein Osterei. Nur einen Satz. Ein Geheimnis. Zu Ostern!

 

Eingangsgebet

L1        Du GOTT des Lebens,

danke für Ostern, das Fest der Auferstehung und des Lebens!

L2        Jesus Christus ist nicht am Kreuz gescheitert,

Du hast ihn auferweckt von den Toten.

Und auch wir sollen leben.

L1        Mit Deinem Ja zu seinem Leben,

hast Du den Bann des Todes gebrochen.

Ein für allemal!

L2        Du GOTT des Lebens, wie ist das zu verstehen?!

Lass uns ein Licht aufgehen, dass uns das Geheimnis von Ostern nicht verschlossen bleibt.

L1        AMEN   (Anzünden der Osterkerze)

 

Kyrie

L          Zeitungsmeldungen (3-4 aktuelle, kurze Meldungen, die die Frage nach Tod und Leben aufwerfen, werden von hinten gelesen = wir haben den Alltag >im Rücken<)

P         Vom Leben gezeichnet und vom Tod,

von Schönem umgeben und die Not vor Augen

rufen wir zu Dir, GOTT:

Weck uns auf,

heute schon und eines Tages endgültig!

alle      Kyrie, kyrie, kyrie eleison (EG 178.14)

 

Wort der Verheißung

P         Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe,

spricht GOTT:

Gedanken des Friedens und nicht des Leides,

dass ich euch Zukunft und Hoffnung gebe. (Jer 29,11)

Gloria

alle      Du Schöpfer des Lebens (3x) (Noten im Download)

 

Friedensgruß

P         „Friede sei mit dir!“ Mit dem Friedensgruß wünschen wir einander den Frieden, den der auferstandene Christus seinen Jüngerinnen und Jüngern zusagt. (P und die anderen Mitwirkenden gehen ebenfalls auf andere zu.)

Psalm (nach einer Übertragung von Psalm 30) Noten im Download

L1        GOTT,

„Einst schien ich sicher in meinem Glück.

Ich glaubte mit beiden Füßen auf dem Boden zu

stehen.

L2        Ja, du hattest mich wie auf einen Felsen

gestellt.

Doch plötzlich warst du weg – – – ich

bekam Todesangst.

L1        ich schrie >Hilfe!< – – – >Gnade!<

und meinte Dich.

L2        Du hast meine Klage in ein Lied verwandelt.

Du hast mir die schwarzen Kleider ausgezogen.

L1        Du hast mir eine Freude gemacht.

Also singe ich

mit meinem Herzen: Alles singt für dich.“

L2        GOTT, mein GOTT,

in Ewigkeit will ich Dir danken.

 

 

Gloria

Alle      (Wiederholung: Du Schöpfer des Lebens, halleluja 3x)

 

Gedicht   

L          Unvermutet

Du kommst

wie wir es nicht

vermuten

Wie ein Blitz

zuckst Du auf

Wie ein Dieb

schleichst Du Dich ein

Kommst

als schmerzende Flamme

als sanftes Licht

oder als Hauch

der unsere Haut streift

Der Tag verliert

seine Gewöhnlichkeit

(Theresia Hauser)

Lied:   In dir ist Freude (EG 398,1-2)

 

Evangelium: Mk 16,1-8

L3        Als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala, die Maria des Jakobus und Salome wohlriechende Öle, um zum Grab hinzugehen und Jesus zu salben. Sehr früh am Sonntag gehen sie zum Grab, als die Sonne gerade aufging. Da sagten sie zueinander:

L4/5/6  „Wer wird uns den Stein aus dem Eingang des Grabes wegwälzen?“

L3        Doch als sie aufschauten, sahen sie dass der Stein schon weggewälzt war; Er war nämlich sehr groß. Und als sie ins Grab hineingingen, sahen sie auf der rechten Seite eine jünglingshafte Gestalt sitzen, die ein weißes Gewand trug. Da waren sie sehr entsetzt. Die Gestalt aber sagte zu ihnen:

L7        „Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus aus Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. siehe den Ort, wo sie ihn hingelegt hatten. Nun aber geht hin, sagt seinen Jüngerinnen und Jüngern, auch dem Petrus, dass er euch nach Galiläa vorangeht; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“

L3        Und die Frauen gingen hinaus und flohen vor dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

 

Stille   (ca. 2 Min)

 

Hallelujavers: (EG 103,5)

alle      Nun bitten wir dich, Jesu Christ, / weil du vom Tod erstanden bist, / verleihe, was uns selig ist. / Halleluja.

 

Lesung des Predigttextes

L          1.Kor 15,50-58 (der Predigttext wird nicht von der/dem PredigerIn, sondern von einer anderen Person gelesen, freistehend vor der Gemeinde, um etwas von der Unmittelbarkeit, – den Briefcharakter zu unterstreichen.)

 

Predigt (Predigtanfang)

Liebe Mitmenschen, – mit Paulus gesprochen: liebe Geschwister!

„Seht, ich sage euch ein Geheimnis! – Kein Osterei, ein Geheimnis bekommen wir mit dem Predigttext in die Hand gelegt, schwarz auf weiß können wir es lesen: „Wir alle werden nicht sterben, aber wir alle werden verwandelt werden“. Was fangen wir, – Sie, ich – mit dem Geheimnis an?! An Ostern?!

Musik/Soloinstrument (meditative Improvisation)

„Wir alle werden nicht sterben, aber wir alle werden verwandelt werden“. Ein Geheimnis, nichts, was sich von selbst versteht. Nicht einfach zu schälen wie ein Osterei. Aber zu entdecken. „Seht“, sagt Paulus. Hinschauen sollen wir, uns einlassen auf eine Vision, die alles Gewohnte und Gedachte auf den Kopf stellt, – mit anderen Augen sehen lässt. „Wir alle“, sagt Paulus. Es geht um ein Geheimnis, das nicht elitäre Geheimniskrämerei ist, sondern mit allen geteilt werden will, die an Jesus, den Messias Gottes glauben. „Wir alle“, schreibt Paulus und meint damit nicht zuletzt auch die Zweifelnden, die mit der Auferstehung der Toten ihre Probleme haben (1.Kor 15, 12ff), – uns alle also. Wie aber lässt sich das Geheimnis verstehen?!

(Überleitung zum Hauptteil) Wenn Sie Ihren Zettel nehmen: Sie können mit ihm alles Mögliche machen (P macht mit/vor…), ihn zu einem Dreieck falten, zusammenknüllen, bemalen, bekleben, zerreißen – in mancherlei Hinsicht verändern. Verwandeln werden Sie ihn allerdings nicht, er bleibt, was er war: beschriebenes Papier. – Ein Bild für mehr und anderes:

(Hauptteil): 1. Von Veränderung und Verwandlung

Auch mit uns selbst können wir alles Mögliche machen, wagen, tun. Und was wir tun oder lassen ist fraglos von Bedeutung, lässt uns und die Welt anders aussehen…

Ob wir und gegen was wir aufstehen, ob wir uns entfalten, innerlich lebendig bleiben, uns bewegen oder nicht von der Stelle kommen, es verändert das Leben! So sind Menschen – nicht zuletzt auch Frauen – immer wieder aufgestanden für das Leben vor dem Tod, haben sich nicht abgefunden, sind für Veränderung eingetreten, auch unter Einsatz ihres Lebens… (von einer anderen Person ein konkretes Beispiel erzählen lassen)… Keine Frage: Verändern und verändert werden hilft dem Leben auf die Beine (Marie Luise Kaschnitz:. Manchmal stehen wir auf / Stehen wir zur Auferstehung auf / Mitten am Tag; vgl. Luzia Sutter-Rehmann: Sich dem Leben in die Arme werfen…)… Es gibt die Auferstehung im Leben!

Aber verwandeln werden wir uns und die Welt nicht! Wir bleiben die, die wir >von Haus aus< sind: begabt und verstrickt, Menschen, die so viel auf die Beine stellen können und doch nichts und niemanden festhalten können, die sterben müssen und andere sterben sehen.

(Dies als Gegenwort deutlich werden lassen, z.B. im Vergleich zu Werbesprüchen, die vormachen, das Leben wäre zu verwandeln in jung, gesund, schön, glücklich, reich…)

Mit dem Geheimnis von Ostern aber geht es um Verwandlung im Sinne einer neuen Wirklichkeit, die uns geschenkt wird, nicht von uns zu leisten ist und nicht zu kaufen. Um ein Geschehen, das an uns geschieht, nicht durch uns… („vorweggenommen in ein Haus aus Licht“, M.-L. Kaschnitz; – Schöpfungs- und Geburtsmetaphern…)

Beides: Auferstehung im Leben und Auferstehung von den Toten wirkt Gott. Mit Jesus von Nazareth, dem Christus Gottes, hat Gott das Ja des Lebens über Lebende und Tote ausgesprochen, unverlierbar und wirksam, allen Mächten der Zerstörung, der Sünde und des Todes entgegen (Taufritual…).

  1. Plötzlich, „in einem Augenzwinkern“

Plötzlich, unversehens, im Nu geschieht das Unvorstellbare, die Verwandlung. >>Unvermutet<< geschieht es, jetzt schon – und >>der Tag verliert seine Gewöhnlichkeit<< (Theresia Hauser – An dieser Stelle könnte die Gedichtzeile >>Wie ein Blitz/zuckst du auf<< näher entfaltet werden, von Gotteserfahrung mitten im Leben die Rede sein; – der Moment in seiner Gegenwärtigkeit transzendiert die Zeit). Und eines Tages geschieht Verwandlung endgültig „beim Schall der letzten Posaune“ (vgl. auch G.-F.Händel/Messias: we shall all be changed in a moment, in the twinkling of an eye at the last trumpet”; – Weder im Leben der einzelnen noch gesellschaftlich, noch weltweit, noch kosmisch gesehen, geht alles immer einfach weiter… Endzeitszenarien in Film, Literatur, Malerei… Wissenschaftstheorien)…

  1. Tod, wo ist deine Geißel

Verwandlung geschieht da, wo Lebende und Tote es mit Gottes Lebensmacht zu tun bekommen, rettend, befreiend, erlösend. Gott hält die Beziehung zu uns Menschen durch, auch an der Todesgrenze. Nichts an Leben geht verloren, und keine Liebesmüh’ – in den eigenen vier Wänden und weltweit – ist vergeblich. „Verschlungen ist der Tod in den Sieg hinein“. Das feiern wir mit Ostern und der Auferweckung des Christus Jesus von den Toten. (Dagegen: Faszination und Schrecken des Todes: Terrorismus, Selbstmordanschläge… Filmtitel: Sing mir das Lied vom Tod; Besucher-Rekorde im Zusammenhang Gunther von Hagens Ausstellung präparierter Leichen >Körperwelten<, vgl. seine Bezeichnung als „Mr. Tod“/ Titelseite/ Spiegel/Jan 3/2004… Christliche Auferstehungshoffnung als Gegenwort… „Protestleute gegen den Tod“/Kurt Marti).

(Predigtschluss): Das Geheimnis von Ostern, das Paulus uns weitergibt, singt Gottes Lob und verspottet den Tod, lässt ihm nicht das letzte Wort: „Wir alle werden nicht sterben“. Um Gottes Willen gilt das! Das Vorzeichen setzt damit nicht länger der Tod, sondern das Leben: unser Geborensein, nicht unsere Sterblichkeit!, und die in Christus Jesus begründete Hoffnung auf Auferstehung, Auferweckung, heute schon und eines Tages endgültig. Wir haben allen Grund, nichts und niemanden – auch die Toten nicht! – dem Tod zu überlassen: „Seht, ich sage euch ein Geheimnis: wir alle werden nicht sterben, aber wir alle werden verwandelt werden“. Das Geheimnis von Ostern ist ein Geschenk, ein Gottesgeschenk, das Verwandlung verheißt, Neuschöpfung über alles, was wir uns vorstellen und denken können hinaus. In einem Lied von Huub Oosterhuis klingt das so: „Die Wüste wird blühen…, eine Stimme wird rufen: „Ich öffne Himmel und Erde und Abgrund. Und wir werden hören und auferstehen und lachen und jauchzen und leben“<<! Das Geheimnis, das sich mit Ostern verbindet, müssen und können wir nicht lösen. Aber annehmen können wir es und einstimmen und damit leben. AMEN

 

Lied: Die Wüste wird blühen (Noten im Download)

Stille/Gebet

L          Lassen Sie uns gemeinsam beten. – Wer möchte, kann in der Stille nach vorne kommen und eine Kerze anzünden. Wir nehmen gemeinsam alles Gesagte und Nichtgesagte auf mit dem Kanon: Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, liegen bei Dir, Gott, füll Du uns die Hände.

L1        GOTT, Du Quelle des Lebens!

Als Deine Menschen sind wir geboren und bei Dir sind wir aufgehoben, die Lebenden und die Toten, in alle Ewigkeit. Wir danken Dir, dass nicht der Tod uns erwartet, sondern Du, Gott des Lebens! Lass uns Deiner Lebensmacht trauen und Deiner Wegweisung. Heute an Ostern bitten wir besonders … (aktuelle Anliegen nennen)

Stille    (jeweils ca. 2 Min)

Kanon: Ausgang und Eingang (EG 175)

L2        Jesus Christus, Du Grund unserer Hoffnung!

Wir feiern Ostern, das Fest Deiner Auferstehung. Wir danken dir, dass Du uns mit Deinem Leben und Sterben Gottes Liebe nahegebracht hast. Lass uns in Deiner Nachfolge leben und Deinem Wort glauben, dass Du uns trägst und nichts vergeblich ist, was wir in Deinem Namen tun. Heute an Ostern bitten wir besonders … (aktuelle Anliegen nennen)

Stille

Kanon: Ausgang und Eingang

L          Heilige Geistkraft, Dein Lebensatem erfüllt das All, wirkt Leben und Neuanfang. Wir danken Dir für Deine schöpferische Geistesgegenwart um uns und in uns. Schenk uns Lebensmut und Lebenskraft, aufzustehen und zu widerstehen, wo es Not tut. Tröste uns im Leben und im Sterben mit der Verheißung, dass Du uns und all Deine Geschöpfe verwandeln wirst. Heute an Ostern bitten wir besonders… (aktuelle Anliegen nennen)

Stille

Kanon: Ausgang und Eingang

 

Segenswort

GOTT segne dich und GOTT behüte dich.

GOTT lasse ihr Angesicht über dir leuchten

und sei dir gnädig.

GOTT hebe sein Angesicht auf zu dir

und schenke dir und aller Welt Frieden. AMEN