Lebendiger Adventskalender

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Gottesdienstprojekt

von Vera Lindemann

im Rahmen der Fortbildung Gottesdienst

2008/2009

Lebendiger Adventskalender
Inhalt

 

Entwicklung und Vorbereitung der Projektidee

 

1.1    Im Pfarramt

1.2    Im Kirchenvorstand

1.3    Mit den Mitarbeitenden

 

Werbung

2.1    Vergabe der Dezembertage

2.1.1Persönliche Bitte

2.1.2Gemeindebrief

2.1.3Allg. Presse

 

2.2    Teilnahme bei der Andacht

2.2.1Presse

2.2.2Handzettel

2.2.3KonfirmandInnen

2.2.4Vorbereitung der Mitmachenden

 

Durchführung

3.1        Ankommen

3.2        Liedzettel

3.3        Geschichten

 

Auswertung

4.1        Stimmen aus der Gemeinde

4.2        Feedback im Pfarramt
Entwicklung der Projektidee

 

1.1    Im Pfarramt

 

Ausgangspunkt für meinen Vorschlag im Pfarramt, den „Lebendigen Adventskalender“ in unserer Kirchengemeinde einzuführen, war eine Unzufriedenheit mit der Sichtbarkeit von Kirche in der Adventszeit. Wir sind in Scharbeutz zwei Pastoren und eine Pastorin mit je einer halben Stelle.

 

Die diffusen Ansprüche die an uns herangetragen wurden, waren Stimmen wie z.B.: Die Kirche und das Gemeindehaus sind so dunkel, könntet Ihr da nicht ein paar Lichterketten ans Dach, an Tannenbäume anbringen. Auch kamen immer wieder Anfragen in dieser Zeit, dass wir Veranstaltungen mit unserer Anwesenheit aufwerten sollten. Thema war also unsere Gestaltung der Adventszeit mit den Aspekten Licht in der Dunkelheit und Präsenz der Pastorin und Pastoren.

 

Nach einer theologischen Vertiefung im gemeinsamen Gespräch wurde deutlich, dass die Adventszeit sich durch die Spannung der Freude auf die Epiphanie Jesu einerseits und durch den endzeitlichen Charakter mit der erhofften Parusie andererseits auszeichnet. So schwingen in den Texten und Litugietraditionen auch genau diese beiden Themen mit. Wobei in der öffentlichen Wahrnehmung nur die Vorfreude auf die Geburt Jesu, der Aspekt der Epiphanie also, zum Tragen kommt.

 

Licht in der Dunkelheit ist ein verbindendes Symbol beider Themen, der Epiphanie wie auch der Parusie. Licht in der Dunkelheit verbunden mit der Präsenz von uns PastorInnen und dies täglich, wie beim lebendigen Adventskalender, schien uns eine gute Gestaltungsmöglichkeit für die Adventszeit in Scharbeutz.

 

Besondere Aufmerksamkeit haben wir auf die Frage nach der Uhrzeit der abendlichen Andacht gelegt. Diese Frage schien uns entscheidend für das Gelingen des Projektes.

Der Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit des „Lebendigen Adventskalenders“ haben wir uns wie folgt angenährt:

Wann müssen Familien mit Kindern wieder zu Hause sein?

Wann können Arbeitnehmer frühestens mit dabei sein?

Welche Uhrzeit ist für uns als Pastoren durchführbar?

Durch diese Annährungsfragen ergab sich die Entscheidung für 17.00 Uhr.

 

 

1.2    Im Kirchenvorstand

 

Den Kirchenvorstand konnten wir davon überzeugen, dass nur ein Herrenhuter Stern unsere Kirche erleuchtet und dass die Weihnachtsdeko unserer Räume dezent bleibt. Es also keine stromfressenden Beleuchtungsobjekte an unseren Liegenschaften gibt, und unsere Liegenschaften sich eher durch die bescheidene Beleuchtung von ihrer Umgebung absetzen.

 

Eine weitere Absprache, die vom Kirchenvorstand mitgetragen wurde war die, dass wir Pastoren in der Adventszeit alle Veranstaltungen, wo auch immer, spätestens um 16.30 Uhr verlassen, damit wir uns rechtzeitig beim „Lebendigen Adventskalender“ einfinden konnten.

 

Schließlich wurde die Absprache getätigt, dass der Kalender im Büro geführt wird und dass zur Kenntnis genommen wurde, dass die Verwaltungskraft im Büro entsprechend Zeit für die Arbeit benötigt.

 

 

1.3    Mit den Mitarbeitenden

 

Allen Mitarbeitenden wurden in einer Dienstbesprechung das Projekt vorgestellt, so dass sie in der Lage waren, auf Anfrage von Dritten zu antworten. Mit der Vergabe der Adventstage wurde das Büro beauftragt. Dort gingen die Anfragen ein und wurden mit Bleistift auf ein Kalenderblatt mit entsprechenden Angaben (s.u.) notiert. Allen Mitarbeitenden war bekannt, wo dieses Kalenderblatt liegt, so dass auch z.B. die Chorleute am Abend sich über die Kirchenmusikerin eintragen lassen konnten.

 

Mit der Verwaltungskraft wurde vereinbart, dass sie sich entsprechend Zeit für die Kalenderführung nehmen sollte und könne. Sollten Überstunden deswegen anfallen, würde es einen Freizeitausgleich nach der Jahreswende geben.

 

Folgendes Kalenderblatt war das Arbeitsmittel für die Vorbereitung des Lebendigen Adventskalenders. Neben der Adresse haben wir auch die Telefonnummern abgefragt, um eine Kontaktaufnahme zu erleichtern.

 

Lebendiger Adventskalender 2008

 

  1. 01.12                 Schwester Bärbel, Strandallee 110, Tel.-Nr.
  2. 02.12.        Konfirmanden, Strandallee 111, Scharbeutz
  3. 03.12.
  4. 04.12.        Fam. Schubert, Konsulweg 25a,Scharbeutz

Tel.-Nr

  1. 05.12.        Gesa Schmidt,Gartenweg 6, Scharbeutz, Tel.-Nr
  2. 06.12.        Hotel Augustusbad , Frau Drespling, Tel.-Nr
  3. 07.12.        Freiwillige Feuerwehr Scharbeutz
  1. 08.12.        Frau Braun, Waldstraße 3, Scharbeutz, Tel.-Nr
  2. 09.12.        Kita Scharbeutz, Tel.-Nr
  3. 10.12.        Fam. Höppner,Am Augustushof 35,Scharbeutz, Tel.-Nr
  4. 11.12.        Fam. Orgel, Bahnhofstr. 31, 23683 Scharbeutz, Tel.-Nr
  5. 12.12.        Fam. Haller, Schulstr. 8a, Scharbeutz, Tel.-Nr
  6. 13.12.        Fam. Ziehn, Iltisweg 7, Scharbeutz,
  7. 14.12.        Bürgerhaus Scharbeutz
  1. 15.12.        Fam Schmidt, Graf von Luckner Stieg 1,

Scharbeutz, Tel.-Nr

  1. 16.12.        Fam. Heise, Hansastraße 14, Scharbeutz, Tel.-Nr

Mi.     17.12.       Fam. Langlo,Gorch-Fock-Ring 19, 23683 Scharbeutz

  1. 18.12.        Fam. Boller, Dorfstraße 2, Schürsdorf, Tel.-Nr
  2. 19.12.        Fam. Brandt, Iltisweg 9, Scharbeutz, Tel.-Nr
  3. 20.12.        Fam. Beckendorf, Hofwiesen 1, Scharbeutz, Tel.-Nr

 

Werbung

 

Die Werbung für das Projekt teilte sich auf zwei unterschiedliche Zielgruppen auf. Zum einen mussten Menschen geworben werden, die den „Lebendigen Adventskalender“ ausrichten und es mussten später Menschen davon unterrichtet werden, dass überhaupt Andachten in der Gemeinde an einem bestimmten Ort stattfinden. Klar war von vornherein, dass die Werbung für die Vergabe der Tage auch gleichzeitig schon eine Werbung für die Teilnahme an den Andachten ist.

 

2.1    Vergabe der Dezembertage

 

2.1.1Persönliche Bitte

Die Verbindung von Weihnachtsfeier und „Lebendigen Adventskalender“ haben wir bei folgenden Gruppen vor der Vergabe der Tage abgesprochen: Bei den Konfirmanden, in unserer Kindertagesstätte, bei der Feuerwehr und bei der Kommune. Erst als es mit diesen Gruppen feste Vereinbarungen gab, wurde der Kalender zur Vergabe im Büro freigegeben und öffentlich beworben.

 

Persönliche Vorstellung des Projektes gab es auch in unseren Gruppen, in den Gottesdiensten und in den Chören. Unkompliziert wurden nach Bedarf gleich nach der Veranstaltung die Tage im Büro vergeben.

 

2.1.2  Gemeindebrief

Selbstverständlich muss solch eine Veranstaltung in den Gemeindebrief, der in vielen Haushalten in der Kirchengemeinde Scharbeutz direkt ins Haus geliefert wird. Und der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung hängt natürlich mit von dem Rhythmus ab, in welchem der Gemeindebrief erscheint. Bei uns gab nur die Möglichkeit der Ausgabe für Oktober/ November 2008. Der Artikel im Gemeindebrief lautete wie folgt:

 

 

Lebendiger Adventskalender

 

Wir möchten mit Ihnen

 

vom 1. bis zum 24. Dezember

einen lebendigen Adventskalender bilden

 

Jeden Abend werden wir uns um 17.00 Uhr vor einem Haus treffen, in dem ein Fenster oder eine Tür mit der Zahl des Tages beleuchtet ist. Der Ablauf ist immer gleich: Draußen vor dem Haus werden zwei Lieder gesungen, eine Geschichte erzählt oder vorgelesen und ein Psalmgebet gesprochen.

Der weitere Gestaltungsrahmen ist dann denen überlassen, vor deren Häusern oder Wohnungen wir uns treffen. Ganz schlicht oder mit Punsch für Klein und Groß. Abschluss wird Heiligabend in den Kirchen sein.

An jedem Abend wird jemand mit Liederzetteln dabei sein, um den Gesang anzustimmen. Und wird – wenn Sie es nicht selbst übernehmen wollen – auch einen Text mitbringen.

Die Koordination übernimmt das Kirchenbüro Scharbeutz (04503-72152). Rufen Sie also bei uns an, nennen Sie uns Ihren Wunsch- und am besten auch einen Ausweichtermin. Wir freuen uns auf Sie und die von Ihnen gestalteten Lichtpunkte in der dunklen Jahreszeit

 

Wer sich am lebendigen Adventskalender beteiligt, muss damit einverstanden sein, dass Name und Adresse in der Dezember-Ausgabe des Gemeindebriefes und in der örtlichen Presse veröffentlich werden.

Pn. Lindemann, P. Gallien, P. Präckel

 

2.1.3Allg. Presse

 

Als Presseorgane boten sich für eine Ankündigung einer Veranstaltung besonders die kleinen Wochenblätter an, die sich durch Anzeigen finanzieren und kostenlos jeden Haushalt erreichen. Auch an die Tagespresse, den Lübecker Nachrichten, schrieben wir einen Pressetext.

 

Folgende Pressemitteilung haben wir erbeten:

 

Scharbeutz

 

Vorbereitung des Lebendigen Adventskalenders

 

In der Scharbeutzer Kirchengemeinde wird im Dezember ein lebendiger Adventskalender gefeiert. Wie geht das?

 

Jeden Abend zur gleichen Zeit um 17.00 Uhr treffen wir uns vor einem anderen Fenster in der Gemeinde, das mit der Zahl des Tages beleuchtet ist. Wohl gemerkt, alle bleiben draußen. Begonnen wird mit einer kurzen Andacht meist der Pastoren, zu der natürlich auch gesungen wird. Der lebendige Adventskalender ist eine schöne Möglichkeit einmal die Nachbarschaft oder Freunde und Verwandte auf ein Stündchen in der Vorweihnachtszeit einzuladen.

 

Wer mitmachen möchte, kann sich einen Termin im Kirchenbüro der Kirchengemeinde Scharbeutz geben lassen (04503-72152 vormittags).

 

 

2.2    Teilnahme bei der Andacht

 

Menschen mussten sowohl motiviert werden, zu den Andachten zu kommen. Und sie mussten erfahren, wo diese Andachten an dem jeweiligen Tage stattfinden. Diese beiden Aspekte bedurften der Werbung.

 

2.2.1Presse

 

Da der Gemeindebrief im Dezember erst zum 1. Dezember erscheint, waren wir auf die Ankündigung der Presse angewiesen. Sowohl in der Tageszeitung „Lübecker Nachrichten“ als auch in zwei unterschiedlichen Wochenblättern erschienen folgende Pressemitteilungen.

 

Scharbeutz

Lebendiger Adventskalender

Die Kirchengemeinde Scharbeutz feiert in diesem Jahr einen „Lebendigen Adventskalender“. An nahezu jedem Dezembertag bis zum 20.12. ist ein Fenster so dekoriert, dass die Zahl des Dezembertages gut sichtbar ist. Immer um 17 Uhr treffen sich dann alle, die Lust dazu haben, vor diesem Fenster, singen zwei Lieder, hören eine kleine Geschichte, ein Gedicht oder einen kurzen Gedanken und sprechen ein Gebet. Wie gesagt: alles draußen vor dem Fenster (also warm anziehen!). Danach ist eigentlich Schluss. Doch der eine oder die andere Fenstergestalterin wird sicherlich hinterher noch ein Glas Punsch oder ein paar selbstgebackene Kekse bereit haben, so dass die Teilnehmenden dann noch so einige Momente gemütlich verweilen (und das geht auch im Dezember!).

 

Herzliche Einladung also an alle, vorbei zu kommen und mitzufeiern, wie immer mehr Licht die dunklen Dezembertage erhellt. Die Adressen liegen in den Kirchen, dem Gemeindehaus am Strand und in der Bücherei Scharbeutz aus.

 

  1. 01.12.        Schwester Bärbel Hoffmann, Strandallee 110,
  2. 02.12.        Konfirmanden, Strandallee 111, Scharbeutz
  3. 03.12.
  4. 04.12.        Fam. Schubert, Konsulweg 25a,Scharbeutz
  5. 05.12.        Gesa Schmidt, Gartenweg 6, Scharbeutz
  6. 06.12.        Hotel Augustusbad, Seestraße 48, Scharbeutz
  7. 07.12.        Freiwillige Feuerwehr Scharbeutz, Schulstraße
  1. 08.12.        Frau Braun, Waldstraße 3, Scharbeutz
  2. 09.12.        Kita Scharbeutz, Schmiedestraße 6, Scharbeutz
  3. 10.12.        Fam. Höppner, Am Augustushof 35,Scharbeut

 

 

Nach einer Woche gab es eine erneute Pressemitteilung, um wiederum zur Teilnahme zu motivieren, um Andachtsorte bekannt zu geben und um generell aufzuklären, was da in der Gemeinde passiert.

 

Pressemeldung II

Scharbeutz 

Der „Lebendige Adventskalender“ geht weiter

Verwundert haben manche Menschen in der letzten Woche eine kleine Menschenmenge in der Gemeinde entdeckt, die in der Dunkelheit sich vor einem Haus trifft. Sie singen, hören anscheinend jemanden zu und dann wird geschwatzt. Diese Menschen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil des „Lebendigen Adventskalenders“: An jedem Dezembertag bis zum Samstag vor dem 4. Advent ist in der Kirchengemeinde Scharbeutz ein Fenster so dekoriert, dass die Zahl des Dezembertages gut sichtbar ist. Immer um 17 Uhr treffen sich dann alle, die Lust dazu haben, vor diesem Fenster, singen zwei Lieder, hören eine kleine Geschichte, ein Gedicht oder einen kurzen Gedanken und sprechen ein Gebet. Wie gesagt: alles draußen vor dem Fenster (also warm anziehen!). Danach ist eigentlich Schluss. Doch der eine oder die andere Fenstergestalterin wird sicherlich hinterher noch ein Glas Punsch oder ein paar selbstgebackene Kekse bereit haben, so dass die Teilnehmenden dann noch so einige Momente gemütlich verweilen (und das geht auch im Dezember!).

Herzliche Einladung also an alle, weiterhin dabei zu sein oder neu hinzu zu kommen und mitzufeiern, wie immer mehr Licht die dunklen Dezembertage erhellt. Die Adressen für die jeweiligen Tage stehen im aktuellen Gemeindebrief der Kirchengemeinde Scharbeutz (Telefonnummer des Gemeindebüros: 04503/72152). Und hier:

 

  1. 09.12.   Kita Scharbeutz, Schmiedestraße 6, Scharbeutz
  2. 10.12.   Fam. Höppner, Am Augustushof 35,Scharbeutz
  3. 11.12.   Fam. Orgel, Bahnhofstr. 31, Scharbeutz
  4. 12.12.   Fam. Haller, Schulstr. 8a, Scharbeutz
  5. 13.12.   Fam. Ziehn, Iltisweg 7, Scharbeutz
  6. 14.12.   Bürgerhaus Scharbeutz, Bahnhofstraße 2
  1. 15.12.   Fam Schmidt, Graf v. Luckner Stieg 1, Scharbeutz
  2. 16.12.   Fam. Heise, Hansastraße 14, Scharbeutz
  3. 17.12.   Fam. Langlo, Gorch-Fock-Ring 19, Scharbeutz
  4. 18.12.   Fam. Boller, Dorfstraße 2, Schürsdorf
  5. 19.12.   Fam. Brandt, Iltisweg 9, Scharbeutz
  6. 20.12.   Fam. Beckendorf, Hofwiesen 1, Scharbeutz

 

 

2.2.3  Handzettel

 

Handzettel in rot, DIN 5, mit den Adressen ohne Telefonnummern lagen in unseren beiden Kirchen, in dem Gemeindehaus, in der Bücherei und beim Tourismus-Service aus.

 

2.2.4  KonfirmandInnen

 

Die KonfirmandInnen müssen in der KonfirmandInnenzeit 30 Gottesdiensten feiern. Wir haben ihnen mitgeteilt, dass auch die Andachten des „Lebendigen Adventkalenders“ als Gottesdienst anerkannt werden. So erschienen auch immer wieder KonfirmandInnen, die sich offensichtlich für die Teilnahme von ganz bestimmten Adventstagen entschieden hatten: Z.B. bei der Feuerwehr oder beim Bürger-Weihnachtsfest der Kommune oder auch bei der Mitkonfirmandin, die einen Adventstag übernommen hatte.

 

 

2.2.5Vorbereitung der Mitmachenden

 

Die Mitmachenden Menschen haben alle vor dem ersten Dezember folgenden Brief erhalten:

 

Ende November 2008

Liebe ….

Es ist nun soweit, bald beginnt der Dezember und damit der „lebendige Adventskalender“ in der Kirchengemeinde Scharbeutz.

Zu allererst möchten wir Ihnen sagen, wie sehr wir uns freuen, dass Sie sich darauf einlassen und mitmachen. Schön, dass Sie sich gemeldet haben und Menschen vor „Ihr“ Fenster einladen. Nun sind wir gespannt und freuen uns auf diese kleine, tägliche „Auszeit“.

 

Einige ganz konkrete Hinweise und Tipps möchten wir Ihnen auf diesem Wege noch zukommen lassen:

  • Die Gestaltung des Fensters ist wirklich ganz und gar Ihnen überlassen – die Zahl sollte sichtbar sein. Möglich sind natürlich Kombinationen mit Wand oder Tür, auch mit der Hausnummer, sie können sowohl innen als auch außen dekorieren … Probieren Sie es einfach mal aus, bedenken Sie auch die Beleuchtung.
  • Ihre Zahl darf übrigens gerne auch schon vor ihrem Termin sichtbar sein! Das macht neugierig, Menschen werden sie fragen, was das ist, man findet sie sicher – es ist einfach einladend.
  • Der Ablauf der „Fensterschau“ ist zunächst immer gleich: ein Lied zu Beginn, ein Gedanke, Gedicht, Geschichte o.ä., ein Gebet und abschließend noch ein Lied. Für dieses kleine Ritual sind wir verantwortlich, d.h. entweder wird einer von uns Pastoren oder jemand, den wir eingewiesen haben, die Leitung übernehmen. Wir informieren Sie zeitnah telefonisch, wenn Sie von uns erwarten dürfen. Übrigens: Wenn Ihnen selbst eine Geschichte, ein Gedicht o.ä. ans Herz gewachsen ist, zögern Sie bitte nicht, es uns kund zu tun, dass wir es einbauen.
  • All das passiert draußen, vor dem Fenster. Und es kann danach gerne einfach Schluss sein. Sie können aber auch für danach noch etwas vorbereiten, etwas Heißes zu trinken oder ein paar Kekse (Kinder sind hoffentlich auch immer dabei). Alle, die kommen, ziehen sich übrigens warm an, so dass alles Weitere draußen passieren kann. Sie merken: Gestalten Sie es so ganz nach Ihrer Lust und Laune!
  • Nutzen Sie Ihren Fenstertermin doch dazu, Ihre Freunde und Nachbarn mit einzuladen. Ein kleiner Plausch unterm Fenster im Winter, das klingt ungewöhnlich, kann aber sehr gemütlich sein.

 

Soweit für heute, wir freuen uns schon auf unseren besonderen Adventskalender, und falls Sie noch Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns anzurufen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

 

Pastorin Lindemann, Pastor Gallien und Pastor Präckel

 

Durchführung

3.1        Ankommen

 

Zu den „Lebendigen Adventstaten“ haben wir uns rechtzeitig eingefunden, um genügend Zeit mit den ausrichtenden Menschen zur Begrüßung und für Absprachen zu haben. Meist haben wir schon durch das Telefonat vorher abgefragt, wie wohl die Teilnehmerschar sich zusammensetzt, um die Geschichte und die Lieder dementsprechend auszuwählen. Liederzettel und eine Glocke waren unsere Utensilien, die für die Durchführung wichtig waren.

 

3.2        Ablauf

Glocke, Lied, Begrüßung, Lied, Geschichte, Lied, gemeinsames Gebet siehe Liederzettel, (Lied), Segen, (Lied), Ende

 

3.3        Liedzettel

 

Lebendiger Adventskalender

Scharbeutz – Advent 2008

 

 

  1. Macht hoch die Tür

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;/ es kommt der Herr der Herrlichkeit,/ ein König aller Königreich,/ ein Heiland aller Welt zugleich,/ der Heil und Leben mit sich bringt;/ derhalben jauchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein Schöpfer reich von Rat.

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert;/ Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,/ sein Königskron ist Heiligkeit,/ sein Zepter ist Barmherzigkeit;/ all unsre Not zum End er bringt,/ derhalben jauchzt, mit Freuden singt:/ Gelobet sei mein Gott,/ mein Heiland groß von Tat.

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt,/ so diesen König bei sich hat./ Wohl allen Herzen insgemein,/ da dieser König ziehet ein./ Er ist die rechte Freudensonn,/ bringt mit sich lauter Freud und Wonn./ Gelobet sei mein Gott,/ mein Tröster früh und spat.

5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ,/ meins Herzens Tür dir offen ist./ Ach zieh mit deiner Gnade ein;/ dein Freundlichkeit auch uns erschein./ Dein Heilger Geist uns führ und leit / den Weg zur ewgen Seligkeit./ Dem Namen dein, o Herr,/ sei ewig Preis und Ehr.

 

  1. Es kommt ein Schiff geladen

1. Es kommt ein Schiff, geladen / bis an sein‘ höchsten Bord,/ trägt Gottes Sohn voll Gnaden,/ des Vaters ewigs Wort.

2. Das Schiff geht still im Triebe,/ es trägt ein teure Last;/ das Segel ist die Liebe,/ der Heilig Geist der Mast.

3. Der Anker haft‘ auf Erden,/ da ist das Schiff am Land./ Das Wort will Fleisch uns werden,/ der Sohn ist uns gesandt.

4. Zu Bethlehem geboren / im Stall ein Kindelein,/ gibt sich für uns verloren;/ gelobet muss es sein.

 

  1. Tochter Zion

1. Tochter Zion, freue dich,/ jauchze laut, Jerusalem!/ Sieh, dein König kommt zu dir,/ ja er kommt, der Friedefürst./ Tochter Zion, freue dich,/ jauchze laut, Jerusalem!

3. Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegrüßet, König mild!/ Ewig steht dein Friedensthron,/ du, des ewgen Vaters Kind./ Hosianna, Davids Sohn,/ sei gegrüßet, König mild!

 

  1. Die Nacht ist vorgedrungen

1. Die Nacht ist vorgedrungen,/ der Tag ist nicht mehr fern!/ So sei nun Lob gesungen / dem hellen Morgenstern!/ Auch wer zur Nacht geweinet,/ der stimme froh mit ein./ Der Morgenstern bescheinet / auch deine Angst und Pein.

2. Dem alle Engel dienen,/ wird nun ein Kind und Knecht./ Gott selber ist erschienen / zur Sühne für sein Recht./ Wer schuldig ist auf Erden,/ verhüll nicht mehr sein Haupt./ Er soll errettet werden,/ wenn er dem Kinde glaubt.

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,/ macht euch zum Stalle auf!/ Ihr sollt das Heil dort finden,/ das aller Zeiten Lauf / von Anfang an verkündet,/ seit eure Schuld geschah./ Nun hat sich euch verbündet,/ den Gott selbst ausersah.

 

  1. Seht, die gute Zeit ist nah

1. Seht, die gute Zeit ist nah,/ Gott kommt auf die Erde,/ kommt und ist für alle da,/ kommt, dass Friede werde,/ kommt, dass Friede werde.

2. Hirt und König, Groß und Klein,/ Kranke und Gesunde,/ Arme, Reiche lädt er ein,/ freut euch auf die Stunde,/ freut euch auf die Stunde.

 

  1. Es ist für uns eine Zeit angekommen

1. Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud:(2x) unsern Heiland Jesus Christ, der für uns, der für uns, der für uns Mensch geworden ist.

2. In einer Krippe das Kindlein muss liegen auf Heu und Stroh in kalter Nacht. Zwischen Ochs und Eselein liegest du, liegest du, liegst du armes Kindelein.

3. Und die drei Könige kommen es suchen, der Stern führt sie nach Bethlehem. Legen Kron und Zepter ab: Kindelein, Kindelein, dir wird alles Opfer bracht.

 

  1. Ihr Kinderlein, kommet

1. Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all,/ zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall / und seht, was in dieser hochheiligen Nacht / der Vater im Himmel für Freude uns macht.

2. O seht in der Krippe im nächtlichen Stall,/ seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl / in reinlichen Windeln das himmlische Kind,/ viel schöner und holder, als Engel es sind.

3. Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,/ Maria und Joseph betrachten es froh,/ die redlichen Hirten knien betend davor,/ hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

4. O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,/ erhebet die Hände und danket wie sie;/ stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun?-/ stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein.

 

  1. Hört, der Engel helle Lieder

1. Hört, der Engel helle Lieder klingen das weite Feld entlang, und die Berge hallen wider von des Himmels Lobgesang:

Gloria in excelsis Deo. (2x)

2. Hirten, warum wird gesungen? Sagt mir doch eures Jubels Grund! Welch ein Sieg ward denn errungen, den uns die Chöre machen kund?

Gloria in excelsis Deo.(2x)

3. Sie verkünden uns mit Schalle, dass der Erlöser nun erschien, dankbar singen sie heut alle an diesem Fest und grüßen ihn.

Gloria in excelsis Deo.(2x)

 

  1. Kling, Glöckchen

1. Kling, Glöckchen, klingelingeling, kling Glöckchen kling! Lasst mich ein ihr Kinder, ist so kalt der Winter, öffnet mir die Türen, lasst mich nicht erfrieren. Kling, Glöckchen …

2. Kling, Glöckchen … Mädchen hört und Bübchen, macht mir auf das Stübchen, bring euch viele Gaben, sollt euch dran erlaben. Kling, Glöckchen

3. Kling, Glöckchen … Hell erglühn die Kerzen, öffnet mir die Herzen! Will drin wohnen fröhlich, frommes Kind, wie selig. Kling, Glöckchen …

 

Abendgebet

Am Abend des Tages kommen wir zusammen, Gott, uns auszusprechen vor dir — dich zu loben für das, was gelungen; dir zu danken für Bewahrung, dich zu bitten für die Nacht.

Dir befehlen wir alles an, was uns beschäftigt hat:

Menschen und Fragen, Not und Freude.

Dir, Gott, vertrauen wir an alles Leben in unseren Gemeinden:

Die Jungen und die Alten, die Gesunden und die Kranken, die Überarbeiteten und die Arbeitslosen, die Trauernden und die Fröhlichen, die voller Hoffnung und die voller Zweifel.

Lass uns zur Ruhe finden in den Stunden der Nacht. Lass uns einschlafen mit guten Gedanken.

Dir, dem Schöpfer der Welt, dem Hüter des Lebens, dem Licht, das auf uns zukommt, vertrauen wir uns an für diese Zeit und diese Nacht mit Leib und Seele. Amen.

 

 

Abendsegen

Gott segne euch und behüte euch,

Gott lasse sein Licht leuchten über euch

Und erhelle euer Leben.

Gott gebe sein Licht in eure Herzen

Und in eure Familien

Und schenke euch Frieden.

 

3.4        Drei Geschichten (leider ohne Quellenangabe)

 

Gebet eines Feuerwehrmanns:

Oh Herr, wenn die Sirene geht,

weil uns bedroht des Feuers Wut,

verleihe mir, ich bitte dich,

zum Leben-Retten Kraft und Mut.

Laß mich doch finden dann und sehn

das kleine Kind in seiner Not,

die junge Frau, den greisen Mann,

daß ich sie rette vor dem Tod.

Verleihe mir ein gutes Ohr,

damit ich hör den schwächsten Schrei,

und rette, lösche, berge, schütz

und hilfreich jedem Menschen sei.

Ich möchte gern‘ mein Bestes geben

dem Nächsten helfen, Dir zur Ehr,

Denn Du hast mich dazu gesandt,

daß ich ihm Not und Unglück wehr.

Ich bitt Dich Herr, wenn Du es willst

und ich den Tod muß sterben,

schütz meine Frau und auch das Kind,

laß sie sich bei Dir bergen. Amen

 

Zweite Geschichte

 

Die Advents- und Weihnachtszeit ist Lichterzeit. Immer mehr Lichter leuchten uns an, wenn wir durch die Straßen gehen, jeden Sonntag leuchtet eine Kerze mehr auf dem Adventskranz.

 

Und das macht wirklich etwas aus. Der graue November, in dem wir mit Kerzen noch sparsam sind, weicht dem stimmungsvollen und lichterfüllten Dezember.

 

Licht wärmt uns innerlich, macht uns hell. Wenn es nicht schon längst so wäre, dass die Weihnachtsgeschichte, die Geschichte vom Licht und Frieden für die Welt, mit dem Licht gefeiert wird, dann müsste man es erfinden …

 

Dazu eine Geschichte von den Philippinen:

 

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: “Füllt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend. Womit, das ist eure Sache.“ – Die Weisen sagten: “Das ist eine gute Aufgabe“.

 

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. – Er dachte sich: “Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ –

 

Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte:

“Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ – Der Vater antwortete; “Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“

 

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein.

 

Der Vater sagte; “Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

 

Dritte Geschichte

 

So klein ist das Licht und doch kann auch ein kleines Licht so nachhaltig wirken – diese Erfahrung mit dem Licht wünsche ich uns allen, nicht nur in der Advents- und Weihnachtszeit!

Der Komponist und Dichter von „Macht hoch die Tür“ war der ostpreußische Pfarrer Georg Weissel. Es war im Jahr 1623‚ als dieser Georg Weissel unterwegs von einem heftigen Schneesturm überrascht wurde und dann in einer nahe gelegenen Kirche Schutz fand. Der freundliche und humorvolle Küster öffnete damals die Tür und sagte mit einer steifen Verbeugung: „Willkommen in diesem Haus! Sollen wir nicht hinausgehen auf die Straßen, an Hecken und Zäune und alle hereinholen, die kommen wollen? Das Tor des Königs aller Könige steht jedem offen.“ Dass für ihn die Türen in der Not aufgegangen sind, dass er Aufnahme gefunden hat, und dann diese Worte des Küsters, all das ist Georg Weissel sehr eindrücklich geblieben. Und wie er wieder zu Hause war, schrieb er das Lied „Macht hoch die Tür“.

 

In Königsberg, wo Weissel Pfarrer war, wurde das Lied dann am vierten Advent im gleichen Jahr erstmals vom Kirchenchor gesungen. Es war nun in der Stadt üblich, dass der Chor alljährlich in der Adventszeit den wohlhabenden Bürgern ein Ständchen brachte. Einer dieser wohlhabenden Bürger war ein Mann, namens Sturgis. Er hatte sich in einem Stadtviertel ein kleines Schloss gebaut. Das Schloss aber hatte einen Nachteil – einen Nachteil zumindest in den Augen von diesem Herrn Sturgis. Neben dem Schloss war nämlich das Armen- und Siechenheim. Und dessen Bewohner benutzten, wenn sie in die Stadt oder zur Kirche wollten, einen Fußweg, der über ein zwischen den beiden Häusern liegendes Wiesengrundstück führte, so dass der reiche Sturgis stets die armen und gebrechlichen Leute vor Augen hatte, wenn er aus dem Fenster sah. Und das störte diesen Mann gewaltig.

 

Was machte er also? Er war der Meinung, dass man mit Geld das Problem lösen kann und kaufte kurzerhand die Wiese auf, machte einen Park daraus und stellte Zäune auf. Seine Nachbarn mussten jetzt einen weiten Umweg machen, um in die Stadt zu kommen. Und manche von den Kranken und Schwachen hatten dafür jetzt schlichtweg keine Kraft mehr.

 

Das hat natürlich die Gemüter erhitzt. Die Stadtväter und zahlreiche Bürger haben Herrn Sturgis bearbeitet, er solle doch die Gartentore wieder öffnen. Aber er stellte sich taub, auch wenn ihn das sehr unbeliebt gemacht hat.

 

Jetzt, an diesem 4. Advent ging es nun darum, dass der Kirchenchor auch bei Herrn Sturgis singt. Die Sänger wollten nicht. Sie meinten, der habe es nicht verdient. Pfarrer Weissel beschwichtigte und meinte: „Unser Erlöser geht an keinem Haus und an keinem Herzen vorüber!“ Also ging man hin und Weissel hielt vor dem Gartentor des reichen Geschäftsmannes eine kurze Predigt. Mit großem Ernst sprach er von der hochmütigen Verblendung, mit der viele Menschen dem König aller Könige, der das Kind in der Krippe ja schließlich sei, die Tore ihres Herzens versperrten, so dass er bei ihnen nicht einziehen könne. Mit fester Stimme fuhr er fort: „Und heute, lieber Herr Sturgis, steht er vor eurem verriegelten Tor… – Ich rate euch, öffnet ihm nicht nur dieses sichtbare Tor, sondern auch das Tor eures Herzens und lasst ihn demütig mit Freuden ein. Denkt an die Worte Jesu: ‚Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan‘.“ Und dann sang eben der Chor das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.

 

Sturgis stand da wie angewurzelt. Aber, kurz vor Ende des Liedes griff er in seine Tasche, brachte einen Schlüssel zum Vorschein und sperrte die Tore auf. Und von diesem Zeitpunkt an wurden sie nie mehr verschlossen. Die Heimbewohner hatten ihren kurzen Zugang zur Stadt und Kirche wieder, und es heißt, dass dieser Weg noch lange Zeit „Adventsweg“ genannt wurde.

 

Auswertung

4.1        Stimmen aus der Gemeinde

Die Mitmachenden hatten viel Spaß bei der Vorbereitung ihres Tages. Eine Familie, die gerade hergezogen war, nahm den Adventstag, um die Nachbarschaft einzuladen. Die Feuerwehr und die Kommune nutzten den Lebendigen Adventskalender um in ihre Weihnachtsfeiern eine inhaltliche Tiefe zu bekommen.

 

Mehrere ältere Menschen aber auch einige Familien mit kleinen Kindern nutzten den „Lebendigen Adventskalender“ als Ziel eines Spazierganges. „Es ist schön, am späten Nachmittag noch einmal aus dem Haus zu gehen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen“, berichtete eine ältere Frau, die jeden Tag kam. Als sie an einem Tag nicht erschien, wurde sie gleich am nächsten Tag beim Einkaufen darauf angesprochen. Ihr gefiel diese interessierte Nachfrage.

 

4.2        Feedback im Pfarramt

Für uns drei PastorInnen war der Lebendige Adventskalender in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg

  • Spirituell entsprach uns die Form der abendlichen Andacht
  • Wir haben viele Menschen besucht und sind vielen Menschen begegnet, ohne dass es uns zu viel wurde. Die Begegnung an der frischen Luft, stehend und nicht sitzend, ist schön.
  • Wir wurden als sehr präsent in der Adventszeit wahrgenommen
  • Ermüdenden Weihnachtsfeiern wurden zeitlich reduziert z.B. Feuerwehr, Kita und Kommune
  • Es gab eine wiederholende Arbeitsstruktur für jeden Tag. Um 16.30 wurde ein Schnitt gemacht, um am lebendigen Adventskalender teilzunehmen.
  • Wir haben den Wunsch von Menschen, dass Kirche nicht nur in der Kirche ist, eine Form gegeben, die wir auch mittragen können.

Unser Resümee: Wir wiederholen dieses Projekt und machen es zu einer Tradition in unserer Gemeinde.