Konfirmation und Rosen

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„Eine Rose überwältigt alles“, so schreibt Eva Strittmatter.

 

Nach der Einsegnung gibt es einen Teil, der heißt ‚Dank an die Eltern’.

Das wird von Ihnen eingeleitet mit ein paar verbindlichen Worten (keine Predigt): zb

der Weg bisher, Mühe, Pubertät, Erfolge, Loslassen, eigene Jugend der Eltern durch diesen Tag revitalisiert?, Begleitung, Gott als Vater und Mutter durch die Taufe usw. – mündet in der Feststellung, dass den Eltern Dank gebührt.

 

  1. Rose schenken

Dieser Dank wird dann von den Konfis vollzogen – ohne Worte. Sie nehmen sich aus dem bereit gestellten Wassereimer je eine Rose für einen ihrer eigenen Elternteile. Sie gehen in die Reihen und bringen jedem Elternteil eine Rose. Sie schauen ihre Eltern kurz an und gehen wieder an ihren Platz. Weiter nichts. Keine erklärenden Worte des Klerus oder sonstige Folklore.

 

  1. Segen geben

Dann werden alle Eltern gebeten aufzustehen, die nun einen eigenen Segen empfangen möchten.

Einleitung: Wenn unsere Kinder ihren Weg mit Gott finden, brauchen auch Mütter und Väter den Segen Gottes.

– folgt Segen mit Geste (wie beim Schlusssegen):

 

Gott segne die Liebe, die ihr euren Kindern gegeben habt und gebt.

Gott verwandle in Segen, was ihr an ihnen versäumt habt.

Gott stärke euch wenn ihr Halt gebt und Freiheit.

Gott segne euch auf eurem Weg mit und ohne Eure Kinder.
Danach keine fröhlichen Sprüche oder andere Kommentare, die alles wieder verwischen. Stille!
Hinsetzen, Musik, Gesang und weiter in der Liturgie.

Alles ganz einfach halten, die Sache wirkt aus sich selbst stark, das reicht.

Bei der Vorbereitung des Gottesdienstes muss man das einmal üben mit den Konfis.

 

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Eine Anmerkung von Hilte Rosenboom:

Mit diesem Vorschlag, den ich früher auch gerne durchgeführt habe, habe ich zugleich auch sehr viele Bitterkeit ausgelöst, die jeder „Konfirmator“ sich vorher klarmachen sollte:

In der Regel sind es mehrere Familien, die diesen Tag mit Bauchschmerzen begehen…weil Trennungen und Scheidungen, in unterschiedlicher Abstufung, was die Bewältigung betrifft, immer auch einen Teil der Kinder/Familien grade betrifft.

Ich hatte Konfirmanden, die sich hin-und hergerissen fühlten, wo demonatrativ ein Elternteil nicht kam, oder eben so weit wie möglich entfernt vom anderen Elternteil saß, gestorben war (aktuell) – wo die Verwandschaft völlig zerstritten durch eine Scheidung war…die neuen Partner ihre Rolle nicht fanden…mit Mut und Agressionen der ehemaligen Partner umgehen mussten…

Diese ganzen Probleme sind m.E. auch beim Abendmahlsgang unbedingt zu berücksichtigen!!!

Mit dieser Rosenaktion habe ich ungewollt einige Konfis „in Teufels Küche“ gebracht!!! Auch multikultimäßige Probleme können auftauchen.

So hatte ein islamischer Vater, einmal ein Vater jüdischen Glaubens die Konfirmation im Grunde „verbieten“ wollen…ging unter Protest raus, beschimpfte die Familie und sein Kind…u.s.w.

Also!!! Mit Vorsicht zu genießen, den Fokus auf die Familie zu setzen!!! Ich würde den Konfis heute sagen, nehmt soviele Rosen wie ihr wollt, gebt sie den Menschen, die euch geholfen haben, im Glauben zu wachsen…. meistens kommen dann die Großeltern in den Genuß….