Kirchraum musikalisch erkunden

Kirchenraum musikalisch erkunden
1. RAKETE

Ich lasse meine Stimme mit geschlossenem Mund, also auf einem Summklang, wie eine Rakete in die Höhe steigen und wieder herunterkommen. Der musikalische Fachausdruck heißt „glissando“, die Stimme gleitet. Wenn ich dabei innerlich gähne, also den Mundinnenraum weite, komme ich besser hinauf. Ich öffne meinen Mund zu verschiedenen Vokalen. Mit welchem Vokal komme ich am höchsten? Ich versuche, die Bahn meiner „Stimmrakete“ analog zur Architektur der Raumes durch die Luft zu schicken, zum Beispiel in einem großen Halbkreis durch das Kirchenschiff, unterhalb des Dachgewölbes. Kann ich meine Stimmrakete auch über das Kirchendach schicken?
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2. LIEBLINGSLIED AN VERSCHIEDENEN ORTEN

Ich summe oder singe die erste Strophe meines Lieblingsliedes an verschiedenen Plätzen in der Kirche: unter dem Eingangsportal, hinter dem Altar, auf der Orgelempore, auf der Kanzel, hinter dem Taufbecken, an der Ostwand des Chores. Wo gefällt mir der Klang am besten? Das Spiel kann nacheinander durchgeführt werden, dann kommen alle einzeln zur Geltung. Die Aktionen können auch gleichzeitig durchgeführt werden, dann ergibt sich ein farbiger Gesamtklang im Kirchenraum.
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3 TÖNE AM LIEBLINGSPLATZ / AN 5 VERSCHIEDENEN PLÄTZEN

Ich suche mir meinen Lieblingsplatz in der Kirche. Dort mache ich nacheinander fünf Töne mit meiner Stimme:
den leisesten Ton
den lautesten Ton
den höchsten Ton
den tiefsten Ton
den schönsten Ton

Man kann die fünf verschiedenen Töne auch an fünf Plätzen in der Kirche machen, die man festgelegt hat. Während des Platzwechsels leise sein!

4 TONKREIS

Die Gruppe steht oder sitzt in einem großen Kreis. Alle summen gemeinsam einen Ton in bequemer mittlerer Lage, den die Singleiterin vorgibt. Dieser Ton bleibt immer im Raum. Wenn meine Luft knapp wird, steige ich aus, atme in Ruhe nach und steige wieder in den gemeinsamen Ton ein. Nacheinander treten alle einen Schritt nach vorne oder stehen auf und entfernen sich summend von dem gemeinsamen Ton, entweder nach oben oder nach unten. Danach wieder summend zurück auf den gemeinsamen Ton und zurück in den Kreis.

5 NAMEN GEHEN (VON VOKAL ZU VOKAL)

Die fünf Vokale werden je auf große Zettel geschrieben. Die Zettel werden im Raum verteilt. Die Teilnehmenden gehen zu dem Zettel, auf dem der erste Vokal des eigenen Namens steht. Alle beginnen gleichzeitig und wandern die Vokale ihres Namens ab. Dabei singen sie auf beliebiger Tonhöhe den Vokal, den sie eben verlassen haben und formen ihn zu dem Vokal um, zu dem sie unterwegs sind. Beim Vokal angekommen, bleibt man stehen und schweigt. Dann geht es weiter wie oben. Bei langen Strecken darf man unterwegs pausieren, dabei schweigen. Umlaute werden in zwei Vokale getrennt.

6 ECHO

Die Gruppe verteilt sich im Raum, möglichst weit auseinander. Einer summt oder singt einen beliebigen Ton. Die anderen sind das Echo und geben diesen Ton zurück. Entweder gleich laut oder besonders leise oder besonders laut. Erste Variation: Das Echo antwortet mit einem anderen Ton, jede und jeder individuell. Zweite Variation: Eine summt oder singt ihr Lieblingslied zeilenweise, das Echo antwortet.

7  LIEDZEILEN AUF ZETTELN (GRUPPENÜBUNG)

Der Text eines der Gruppe bekannten Liedes wird zeilenweise auf Zettel geschrieben. Jede Zeile ist mehrfach auf Zetteln vorhanden, insgesamt so viele Zettel wie Anwesende. Die Zettel werden gut gemischt, jeder zieht einen Zettel. Ab jetzt wird nur noch gesungen: Alle singen die Melodiezeile, deren Text auf dem eigenen Zettel steht. Wir versuchen, singend die anderen mit der gleichen Melodiezeile zu finden. Es wird kein Anfangsimpuls oder -ton angegeben, die Gruppe findet selbst ihre Tonlage und ihren Rhythmus. Bitte nicht die Texte auf den Zetteln vergleichen, sondern sich ganz auf die eigenen Ohren und Stimme verlassen! Wenn die Gruppen sich gefunden haben, stellen sie sich der Reihenfolge nach auf und singen die Melodie einmal komplett.

8 PERLENKETTE

Die Gruppe steht oder sitzt im Kreis. Ein bekanntes Lied wird als „Perlenkette“ gesungen: Jede und jeder singt eine Zeile (oder ein Wort, eine Silbe). Wie aufgereihte Perlen auf einer Schnur geht die Melodie herum. Man kann auch kleine Gruppen bilden, die jeweils eine Zeile (Wort, Silbe) singen. Dazu ist das Gesangbuch hilfreich, um den Text verfolgen zu können.

9 MUSIKALISCHE WEST-OST ERKUNDUNG

Die Gruppe stellt sich in einer langen Reihe im Mittelgang von Westen nach Osten auf, gegebenenfalls mit einem kleinen „Bogen“ um den Altar. Ein Ton wird von Person zu Person von West nach Ost weitergeben und „orientiert sich“. Variation: Ein bekanntes Lied wird gesungen. Zeilenweise oder wörterweise wird die Melodie von West nach Ost weitergegeben.

10 RHYTMISCHE KLANGSTATIONEN

Ein Rhythmus wird verabredet, zum Beispiel der Anfang eines bekannten Liedes. Mit Händen oder mit Bleistiften wird dieser Rhythmus an verschiedenen Stellen der Kirche getrommelt: auf Holzbänke, auf Steinsäulen, auf Glasvitrinen. Wo klingt es „trocken“, wo „hallig“, wo unterstützt der Raum den Klang, wo klingt er gedämpft? Zwischen den Klangstationen bitte leise sein und möglichst unhörbar die Plätze wechseln. Und vorher klären, ob der Küster mit diesem Spiel einverstanden ist!