Kinder – Dramen und Glück gleich nebenan

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Babys im Müll, Kinderleichen im Kühlfach. Die grausigen Fälle häufen sich. Wer tut so etwas? So fragt sich mancher. Und was ist das für eine Welt, in der die Kleinsten so vernichtend behandelt werden?

Die Menschen, die ein Kind bekommen, sind nicht nur glücklich – so wie es alle Fotos zeigen. Die erzählen nämlich nur die Hälfte. Welches Familienalbum zeigt schon einen tobenden Vater, der auf einem Haufen Lego ausgerutscht ist? Welche Fotos zeigen die abgründige Wut, die entstehen kann, wenn so ein kleines Wesen nicht aufhört zu schreien und damit der Alleinerziehenden die vierte Nacht in Folge zerreibt. Das sieht man alles nicht. Aber das gibt es – jede Nacht und jeden Tag. Ein Mensch, der geboren wird, zehrt an den Eltern. Er muss ohne Pause betreut werden. Er zeigt den Erzeugern, dass sie im Haus des Lebens eine Stufe weiter an den Ausgang gedrückt werden. Die Kleinen sind die nächsten, die leben wollen, und wir, die Eltern, werden weichen müssen. Ein Kind verbraucht das Geld der Eltern – bis zu seinem Berufseintritt fast so viel wie ein Haus. Manch einer kommt an die eigene Grenze, weil alles wieder auftaucht, was er meinte hinter sich gelassen zu haben an schräger Geschichte mit den eigenen Eltern. Viele kommen kaum mit dem eigenen Leben klar und sollen das alles schaffen. Ich habe meine Kinder nie geschlagen, aber manchmal war mir danach – so im Geheimsten und unter Verschluss. Andere Eltern haben mir das auch erzählt. Natürlich gehört ins Gefängnis, wer Kinder misshandelt. Gleichzeitig ist die eigene Ohnmacht manchmal schwer zu ertragen, wenn die Kleinen einen genau an der schwächsten Stelle erwischen. Gott sei Dank war die Liebe groß genug. Und natürlich die unzähligen Seligkeiten zusammen mit den Kindern, die alle Anstrengungen weit übertreffen. Ich lebe in intakten Verhältnissen. Das trägt. Und ich habe mich im Geist oft neben Jesus in den Fluss gestellt, in dem er getauft wurde, in den Jordan. Hab gehört, wie die Bibel erzählt, dass der Himmel aufreißt und eine Stimme sagt: „Du bist mein geliebtes Kind, an Dir hab ich Freude.“ Und habe es persönlich genommen. Das hat geholfen. Ich kann diese Quellen anzapfen. Was tut ein Mensch, der keine hat?