AGAPE-FEIER ZU GRÜNDONNERSTAG

„Agape“  ist eines der vielen griechischen Worte für „Liebe“. Es meint die Liebe zu meinen Mitmenschen/ zu der oder dem Nächsten. Mit Gebeten und biblischen Texten werden Brot und Wein miteinander geteilt. Agapefeiern werden oft in ökumenischen Gottesdiensten, wenn Christen*innen unterschiedlicher Kirchen zusammen sind, gefeiert. Für eine Agapefeier braucht es keine ordinierte Person. So lässt sie sich gut im eigenen Familienkreis umsetzen oder auch allein in geistlicher Verbindung mit anderen und Gott.

In der jüdischen Tradition wird der Schabbat in der Familie mit einem Ritual begrüßt. Daran knüpft auch diese Agapefeier an. So kann sie am  Samstagabend durchgeführt werden oder auch am Sonntagmorgen verknüpft mit einem Brunch (Ablauf I). In Erinnerung an das letzte gemeinsame Mahl Jesu mit seinen Jüngern ist sie auch ein Vorschlag für Gründonnerstag – s.u.

Was brauche ich?

Die Feier findet am Tisch statt.

Tischtuch (vielleicht ein besonderes Erbstück), Blumenstrauß, Kreuz (sofern vorhanden; gern auch eine Kreuzkette); Ikonenbilder; Bibel

Gedeck pro Person, Zutaten für ein anschließendes Abendbrot (Gründonnerstag: vegetarisch)

Kerze + Zündhölzer; mehrere Ablaufblätter für alle, die etwas lesen

frisches (selbstgebackenes) Weißbrot, Traubensaft und/oder Wein

ruhige Musik

 


 

Ablauf  – In Erinnerung an Jesu letztes gemeinsames Mahl im Jüngerkreis (Gründonnerstag)

A: Wir sitzen gemeinsam am Tisch und werden in besonderer Weise zu Abend essen. Wir erinnern uns an die letzte Mahlzeit, die Jesus zusammen mit seinen Jüngern hält.

B: Wir beten: Du, Gott, bist unsere Mitte und unser Grund. Es ist gut, bei dir zu verweilen. Vor uns liegen die Tage, in denen wir an Jesu Abschied von diesem Leben erinnern. Öffne uns, stärke uns, erfülle uns mit deinem Geist. Amen

C: Ich lese uns aus dem Markus Evangelium im 14. Kapitel (MkEv 14, 12-26).

A: Gott deckt den Tisch für alle. Gott vermag unseren Hunger zu stillen und uns mit seinen Gaben zu beschenken. Wir bitten um Gottes Erbarmen mit dem Gebet, das Jesus uns geschenkt hat:

Alle beten das Vaterunser.

B: Wartende sind wir. Voller Sehnsucht warten wir auf das Fest des Lebens, dass es ein Ende hat mit allem Leid und allem lauten Geschrei – dass leise Töne und festliche Klänge unsere Sehnsucht verwandeln in Heiterkeit und Freude und wir einstimmen können in den Lobgesang.

C: hebt den Teller mit dem Brot

Gott, Quelle des Leben, wir loben dich! Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Lass dieses Brot für uns zum Brot des Lebens werden.

Der Teller wird von Person zu Person gereicht und alle legen ein Stück Brot auf ihren Teller.

Hebt den Becher mit Wein/ Traubensaft

Du schenkst uns die Frucht des Weinstocks, das Zeichen des Festes. Lass diesen Becher für uns zum Becher des Heils werden. So stärken wir uns mit Brot und Wein.

Alle essen das Brot und trinken aus ihrem gefüllten Becher.

A: Wir beten: Wir danken dir, Gott, unendliche Quelle alles Geschaffenen. In Brot und Wein heiligst du alles, was geschaffen ist, uns und alle Mitgeschöpfe dieser Erde. In dieser Weise ermutigt, genießen wir mit Dank und Freude, was du uns schenkst. Amen

Daran schließt sich das weitere gemeinsame Essen und Trinken an.

Anmerkung: Der Ablauf kann durch das Singen von Liedern ergänzt werden.

Passend sind Taizégesänge oder Korn, das in die Erde/ Wenn das Brot, das wir teilen/ Gut, dass wir einander haben/ Herr, bleibe bei uns u.a.

 

(Jahresheft des bundesweiten Theologinnenkonvents 25/2012 Im Kreis um die Mitte – Gottesdienst feiern und Brot und Wein teilen)

Gründonnerstag zuhause, 9.4.2020

 

An Gründonnerstag erinnern wir uns an das letzte Mahl, das Jesus mit den Seinen gefeiert hat. Abschiedsmahl und Liebesmahl zugleich, eine Stärkung für den Weg in die Nacht. Auch in diesem Jahr wollen wir dieses Fest feiern. In unseren Wohnungen, im Kreis der Familie oder allein. Wenn möglich, beginnen wir alle um 19.00 Uhr – dann sind wir miteinander verbunden. In unseren Abend nehmen wir tröstliche Worte von Dietrich Bonhoeffer mit hinein. Er ist als Pastor und Widerstandskämpfer den Weg bis an die äußerste Grenze gegangen, wie Jesus selbst. Heute denken wir an seine Hinrichtung durch die Nazis vor 75 Jahren.

 

Zur Vorbereitung: Es braucht einen Tisch, einfach, aber liebevoll gedeckt, eine Kerze, vielleicht auch eine Bibel und ein Gesangbuch. Und natürlich ein Brot, das für alle reicht, einen Kelch oder ein Glas mit Wein oder Traubensaft, dazu Quark und Gemüse oder etwas anderes für eine einfache Mahlzeit. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Texten oder während des Essens im Anschluß an das Abendmahl Musik zu hören. Das entscheidet jedeR für sich.

 

 

Ablauf:

 

Beginn: Heute ist ein besonderer Abend. Wir feiern ihn gemeinsam im Namen Gottes. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der Gnädige und Barmherzige (Psalm 111,4), Ihm vertrauen wir uns an, Amen.

 

Lied EG 266, Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen

Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen und wird vom Dunkel überweht. Am Morgen hast du Lob empfangen, zu dir steigt unser Nachtgebet.

 

Psalm:

Herr, wie sind deine Werke so groß und viel!

Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

         Es warten alle auf dich,

         dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.

Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie,

wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

         Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie;

Nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.

Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen,

und du machst neu die Gestalt der Erde.

(Psalm 104,24.27-30)

 

Lesung aus dem Johannesevangelium, Kap. 13, daraus:

Jesus sprach zu den Seinen: Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habt. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger*innen seid, wenn ihr Liebe untereinander habt (Verse 15.34f.).

 

Lesung aus dem Matthäusevangelium, Kap. 26,17-30, daraus:

Und als sie aßen, nahm Jesus ein Brot, sprach das Lobgebet, teilte das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: „Da, nehmt und eßt, das bin ich.“ Und dann nahm er den Becher, sprach das Dankgebet, reichte ihnen den Becher, und sagte: „Trinkt alle daraus. Denn das ist mein Bundesblut, ausgeschenkt für alle, damit Sünden vergeben werden können. Ich versichere euch: Von jetzt ab werde ich erst wieder mit euch trinken, was aus Trauben gekeltert wurde, wenn meines Vaters Herrschaft vollendet ist (Verse 26-29, Übersetzung von Klaus Berger).

 

 

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,

Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen,

die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

 

Ich glaube,

dass Gott uns in jeder Notlage

soviel Widerstandskraft geben will,

wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus,

damit wir uns nicht auf uns selbst,

sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst

vor der Zukunft überwunden sein.

 

Ich glaube,

dass Gott kein zeitloses Fatum ist,

sondern dass er auf aufrichtige Gebete

und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

(Dietrich Bonhoeffer)

 

Predigtgedanken:

„Ein Beispiel der Liebe habe ich euch gegeben“, sagt Jesus. „Macht es so wie ich!“ – Wie geht das? Wie ist das gemeint? – An diesem Abend geht es vielleicht nur darum, zusammen zu sein, real oder in Gedanken, ehrlich und aufmerksam füreinander. Offen zu sagen, wovor ich Angst habe, was mir guttut und wonach ich Sehnsucht habe, und zu hören, was du sagst, ist auch ein Zeichen von Liebe und Vertrauen. Als Dietrich Bonhoeffer das Lied „Von guten Mächten“ dichtete, war er im Gefängnis. In einem Brief an seine Verlobte schreibt er: „Es werden sehr stille Tage in unseren Häusern sein. Aber ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, je stiller es um mich herum geworden ist, desto deutlicher habe ich die Verbindung mit Euch gespürt … Du darfst also nicht denken, ich sei unglücklich. Was heißt denn glücklich und unglücklich? Es hängt ja so wenig von den Umständen ab, sondern eigentlich nur von dem, was im Menschen vorgeht. Ich bin jeden Tag froh, dass ich Dich, Euch habe und das macht mich glücklich froh.“ (Brautbriefe Zelle 92, 208f)

Glücklich froh trotz allem, so stelle ich mir auch Jesus und die Seinen an ihrem letzten gemeinsamen Abend vor. Sie blenden nicht aus, was draußen ist und was sie bedrückt, sie nehmen es mit hinein in die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes. Was Jesus dann beim Abendmahl mit ihnen teilt, ist mehr als Brot und Wein oder Traubensaft. Er gibt ihnen seine Nähe mit. Er verbindet sich ganz sinnlich mit ihnen. Er bringt zum Ausdruck: So nahe bin ich euch, dass Gottes Liebe, die in mir lebendig ist, auch zu euch fließt. Durch Brot und Wein soll euch die Liebe in Leib und Blut übergehen. Sie soll euch schmecken, euch durchströmen wie der Saft in euren Adern, wie die Freude in eurem Herzklopfen, bis in die Fingerspitzen und die kleinsten Zellen soll diese Kraft gehen. Esst und trinkt und schmeckt, dass ich bei euch bin alle Tage, egal was geschieht. Fürchtet euch nicht, ich bin doch da, immer und ewig.

 

Lied EG 65: Von guten Mächten

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Stille – Tischgespräch

 

Musik oder ein Lied, z.B. EG 228, Er ist das Brot, er ist der Wein

 

Mahlfeier:

Auf meinem/unserem Tisch stehen Brot und Wein/Traubensaft, Zeichen der Hoffnung und der Fülle des Lebens, die Jesus uns geschenkt hat. Wenn wir davon essen und trinken, tun wir das in Gottes Gegenwart, dem wir alles Leben verdanken. Wir sind verbunden mit allen, die wir lieben. Gottes Friede ist unter uns.

 

Wir erinnern uns. EineR liest noch einmal die Verse aus dem Matthäus-Evangelium mit den Einsetzungsworten vor (s.o.).

 

Dann sprechen alle das Vaterunser:

Vaterunser im Himmel,

geheiligt werde dein Name

dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich,

und die Kraft und die Herrlichkeit,

in Ewigkeit, Amen.

 

Jesus ist mitten unter uns.

Jetzt wird erst das Brot weitergegeben, dann der Becher. Dazu kann gesagt werden: „Christus für dich!“

Am Ende ein Moment Stille

 

Abschlußgebet:

Gott, wir danken dir, dass du da bist.

Du weißt, was wir brauchen,

Du tust uns gut.

Wir denken an alle, die wir liebhaben, besonders an N., N. …

Wir denken an alle, die im Dunkel sind, die Angst haben, vor Krankheit und Tod,

Gott, sei uns allen nahe,

segne und behüte uns,

Amen.

 

Danach werden die anderen Speisen gegessen, mit Genuß, bei Tischmusik oder in Stille.

 

Abendlied, z.B. EG 482, Der Mond ist aufgegangen

  1. Der Mond ist aufgegangen, die gold´nen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar.
  2. So legt euch, Schwestern, Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen, und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch.

 (Kirstin Faupel-Drevs)

KARFREITAG ZUHAUSE

 

Legen Sie eine Bibel auf ein schwarzes Tuch und Stellen Sie eine angezündete Kerze und, wenn Sie haben, auch ein Kreuz dazu.

Kommen Sie innerlich zur Ruhe.

 

Eröffnung

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Diesen Vers hören wir zu Weihnachten und hören ihn wieder am Karfreitag. Weihnachten kam Gottes Sohn in die Welt, Karfreitag hat er das irdische Ziel erreicht. Das Kreuz. Am Ziel und doch verlassen. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied

Singen Sie wenn Sie mögen ein paar Strophen von „Herzliebster Jesu“, (EG 81)

 

Psalm 22

Lesen Sie (im Wechsel).

I: Mein Gott, Mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht. Und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

II: Du aber bist heilig. Der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich. Und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet. Sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

I: Aber du Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht verachtet das Elend der Armen. Und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er’s. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

Gebet

Geheimnisvoller Gott, dein Sohn wird uns Menschen gleich und steigt herab in das Dunkel. Er schreit nach dir in seiner Not. Du verbirgst dich und bist doch gegenwärtig mit deiner bergenden Nähe. Erbarme dich unser! Amen.

 

Evangelium (Teil 1)

Lesen Sie aus der Bibel Matthäus 26,69 bis 27,30

 

Stille

 

Evangelium (Teil 2)

Lesen Sie nun Matthäus 27,31-56

 

Vorschläge anstelle einer Predigt

Meditieren Sie den Text in einer Zeit der Stille. Versuchen Sie 5 Minuten zu schweigen.

Oder/Und tauschen Sie sich untereinander aus: Was bedeutet Jesu Tod für mich persönlich. Kann und will ich das überhaupt annehmen? Welches „Kreuz“ habe ich zu tragen?

Oder/Und hören Sie über YouTube bzw. aus Ihrem CD-Regal eine Arie aus der Matthäuspassion oder Johannespassion von Bach (z.B. „Es ist vollbracht“).

 

Fürbitten

Beten Sie laut (im Wechsel):

I: Jesus Christus, gekreuzigter und auferstandener Herr, wir sehen dein Kreuz. Du gehst den Weg der Hingabe und des Leidens. Du verzichtest auf alle Macht. Du lässt dich hineinziehen in das Elend der Welt. Höre unsere Bitten:

II: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Bosheit und den Unfrieden der Welt. Lass uns nicht wegschauen, wenn Unrecht geschieht. Hilf uns, eigenes Lied anzunehmen und fremdes Leid mitzutragen. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

I: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Willkür der Mächtigen. Lass uns den Weg zu den Gescheiterten finden, zu denen, die beiseite geschoben werden beim Streben nach Macht und Erfolg. Hilf uns, für sie einzutreten. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

II: Wir sehen dein Kreuz und erkennen wie hart und gnadenlos Menschen miteinander umgehen. Hilf uns, barmherzig zueinander zu sein, auch zu Menschen, die uns unbequem sind. Bewahre uns vor Selbstgerechtigkeit. Lass nicht zu, dass wir einander verurteilen. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

I: Wir sehen dein Kreuz und erkennen die Krankheit der Welt. In diesen Tagen bitten wir dich für alle Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind um Heilung. In diesen Tagen bitten wir dich für unsere infizierte Welt: Um Gesundung, um Vernunft, um Normalität. Christus, Herr der Welt, wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

 

Vaterunser

Vaterunser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

 

Pusten Sie nun die Kerze aus und verhüllen Sie ggf. das Kreuz mit dem schwarzen Tuch.

 

Lied

Singen Sie, wenn Sie mögen noch ein Abschlusslied. Z.B. „O Haupt voll Blut und Wunden“ (EG 85, 1.6.9) oder „Korn das in die Erde (EG 98).

 

Abschluss

Nun geht in die vor uns liegende Zeit im Frieden des Herren. Drei Tage war Christus tot, nach dem dritten Tage wird auch dieser Gottesdienst weitergehen und erst an Ostern mit dem Segen enden.

Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu: Ruhe sanfte, sanfte Ruh! Amen.

(Christoph Radtke, KG Rellingen, Nordkirche)

Pilgerweg am Ostermorgen (allein, zu zweit oder in der Kernfamilie)

Dieser Pilgerweg ist ursprünglich für den Ostermorgen 2020 entstanden und sollte mit Sonnenaufgang vom Kloster Cismar bis zum Ruheforst am Brodauer Steilufer an der ostholsteinischen Ostseeküste führen. Angesichts des Corona bedingten Kontaktverbotes wird der Spaziergang so nicht stattfinden können. Aber vielleicht kann das Modell für Einzelpersonen, Zweier-Gruppen oder Familien eine Alternative zu den ebenfalls nicht stattfindenden Osterfrühgottesdiensten sein. Die hier beschriebenen Stationen orientieren sich an der Route zwischen den genannten Orten – lassen sich aber sicherlich leicht auf andere örtliche Gegebenheiten übertragen. Anregungen dazu finden sich im Text.  Die Länge des Weges ist dabei nicht entscheidend, aber zwischen den einzelnen Stationen sollte Raum sein für das Gehen im  Schweigen und die Wahrnehmung mit allen Sinnen.

Mitnehmen auf den Weg könnt ihr etwas Proviant für ein Osterfrühstück-Picknick, eine Sitzunterlage, ein kleines Fläschchen mit Rosenöl o.ä., ein Teelicht/Kerze in einem Glas als Windschutz, Streichhölzer /Feuerzeug und – falls ihr welche gestaltet habt – Ostersteine (#stärkeralsdertod).

 

Sich einfinden

Sucht euch für den Beginn einen guten und ruhigen Ort, unter einen Baum, an einem Bachlauf, einer Weggabelung, einer Schutzhütte, am Strand – oder vielleicht auch vor der Kirche, in der ihr heute gern einen Ostergottesdienst besucht hättet.

Verständigt euch über den Weg, den ihr gemeinsam gehen wollt, damit euch diese Frage nicht später beschäftigen muss. Vielleicht habt ihr auch schon Ideen, wo ihr unterwegs Station machen könnt. Doch wenn ihr mit wachen Sinnen unterwegs seid, werden euch die richtigen Orte ganz von allein finden.

Werdet miteinander still und stimmt euch ein auf euren gemeinsamen Weg. Wenn ihr mögt, schließt für einen Augenblick die Augen. Nehmt die Erde wahr, die unter euren Füßen ist. Nehmt die Geräusche wahr, die da sind. Lauscht der „Musik zum Anfang“, dem Gesang der Vögel, dem Plätschern des Wassers.

Wenn ihr euch traut, allein oder zu zweit draußen zu singen, wäre der einfache Kanon „Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr. Suche den Frieden“ ein möglicher, an den einzelnen Stationen wiederkehrender Gesang.

 

 

Lesung zur Einstimmung: Nur ein gewöhnlicher Spaziergang…

Es war ein ganz gewöhnlicher Spaziergang im Dämmerlicht,

ein wenig verschlafen noch,

doch dann erwachte ich.

Eine Stimme flüsterte: Kannst du sehen, was ich sehe?

 

Es war, als würde ein Schleier sich heben

und meine Augen geöffnet für das, was dahinter liegt.

 

Jeder Atemzug voller Morgenluft

war eine Einladung Gottes zum neuen Leben.

 

Jede Pfütze auf dem Weg legte mir im Spiegel

den Himmel ans Herz und zu Füßen.

 

Jeder Tautropfen im Gras

wurde zum Öltropfen, mit der Maria in Bethanien seine Füße salbte.

 

Jeder Baum auf grüner Wiese

wurde zum Ölbaum im Garten Gethsemane.

 

Jeder vom Sturm gefällte Ast

wurde zum Balken auf seinen Schultern.

 

Jeder Feldstein achtlos am Rande des Ackers abgelegt

wurde ein Bruder des Steines, der das Grab verschloss.

 

Als ich sie erkannte – einen nach dem anderen,

neigte ich still mein Haupt

vor dem Licht der Auferstehung

vor dem Glanz des Göttlichen

in allem, was ist,

in jedem von uns – ob er schläft oder wacht.

                                                              

nach einer Idee von Sean ÓLaoire

 

 

Beginnt in dieser Haltung der Aufmerksamkeit für die österlichen Zeichen Gottes in der Schöpfung euren Weg.

 

 

  1. Station: Garten Eden

 

„Morning has broken – Morgenlicht leuchtet“, vielleicht drängt sich dieses ursprünglich schottische Volkslied während des ersten Wegstücks auf eure Lippen und in euer Herz. Findet einen guten Ort, wenn möglich mit einem weiten, unverstellten Blick und lasst euch erinnern an den Anfang aller Anfänge:

 

Am Anfang war Dunkelheit über der Erde,

und Gott sprach: Es werde Licht.

Und weil Gott sprach,

wurde es licht.

 

Am Anfang war Stille über der Erde,

und Gott sang den Gesang der Schöpfung.

Und weil Gott sang,

summten die Sterne und Sphären zur Musik Gottes.

 

Am Anfang war Ruhe über der Erde,

und Gott lachte.

Und weil Gott lachte,

erwachten die Wasser

und strömten und ebbten

und flossen und fluteten.

 

Am Anfang war Ödnis auf der Erde,

und Gott malte.

Und weil Gott malte,

wurde der Himmel blau und orange und rosa,

und das Gras wurde grün,

und die Vergissmeinicht lila,

und Schmetterlinge tanzten in den Farbtropfen

und wurden die Juwelen der Luft.

 

Am Anfang war alles unerkannt,

und Gott blies seinen Atem aus.

Und weil Gott seinen Atem in sie hinein blies,

erwachten Männer und Frauen von ihrem Schlaf.

Sie atmeten den Atem Gottes

und standen staunend vor Gottes Werk

und erkannten den Glanz Gottes

in allem, was Gott gemacht hatte.

Und sie sahen, dass es sehr gut war.

 

In all unseren Anfängen,

erschafft Gott etwas Neues.

Deshalb suchen wir Gott

In der Frische des Morgens,

in den wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings.

 

Gott, Schöpfer der Welt,

öffne unsere Augen, um deine Gegenwart zu sehen,

unsere Seelen, um deine Gegenwart zu fühlen,

unsere Herzen, um deine Gegenwart zu lieben,

hier in deiner Schöpfung

und einst in deiner Ewigkeit.

Amen.

„Liturgy of Creation“, © 2003 Wellspring, gekürzte, freie Übertragung ins Deutsche: C. Süssenbach

 

 

  1. Station: Bethanien

Vielleicht findet ihr einen Ort, an dem im Gras noch einige morgendliche Tautropfen funkeln. Betrachtet sie: Tautropfen im Gras, glänzend wie kostbare Perlen. Lasst euch erinnern an Maria, die Freundin Jesu, die mehr sah als die anderen:

 

Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus wieder nach Betanien. Dort wohnte Lazarus, den er vom Tod auferweckt hatte. Die Geschwister veranstalteten ein Festmahl für Jesus. Marta bewirtete die Gäste. Lazarus lag mit Jesus und den anderen zu Tisch.Da nahm Maria eine Flasche Salböl. Es war reines, kostbares Nardenöl. Damit salbte sie Jesus die Füße. Dann trocknete sie ihm die Füße mit ihren Haaren ab. Das ganze Haus wurde vom Duft des Salböls erfüllt. Einer von den Jüngern war Judas Iskariot, der Jesus später den jüdischen Behörden auslieferte. Er sagte: Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Silberstücke verkauft und das Geld an die Armen verteilt? Das sagte er aber nicht etwa, weil es ihm um die Armen ging. Sondern er war ein Dieb. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und schaffte Geld daraus für sich selbst beiseite. Doch Jesus erwiderte: Lass sie! Nach Gottes Wille hat sie mich schon heute für mein Begräbnis gesalbt. Arme wird es immer bei euch geben. Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.                                                                                                     Johannes 12,1-8 (Basis-Bibel)

 

 

Tautropfen im Gras, glänzend wie kostbare Perlen, wie das Öl, mit dem Maria die Füße Jesu salbte.

Maria blickt tiefer als alle, die „Hosianna“ schreien und jubeln. Sie sieht die Angst, sieht den Schmerz in Jesu Gesicht. Sie tut, was in ihrer kleinen Macht steht, um den Schmerz zu lindern.

Wenn ich als Kind Husten hatte, dann hat meine Mutter mir einen Ölwickel gemacht. Dazu hat sie ein Schälchen mit Öl auf der Heizung erwärmt, ein großes Taschentuch von meinem Vater in dem warmen Öl getränkt und mir auf die Brust gelegt. Die wohlige Wärme, die sich dann in mir breit machte und ihr Streicheln über meine Stirn mit öligen Fingern erinnere ich noch heute. Alles wurde dann leichter. Nicht heil, aber leichter.

 

Wenn ihr Gelegenheit hattet, euch auf diesen Spaziergang vorzubereiten, dann habt ihr vielleicht ein kleines Fläschchen mit duftendem Öl dabei. Gebt ein paar Tropfen davon in eure Hände und verreibt es zwischen den Handflächen. Spürt die Wärme, die dabei entsteht und den Duft. Vergegenwärtigt euch auf dem nächsten Wegabschnitt Erfahrungen der Zuwendung und des Gesehen-Werdens, die euch auf eurem Lebensweg gestärkt haben.

 

  1. Station: Garten Gethsemane

Vielleicht kommt ihr auf eurem Weg durch einen Park mit einer Bank zwischen Rhododendron-Büschen, oder ihr findet eine Gruppe von Bäumen auf einer Wiese, die eine Art Schutzraum bilden.

Gärten spielen in den Erzählungen von Jesu Leiden und Sterben eine erstaunliche Rolle. Gärten sind Orte des Rückzugs, der Geborgenheit. Wer gerade jetzt in Corona-Zeiten einen Garten hat, hat diesen vielleicht neu schätzen gelernt – als Schutzraum und Freiraum zugleich. Jesus hat sich solch einen Schutzraum gesucht, einen Ort für seine Angst vor dem Tod, einen Ort, an dem Tränen und Angstschweiß ungehemmt fließen konnten. Gefunden hat er ihn im Garten Gethsemane am Ölberg:

 

Jesus verließ die Stadt und ging wie gewohnt zum Ölberg. Die Jünger folgten ihm. Als er dort ankam, sagte er zu ihnen: Betet, damit ihr die kommende Prüfung besteht. Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter – etwa einen Steinwurf weit.

Dann kniete er nieder und betete. Er sagte: Vater, wenn du willst, nimm diesen Becher fort, damit ich ihn nicht trinken muss! Aber nicht, was ich will, soll geschehen, sondern was du willst! Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Todesangst kam in ihm auf und er betete noch angespannter.

Dabei tropfte sein Schweiß wie Blut auf den Boden.                                                      Lukas 22,39-44 (Basis-Bibel)

 

 

Teilt an einem geschützten Ort miteinander eure Ängste angesichts der aktuellen Corona-Krise. Was treibt euch den Schweiß auf die Stirn oder die Tränen in die Augen: die Sorge um die eigene Gesundheit, um die Menschen, die euch nahe sind und denen ihr gerade nicht nahe kommen dürft, die Sorge um die berufliche und wirtschaftliche Existenz… . Wenn du allein unterwegs bist, bring deine Ängste in einem stillen Gebet vor Gott oder lass ganz einfach deinen Tränen freien Lauf.

 

Wenn du magst, bitte Gott mit den alten Worten eines schottischen Gebets um seinen stärkenden Engel:

 

Du Engel Gottes, der du Wacht hältst um mich,

gesandt vom lieben Vater der Gnade,

der du die Herde deiner Heiligen hütest,

der du mich umhegst in der Nacht.

 

Halte fern von mir jede Versuchung und Gefahr,

umgebe mich im Meer der Ungerechtigkeit,

und in den Engen und Untiefen des Meeres,

bewahre du mein Lebensboot.

 

Sei du eine helle Flamme vor mir,

sei du der Leitstern über mir,

sei du der ebene Pfad unter mir,

und sei ein freundlicher Hirte hinter mir,

an diesem Tag, in dieser Nacht und allezeit.

Gebet aus der Carmina Gadelica, Übertragung ins Deutsche:  C. Süssenbach

 

 

 

  1. Station: Weg nach Golgatha

 

Euer Weg führt euch vielleicht an einem von den letzten Winterstürmen umgestürzten Baum oder abgebrochenem Ast vorbei – hier wäre ein guter Ort für diese Station. Lasst euch erinnern an einen Mann, der unfreiwillig zum Weggefährten Jesu wurde.

 

Die Soldaten führten Jesus zur Hinrichtung. Unterwegs hielten sie Simon von Cyrene an, der gerade vom Feld zurückkam. Sie luden ihm das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus her trug. Lukas, 23,26 (Basis-Bibel)

 

Ob Simon Angst hatte, als man ihm den Balken auflud? Angst, diesen Balken nicht wieder loszuwerden, am Ende selbst daran zu hängen? Ob er erleichtert war, als man ihm – angekommen auf Golgatha – das Kreuz wieder vom den Schultern nahm? Ist er geblieben oder hat er sich schnell und unauffällig davon geschlichen?

 

Nehmt euch einen Moment Zeit, um an die Menschen zu denken, die in diesen Tagen – mehr oder weniger freiwillig – zu Weggefährten werden, die wie Simon helfen, dass Kreuz der Corona-Krise zu tragen, obwohl sie selbst Angst haben, sich zu infizieren: Ärzte und Ärztinnen, Pflegepersonal, Angestellte im Supermarkt… .

Sprecht leise oder laut einen Dank an all diese Kreuzträger aus.

 

 

  1. Station: Gartengrab

 

Wenn möglich, lasst euren Weg auf einem Friedhof oder in einem Ruheforst enden. Oder sucht einen großen Findling, der euch zum Bild für den weggewälzten Stein vor dem Grab wird. Stellt eure mitgebrachte Kerze mit Windschutz auf den Stein und entzündet sie. Legt die bemalten Ostersteine mit dazu. Wenn ihr keine Kerze dabei habt, versucht euch zur mittlerweile aufgegangenen Sonne auszurichten. Nehmt euch noch einmal Zeit, um still zu werden und dem Osterlob der Schöpfung um euch herum zu lauschen.

Dann hört die Osterbotschaft:

 

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome duftende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?

Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr.

Aber er sagte zu ihnen: Ihr braucht nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich.                                                                                                       Markus 16,1-8 (Basis-Bibel)

 

Die Frauen laufen davon, zitternd vor Angst, und sagten niemandem etwas von dem, was sie erlebt hatten. Auch mit dem leeren Grab ist die Angst nicht schlagartig vorbei. In diesen Zeiten brauche ich die Botschaft von der Auferstehung von den Toten ganz besonders. Ich möchte aus vollem Herzen den alten Osterruf anstimmen: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden“, aber noch ist es nicht mehr als ein leises, hoffnungsvolles Flüstern, das über meine Lippen kommt.

Doch die Schöpfung um mich herum erzählt in diesen Tagen in jeder Knospe, jedem grünenden Blatt davon, dass sich überall Auferstehung ereignet, dass das Leben stärker ist als der Tod.

 

Gelobt seist du, Gott, für diesen Auferstehungstag,

für dein Licht, das hartes Holz grünen lässt,

das aus totem Laub Buschwindröschen erweckt.

Lass unsere Seelen Hoffnung atmen,

für die Erde und ihre Geschöpfe.

Für die Gemeinschaft der Menschen,

lass unsere Seelen Hoffnung atmen.

Segne uns mit dem Licht dieses Auferstehungstages,

das stärker ist als der Tod,

an jedem Tag und in jeder Nacht unseres Lebens,

an jedem Tag und in jeder Nacht unseres Lebens.

Amen.

 

Wenn euer Weg auf einem Friedhof endet, tragt ihr die Osterbotschaft vielleicht in Gestalt eurer Ostersteine zu den Gräbern und legt diese dort ab, wenn euer Weg auf einem Friedhof endet. Oder ihr verteilt die Ostersteine auf dem  Rückweg  an Orten, an denen Menschen sie finden können.

Wenn das Wetter es zulässt, sucht euch einen guten Ort und nehmt euch Zeit für ein Oster-Picknick.

 

(Claudia Süssenbach, Gemeindedienst Nordkirche)

Emmaus-Spaziergang mit (oder ohne) Perlen des Glaubens

Eine Ostergeschichte als Weggeschichte. Die Story: Zwei können es nicht glauben: „Auferstehung, Engelserscheinungen? Kann nicht sein!“. Frustriert gehen sie von Jerusalem nach Emmaus, dort sind sie zuhause. Zwei Jünger Jesu, vielleicht auch ein Mann und eine Frau, ihre Namen geben nichts Genaueres her. Unterwegs reden sie viel. Und dann ist da plötzlich ein anderer, der sich ihnen anschließt. Es ist Jesus, der Auferstandene, aber sie erkennen ihn nicht. „Ihre Augen wurden gehalten“, heißt es. Aber ihr Gespräch entwickelt sich so, dass ihnen irgendwann „das Herz brennt“.

Wer genauer nachlesen möchte: Lukasevangelium, Kap. 24,13-33.

Auch wir machen uns heute, am Ostermontag, zu zweit auf den Weg. Ein Emmaus-Spaziergang, der vermutlich eine gute Stunde dauern wird. Wir sind „auf Abstand“ und einander doch so nah, dass wir über ein paar Fragen ins Gespräch kommen können. Wir vertrauen darauf, dass auch wir vom Auferstandenen unsichtbar begleitet werden.

 

Zur Wegführung: Nach Begrüßung und Start beginnen wir unseren Weg im Schweigen. Der Weg geht von Station zu Station. Eine „Station“ ist ein Ort, an dem sich gut für einen Moment anhalten lässt, weil es dort ruhig ist, der Blick schön ist, oder es die Möglichkeit gibt, sich für einen Moment lang hinzusetzen. Beide einigen sich zu Beginn, wer den Weg und die Stationen bestimmt, und wer liest. Die Rollen können immer wieder wechseln. Der Rhythmus ist so: Laufen in Stille – Stehenbleiben nach etwa 5-7 min. – Frage – Weitergehen und dabei erzählen und zuhören – irgendwann wird es still – Stehenbleiben bei der nächsten Station usw.

 

Wer sie schon hat, kann die PERLEN DES GLAUBENS mitnehmen, als kleine Leitschnur und zur Inspiration. Kurz dazu: Dies ökumenische Gebetsband aus Schweden ist vor gut 20 Jahren vom lutherischen Bischof Martin Lönnebo entwickelt worden. Es kann dabei helfen, die eigene Spiritualität zu vertiefen und den Weg Jesu im eigenen Leben zu entdecken. Die insgesamt 18 Perlen unterscheiden sich durch Farbe und Form und sie haben je einen eigenen Namen und eine besondere Bedeutung. Die goldene Perle heißt Gottesperle, sie hält das Band zusammen. Die anderen runden Perlen folgen den Stationen des Lebensweges Jesu, heute werden wir sie einmal andersherum laufen lassen. Die schmalen „Perlen der Stille“ laden dazu ein, immer wieder einen Moment innezuhalten, das Gehörte nachwirken zu lassen, auf die Stimmen der Natur zu lauschen oder zu beten.

Start

Jesus hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). In diesem Sinn und Geist sind wir miteinander unterwegs. Wir wollen teilen, was uns wichtig ist und uns gegenseitig beschenken.

GOTTESPERLE

Wir beginnen mit der großen goldenen Gottesperle. Das Gold leuchtet wie das Licht der Morgensonne, die uns erinnert an den auferstandenen Christus, der mit uns auf dem Weg ist. So wie ich diese Perle halte, so hält Gott auch mich, im Licht wie im Dunkel. Bei Gott laufen alle Fäden und Themen meines Lebens zusammen.

 

  1. Station – Ostern – PERLE DER AUFERSTEHUNG

Wie erlebst du Ostern in diesem Jahr? Wie hast du den Ostersonntag verbracht? Warst du alleine oder mit anderen zusammen? Was ist „Auferstehung“ für dich?

  1. Station – ein Blick zurück auf Karfreitag – PERLE DER NACHT:

Das Kreuz Jesu steht für die Nachtseite des Lebens, für Angst, Verlassenheit und Tod. Wie hast du Karfreitag in diesem Jahr erlebt? Vielleicht nicht nur am Tag selbst, sondern auch in der Zeit davor.

  1. Station – Das brennende Herz – PERLEN DER LIEBE und der GEHEIMNISSE

Wir stellen uns vor, dass Jesus, der Auferstandene, mit uns mitgeht. Er sieht uns an mit den Augen der Liebe Gottes. Vielleicht fragt er so:

  • Was ist in der letzten Zeit eigentlich mit dir passiert? Wann hat dein Herz „gebrannt“?
  • Macht das alles irgendwie Sinn für dich? Gerade im Blick auf dein persönliches Leben.
  • Wonach sehnst du dich?

 

  1. Station – der Blick in den Himmel – PERLE DER GELASSENHEIT

Was macht dir Freude? Was macht dich leicht? Wohin träumst du dich in dieser Zeit? Wohin würdest du deine Lieben (vielleicht auch mich) gerne einladen und was würdet ihr dort miteinander tun?

  1. Station – Wunsch für kommende Wüstenzeiten – PERLE DER WÜSTE

Eins ist klar trotz Ostern: Wüste kommt immer wieder. Aber was nimmst du dorthin mit aus dieser Zeit? Gibt es etwas, was dir in unserem Gespräch auf gute Weise bewusst geworden ist? Was tröstet dich? Was ermutigt dich?

  1. Station – Tauferinnerung – PERLE DER TAUFE und ICH-PERLE

Vielleicht ist irgendwo in der Nähe Wasser: Ein Bach, ein Teich, ein See, das Meer. Es reicht auch, es sich nur vorzustellen. EineR zum/zur anderen:

Ich erinnere dich: Du bist getauft, du bist ein geliebtes Gotteskind. Gott sagt JA zu dir, so wie du bist. Gott sagt auch heute zu dir: „Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“! (Jesaja 43,1). Wenn es möglich ist, kann jedeR aus dem Wasser schöpfen und ein Kreuzeszeichen machen: mit der rechten Hand von Stirn zur Brust, von der linken zur rechten Schulter („Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen“)

  1. Station – Segen für dich und mich – GOTTESPERLE

Ihr habt viel voneinander gehört. Wenn ihr mögt, könnt ihr füreinander beten, erst der/die eine, dann der/die andere. Es kann ganz kurz und einfach sein. Danach der Segen. Stellt euch einander in gutem Abstand gegenüber. EineR empfängt, eineR gibt Segen weiter mit den Worten: „N., Christus spricht: Ich lebe und du sollst auch leben! Friede + sei mit dir!“ Dann Wechsel und der/die andere segnet.

Lest die letzten Verse aus der biblischen Emmaus-Geschichte: 32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? 33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren; 34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen.

Abschluß: Verabschiedet euch voneinander mit dem alten Ostergruß:

EineR: Der Herr ist auferstanden!

AndereR: Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!

(Kirstin Faupel-Drevs, Nordkiche)

Ostern auf dem Fensterbrett

Ostern findet eigentlich in einem Garten statt: Die Bibel erzählt, dass der gestorbene Jesus in einem Garten in ein Grab gelegt worden war. Zu diesem Gartengrab gehen die Frauen früh am Morgen bei Sonnenaufgang, um den Leichnam zum Begräbnis zu salben. Und auf dem Weg machen sie sich Sorgen, wer ihnen wohl helfen könnte, den Stein weg zu wälzen, der das Grab verschließt.  Doch als sie dort ankommen, ist der Stein schon beiseite gewälzt. Die Ostergeschichte erzählt von der Botschaft des Engels im Grab: „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ (Mk.  16,6)

Unser Vorschlag für Ihr Ostern zu Hause: ein kleiner Ostergarten auf dem Fensterbrett. (Sie können natürlich auch ein Beet im Garten nehmen, wenn Sie einen Garten haben.) Nehmen Sie dazu z. B. eine Blumenvase oder zwei Topfpflanzen. Außerdem brauchen Sie einen schönen Stein, den legen Sie etwas versetzt von der Mitte auf das Fensterbrett. Auf die andere Seite neben die Mitte kommt ein Teelicht auf einer Untertasse, oder eine Osterkerze. Dazu alles, was Sie sich so vorstellen mögen unter einem „Ostergarten“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und stellen Sie sich damit die Szene vor: Der Stein ist etwas beiseite gerückt. Für den Engel auf der anderen Seite zünden Sie das Teelicht oder die Kerze an. Und dann ist da diese leere Stelle in der Mitte. Ganz wichtig: frei gehalten. Da ist der nicht mehr, den die Frauen gesucht haben. Den wir alle brauchen. Und in dieser Mitte ist all das mit gedacht, was wir gerade jetzt vermissen in diesen Tagen. Alles, was – und auch wer – fehlt. Und zugleich ist dies der Platzhalter für etwas Neues. Was noch keiner kennt und niemand sich vorstellen kann.

 

Der Engel sagt beides: „Er ist nicht hier.“ – Man sieht die Leerstelle. Und: „Ihr werdet ihm verwandelt wieder begegnen: als Auferstandenem.“ – Es kommt nicht darauf an, sich dieses schon jetzt auszumalen. Jetzt geht es nur darum: Dass diese Leerstelle nicht einfach nur leer bleibt. Sondern dass der Platz frei gehalten wird, damit das Neue in unsere Mitte kommen kann. Wie immer es aussehen mag. Vielleicht erschreckend zuerst. Und dann aber befreiend.

(Andreas Wandtke-Grohmann Gemeindedienst der Nordkirche)

OSTER-MEDITATION

 

Vielleicht finden Sie in diesen Ostertagen einen schönen stillen Moment. Vielleicht zünden Sie sich eine Kerze an, so eine einfache weiße Haushaltskerze. Sie könnten da noch ein rotes Kreuz aus Klebewachs dranmachen, dann sieht sie wirklich aus wie die Osterkerze in der Kirche – aber es geht auch so. Wenn Sie sich bitte einmal vorstellen: Das ist jetzt wohl mal meine Osterkerze, das Licht, das in die Dunkelheit hinein scheint und das alles verwandelt.

 

Und dann erinnern Sie sich. Denken Sie mal zurück an die letzten sieben Wochen. Eine verrückte Zeit. Am Anfang, zu Aschermittwoch, da haben Sie vielleicht noch gedacht: Worauf will ich denn diesmal verzichten während der Passionszeit? Auf Schokolade oder Alkohol, auf zu viel Internet oder schlechte Laune? Und dann kam es ja wie von selbst: all das, worauf wir verzichten mussten. Was uns genommen wurde, Schritt für Schritt. Was wir uns niemals hätten vorstellen können. Kein Kino mehr, kein Konzert, kein Theater, kein Einkaufsbummel. Kein Besuch mit den Kindern bei Oma und Opa. Keine Geburtstagsparty, keine Kneipentour. Kein Verreisen, kein Gottesdienst in der Kirche. Fastenzeit, wie man sich das gar nicht ausdenken und vornehmen kann.

 

Ostern, das hat dann mit Rück-Erinnerung zu tun und mit einer Wiederholung des Gewesenen. So steht das in der Bibel: Die Jünger machen zu Ostern alles noch ein zweites Mal durch – sie gehen zurück nach Galiläa an den See Genezareth, sie werfen als Fischer wieder ihre Netze aus, und wieder mal vergeblich. Als müssten sie das alles noch mal erleben, wie es früher schon war: die Enttäuschung nach einer langen Nacht, die Schwere in den Gliedern und im Herzen. Und müssten sich erinnern: „So war das, ganz genau so.“ – Alles ist gleich und doch anders. Denn diesmal geschieht es im Licht von Ostern. Alles Schwere und Bedrückende ist noch einmal da – und doch verwandelt sich da etwas. Denn jetzt ist bei allem der dabei, den sie sich kaum beim Namen zu nennen trauen. Sie sagen: „Es ist der Herr!“ Eigentlich meinen sie: Es ist Jesus, er ist wieder da! Aber das ist mehr als eine reine Wiederholung. Es ist eine Verwandlung. Es wird jetzt alles anders, weil er dabei ist. Auferstanden: unverlierbar und unkaputtbar.

 

So setzen Sie sich mal zu Ihrer Osterkerze und erinnern sich. Lassen das noch mal Revue passieren, was Sie erlebt haben. Und stellen sich vor: Das geht vielleicht alles auch noch so weiter eine ganz Weile – aber wir sind nicht verloren und verlassen. Er ist mit dabei, irgendwie: der, den sie den „Herrn“ nennen. Unsichtbar und ungreifbar, aber real. Alles gerät hinein in das Osterlicht, und das sagt: Nichts muss so bleiben, wie es ist. Alles kann sich verwandeln. So wird es Ostern zu Haus.

(Andreas Wandtke-Grohmann, Gemeindedienst Nordkirche)

Bilder für Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern:

Idee für ein meditatives digitales Format (ca. 20 Minuten):

Fotos oder ein Film zeigen einen je nach Tag – Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern- gestalteten Altar oder Kirchraum der eigenen Kirche. Das bedarf der Vorbereitung. Im Fotoshooting durchlebt man schon die Karwoche und das erlösende Ostern. Unterlegt werden die durchlaufenden Bilder mit passender Musik oder nur Gesang (z.B. am Karfreitag) und den biblischen erzählenden Kerngeschichten (das letzte Abendmahl, die Passionsgeschichte, eine Ostergeschichte). An den entsprechenden Tagen wird die Andacht online gestellt. Man kann auf den digitalen Wegen anregen, Rückmeldung zu den Feiertagen zu geben. Gedanken, Gebete, die einem im Hören und Sehen kamen. In den außergewöhnlichen Corona-Zeiten sprechen die biblischen Geschichten auf eine neue Weise. Parallel zu dem meditativen Angebot ist jemand zu den Gottesdienstzeiten „leibhaftig“ stellvertretend in der Kirche, entzündet Kerzen für Gebetsanliegen und hält Fürbitte.  (Volker Simon, Elisabeth Lehmann, Sabine Simon, Anja Blös, KG H-Hoheluft, Nordkirche)

Oster-Lichter/“Gottesdienst zum Mitnehmen“

Eine Hamburger Gemeinde stellt einen Tisch mit Einmachgläsern auf, und darin liegt ein ausformulierter Gottesdienst mit Predigt, Teelicht, Segensspruch, also ein „Gottesdienst zum Mitnehmen“. Dieser wurde auch einigen älteren Gemeindegliedern vor die Tür gestellt; und er wurde auf der Website der Gemeinde zum Herunterladen hinterlegt. (Kirchenkreis Hamburg West) Zu Ostern könnte es eine kleine Osterkerze und ein Ostergottesdienst für zu Hause, mit und ohne Kinder sein.

Osterkerzen verbinden

Eine Hamburger Gemeinde wird einen Sondergemeindebrief mit einer Anleitung für einen Karfreitags- und einen Ostergottesdienst zu Hause verteilen: „Wir werden Ostern um 5:30 Uhr läuten und einladen, sich den Wecker zu stellen, eine Kerze anzuzünden, während wir in der Kirche die Osterkerze anzünden.“

Auf der letzten Umschlagseite findet sich dann folgender Text: „Dies ist nicht unsere Osterkerze. Aber wir werden sie in der Osternacht entzünden. Sie wird nach einem Jesuswort gestaltet sein: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,48) Vielleicht werden Sie oder Ihre Kinder kreativ und gestalten diese Kerze zum Thema „Brot des Lebens“ – und dann bringen Sie uns nach Ostern Ihr Kerzenbild in die Kirche und wir fügen unsere Ostermomente mit der Kerze zu einer gemeinsamen Osterfeier zusammen.“

OSTERSTEINE STÄRKER ALS DER TOD

 

Manch eine(r) kennt die Elbstones – eine Facebook-Gruppe, die inzwischen auf über 27.000 Mitglieder angewachsen ist. Der Grundgedanke ist einfach: Menschen bemalen Steine und legen sie irgendwo aus, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten. „Kirche im Dialog“ hat diesen Gedanken in Kooperation mit der KG Segeberg adaptiert und eine deutschlandweite Hoffnungsbewegung ins Leben gerufen: Über 500 Menschen von Nord bis Süd und von Ost bis West bemalen aktuell Steine mit Zeichen der Hoffnung. Eigentlich als Aktion für die Passionszeit und die Ostergottesdienste gedacht, sind bereits jetzt alle Menschen eingeladen, sich Steine zu besorgen, sie zu Hause zu bemalen und dann beim Spazieren an öffentlichen Orten als Zeichen der Hoffnung auszulegen – Osterhoffnung haben wir nötiger denn je!

Um die Steine auf der Vorderseite mit einem Hoffnungszeichen (Bild, Symbol, Bibelvers o.ä.) zu bemalen, kann man Acrylfarbe benutzen, aber auch wasserfeste Stifte oder Acryllack. Auf die Rückseite kommt die Facebook-Gruppe „Ostersteine“ sowie entweder der Hashtag #stärkeralsdertod oder der Hashtag #hoffnunghamstern – damit man sie bei Facebook oder Instagram entsprechend posten kann, obwohl natürlich auch eine analoge Teilnahme möglich ist. Anschließend müssen sie versiegelt werden mit Acryllack bzw. Klarlack, farblosem Nagellack oder Bootslack. Man sollte nichts auf die Steine kleben, um der Umwelt nicht zu schaden. Wenn man sie findet und mitnimmt, wird eine Desinfektion unbedingt empfohlen – man weiß ja nie. (Emilia Handke, Kirche im Dialog, Nordkirche)

 

#OSTERN ZUSAMMEN FEIERN

SING + RECORD TO HOPE CHOIR

Sing mit im größten OsterCho!  Denn Ostern heißt: Alles wird neu. Alles wird hell. Die Sonne geht auf. Das wollen wir mit euch feiern! Am Ostersonntag lassen wir den derzeit größten Chor erklingen. Und dafür brauchen wir natürlich deine Stimmen.

Wie gehabt findest du hier ein Teach-Me-Track zum neuen Song „Morgenlicht“. Dort kannst du deine Stimme lernen. Und dann geht es schon los:

–        Kopfhörer auf

–        Teach-Me-Track starten

–        Playback starten

–        Handy Sprachaufnahme anmachen

–        Und SINGEN =)

–        Aktion fotografisch festhalten

–        Aufnahme und Foto an uns bis zum 07. April schicken

 

Wir werden alle Stimmen zu einem großen Chor mixen. Am Ostersonntag feiern wir dann gemeinsam: Mit all euren Stimmen, mit euren strahlenden Fotos, mit einem großartigen Song und mit der Hoffnung der Osterbotschaft. Gott ist stärker als der Tod. Er hält auch all das in der Hand, was wir gerade erleben. Es gibt Hoffnung, die leuchtet über alles hinaus. #stärkeralsdertod #SingToHopeChoir (Jan Simowitsch und Team, Popularmusik Nordkirche)

 

https://www.popularmusik-nordkirche.de/sing-to-hope-choir/

 

Ostergeschichten für Stubenhocker – dazu laden die Kleinkunstkirche und Erzählkünstler*innen aus dem ganzen Norden ab Gründonnerstag ein. Jeden Tag gibt es um 17 Uhr eine halbe Stunde lang Geschichten live und in Farbe per Video-Meeting über Zoom. Wenn in den Ostertagen die Menschen zu Hause sitzen müssen und der Besuch von Freunden und Familie kaum möglich ist, wollen wir Hoffnungsgeschichten in die Häuser bringen. Auf dem Programm stehen klassische Märchen, Weisheitsgeschichten und biblische Geschichten für Kinder und Erwachsene. Allen Geschichten gemeinsam ist die Überzeugung, dass das Leben stärker ist als der Tod. Alle Termine und Programme findet ihr im Veranstaltungskalender der Kleinkunstkirche unter https://www.kleinkunstkirche.de/zwischentoene/. Dort gibt es auch die genauere Anleitung, wie man über PC, Smartphone oder Tablet mit dabei sein kann.

Kindergottesdienst zu Hause – Ostern

Jesus sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Wenn der Gottesdienst in der Kirche ausfällt, dann könnt Ihr zu Hause mit Euren Kindern Gottesdienst feiern. So habt Ihr diese besondere Zeit bei Euch Zuhause. Gott wird dabei sein.

Sucht mit Euren Kindern einen schönen Ort aus und macht es Euch gemütlich. Um die besondere Zeit vom „normalen“ gemeinsamen Spielen und Erzählen zu unterscheiden, könnt Ihr den Ort gestalten: Kissen auslegen, auf denen Ihr sitzen möchtet und einen „Altar“ auf einem Tisch, einer Kiste oder einem Tuch auf dem Fußboden vorbereiten. Mit Blumen, um den Tisch zu schmücken. Einer brennenden Kerze, die daran erinnert, dass Gott unser Licht ist und bei dieser Feier dabei ist. Einer Bibel für all die Geschichten, die wir von Gott und den Menschen erzählen und hören können. Einem Kreuz dafür, dass Gott zu uns in die Welt gekommen ist und den Tod besiegt hat. (Es können echte Blumen oder welche aus Lego sein. Das Kreuz kann aus Löffeln oder Bauklötzen gelegt werden, wenn gerade kein Kreuz zur Hand ist. Alles ist erlaubt. Die Kinder werden schon etwas Passendes finden. Bei der Kerze natürlich die üblichen Sicherheitsvorkehrungen beachten!)

Zu Beginn könnt Ihr eine Glocke läuten und ein Lied singen oder von der CD spielen.

Dann sagt einer oder eine: Wir sind zusammen und feiern Gottesdienst. Wir Menschen und Gott.

Alle sagen gemeinsam: Amen.

Ihr könnt zusammen einen Psalm beten und dabei singen:

(beide Lieder anhören unter www.kindergottesdienst.nordkirche.de oder www.gottesdienstinstitut-nordkirche.de)

Eine/r liest:

Manchmal habe ich Angst und rufe nach Hilfe.

Gott tröstet. Auch mich.

Alle singen: Wir danken Gott, denn Gott ist freundlich…

Manchmal bin ich ärgerlich und schimpfe mit der ganzen Welt.

Gott bleibt trotzdem. Auch bei mir.

Alle singen: Wir danken Gott, denn Gott ist freundlich…

Manchmal fühle ich mich allein und unsichtbar.

Gott sieht das Besondere in jedem Menschen. Auch in mir.

Alle singen: Wir danken Gott, denn Gott ist freundlich… Alle sagen zusammen: Amen.

 

Jemand erzählt die Ostergeschichte oder liest sie vor: Lukasevangelium Kapitel 24, Verse 1-12.

(Unter www.die-bibel.de findet sich der Text auch. Luther 2017 oder Basisbibel anklicken und die Bibelstelle eingeben. Bei der Basisbibel werden schwere/unverständliche Worte erklärt, wenn man sie anklickt.)

Dann kann jeder und jede etwas kneten oder malen oder aus Bauklötzen bauen. Anschließend schaut Ihr Euch an, was alle gestaltet haben. Achtung: Alles ist richtig und wird wertschätzend betrachtet! Wer mag, erzählt sich noch gegenseitig, was das Schönste an der Geschichte war oder was Euch nicht so gut gefallen hat.

Ihr könnt ein Lied zusammen singen, dass Ihr aus dem Kindergottesdienst/ der Kita kennt.

Dann könnt Ihr beten. Entweder etwas frei sprechen, für das Ihr beten möchtet. Oder noch einmal etwas bauen oder kneten, dass Ihr Gott erzählen/zeigen möchtet. Oder alle beten das Vater Unser und/oder einer/eine betet:

Gott, es ist wie ein Wunder:

Traurige werden wieder fröhlich.

Ängstliche werden mutig.

Freude ist ansteckend.

Steck uns an mit deiner Lebenslust.

Alle sagen gemeinsam: Amen.

Am Ende könnt Ihr noch ein Lied singen.

 

Dann sagt Ihr Euch gegenseitig: Gott will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein. Amen.

Antoinette Lühmann. Fachstelle Kindergottesdienst in der Nordkirche. Text der Gebete: Antoinette Lühmann, Musik: Jan Kessler. Die Gebete sind erschienen in Du bist da 2020. Gebete und liturgische Elemente zum Plan für den Kindergottesdienst. Verlag Junge Gemeinde. Die Lieder findet Ihr als Audiodateien unter www.kindergottesdienst.nordkirche.de und www.gottesdienstinstitut-nordkirche.de