Leider wurden für die nächsten Wochen alle Chorproben abgesagt. Bestimmt vermisst ihr euren Chor und das gemeinsame Singen.
Unser Plan: Wir wollen euch ermöglichen, trotzdem jede Woche neue Songs kennen zu lernen. „Holt die Chorprobe zu euch nach Hause – gemeinsames Konzert gleich nach Corona.“

https://www.nordkirche.de/nachrichten/nachrichten-detail/nachricht/sing-to-hope-choir-dieser-chor-probt-digital-zu-hause/

Da wir uns vor dem Konzert nicht treffen können, finden die „regelmäßigen Proben“ digital bei euch zu Hause statt. Dafür stellen wir euch jeden Mittwoch einen neuen Song vor. Über den Youtube-Link findet ihr sogenannte „Teach-Me-Tracks“. Annika hat alle Stimmen für euch eingesungen, eingebettet in den Gesamtchorsound. Die dazugehörigen Noten findet ihr in der Songbeschreibung unter dem jeweiligen YouTube-Link.

Wenn die Einschränkungen wieder aufgehoben sind, das Leben auf die Straße und in die Kirche zurückkehrt: dann feiern wir. Miteinander.

Und treffen uns dann persönlich und singen als „SING TO HOPE CHOIR“. Vorfreude pur!

KONZERTINFOS
WO: Je nach Größe des Chores, zentral erreichbar in der Nordkirche.
WANN: An einem Sonnabend. Danach.
WER: Alle, die Lust haben auf Singen und Miteinander.
WAS: Gospel und Pop von u.a. Micha Keding (Micha Keding´s Gospel Connection), Elke Hoffmann (www.lebenslied.de), Jan Meyer (Gospelkirche Hannover), Miriam Buthmann (Songwriterin HH) und Jan Simowitsch (Referent für Popularmusik der Nordkirche) –

Vielen Dank an alle, die uns ihre Noten für dieses Projekt so großzügig und unkompliziert zur Verfügung stellen!

MASKEN FÜR GUTE ZWECKE

 

 Care for Europe

hat Soidaritätsmasken zum 9. Mai, dem Europatag, entwickelt.

https://www.care-for.eu/

 

Für Vielfalt und Zusammenhalt

Behelfs-Mund-Nasen-Masken

Die Initiative für Solidarität im Alltag

 

Auch Kirchengemeinden können mit ihren handarbeitsbegabten Mitgliedern in die Maskenproduktion für einen guten Zweck, lokal, regional, international einsteigen.

Ideen für ansprechende (kirchennahe?) Designs gibt es sicher.

 

 

Manch eine(r) kennt die Elbstones – eine Facebook-Gruppe, die inzwischen auf über 27.000 Mitglieder angewachsen ist. Der Grundgedanke ist einfach: Menschen bemalen Steine und legen sie irgendwo aus, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten. „Kirche im Dialog“ hat diesen Gedanken in Kooperation mit der KG Segeberg adaptiert und eine deutschlandweite Hoffnungsbewegung ins Leben gerufen: Über 500 Menschen von Nord bis Süd und von Ost bis West bemalen aktuell Steine mit Zeichen der Hoffnung. Menschen sind eingeladen, sich Steine zu besorgen, sie zu Hause zu bemalen und dann beim Spazieren an öffentlichen Orten als Zeichen der Hoffnung auszulegen – Osterhoffnung haben wir nötiger denn je!

 

Um die Steine auf der Vorderseite mit einem Hoffnungszeichen (Bild, Symbol, Bibelvers o.ä.) zu bemalen, kann man Acrylfarbe benutzen, aber auch wasserfeste Stifte oder Acryllack. Auf die Rückseite kommt die Facebook-Gruppe „Ostersteine“ sowie entweder der Hashtag #stärkeralsdertod oder der Hashtag #hoffnunghamstern – damit man sie bei Facebook oder Instagram entsprechend posten kann, obwohl natürlich auch eine analoge Teilnahme möglich ist. Anschließend müssen sie versiegelt werden mit Acryllack bzw. Klarlack, farblosem Nagellack oder Bootslack. Man sollte nichts auf die Steine kleben, um der Umwelt nicht zu schaden. Wenn man sie findet und mitnimmt, wird eine Desinfektion unbedingt empfohlen – man weiß ja nie.

Hoffnungsläuten – Innehalten und Beten am Mittag

Praktische Hinweise und Hintergrundgedanken

Das Wichtigste in Kürze:

Start:              Freitag, 27.März 2020, 12 Uhr.

Was:               Alle Gebetsglocken der Nordkirche läuten täglich mittags 4 bis 5 Minuten lang (außer Karsamstag)

Warum:          Als Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit.

Wie lange:     Das Ende der Aktion setzt die Landeskirche.

Wie:                Wenn es z. B. schon ein Gebetsläuten um 18 Uhr gibt, ergänzt das Zwölf-Uhr-Läuten dieses.

Hinweise: Weil es sich um eine befristete Landeskirchen-weite Aktion handelt, müssen die Kirchengemeinderäte keine Änderung der Läuteordnung beschließen.

Das Hoffnungsläuten der Glocken können Sie verbinden mit Hoffnungsworten, die Sie als Banner am Kirchturm weithin sichtbar aufhängen und als Plakate im Schaukasten oder in anderer Form verbreiten können. Dazu ist am 25. März 2020 eine Information aus dem Amt für Öffentlichkeitsdienst an die Kirchenkreise der Nordkirche gegangen.

Für das Hoffnungsläuten gibt es ebenfalls Materialien zur Verbreitung. Siehe unten.

Hinweise zur praktischen Umsetzung

Die Umsetzung – was ist tun?

  • Die Gebetsglocke für das Mittagsläuten bis auf Weiteres auf 12 Uhr mittags für 5 Minuten einstellen oder das Läuten per Hand organisieren. Ausnahme: Karsamstag

 

  • Den KGR informieren: Die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche rufen uns zu einer nordkirchenweiten Aktion auf. In ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sollen mittags um 12 Uhr die Glocken läuten, als Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit.

Glocken erreichen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen auch bei Ausgangsbeschränkungen. Wer hört, gehört schon dazu. Wir sind auf diese Weise verbunden und geben den Menschen Gelegenheit ihren Tag kurz zu unterbrechen und Zeit zum Innehalten und Beten, auch wenn unsere Kirchen geschlossen sind. Die Aktion wird von Bischofsworten, Presse und NDR inhaltlich begleitet.

 

  • Plakate für Kirchenportal und Schaukästen ausdrucken und aushängen. Die gibt es in verschiedenen Größen im Anhang. Dort finden Sie auch Textbausteine für Internet, Gemeindebrief, Wochenblatt sowie Gedanken, Gebete und Anregungen. Diese Dateien und zusätzliche Dateien zum Ausdrucken in Druckereien finden Sie zum Herunterladen unter:

https://www.nordkirche.de/gemeindeportal/material/

#hoffnungsläuten

 

Hintergrund und inhaltliche Gedanken

Die Botschaft

Wir läuten die Glocken als Zeichen der Hoffnung in schwere Zeit.

Der Klang der Glocken verbindet alle, die sie hören, von Flensburg über Hamburg bis Usedom.

Wir verbinden uns mit uns selbst (indem wir einen Moment innehalten), mit anderen (indem wir an sie denken) und vielleicht mit Gott (indem wir beten).

Auch die Menschen, die im Moment einsam sind und nicht besucht werden, hören die Glocken und gehören dazu.

Die Glocken erinnern:  Es ist an der Zeit, innezuhalten, zu beten! Sich zu besin­nen auf das, was tröstet und stärkt und uns trägt angesichts dieser globalen Krise.

Sie unterbrechen unsere Gedanken und Sorgen, unsere Arbeit und Einsamkeit.

Die Glocken rufen Christen seit vielen Jahrhunderten zum Gebet.

In dieser Zeit können sie zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.

 

Das Hoffnungsläuten verbindet sich sehr gut mit der Banneraktion „Hoffnungsworte“ des AfÖ #hoffnungsläuten, indem es den Mut-Worten auf den Bannern an den Kirchtürmen einen Klang gibt. Materialien dazu finden Sie auf den oben angebenen Seiten.

 

Die Chance:  Hören und Dazugehören

Glocken erreichen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen auch bei Ausgangsbeschränkungen; auch wenn sie einsam in Pflegeheimen und Krankenhäusern liegen; auch wenn sie allein in ihren Wohnungen sitzen; auch wenn sie arbeiten müssen; auch wenn sie in Schlangen stehen.

Sie wollen Verbundenheit stärken, Trost und Hoffnung spenden, Innehalten ermöglichen. Sie laden ein, den Tag zu unterbrechen: die Sorgen, die Ängste, die Ohnmacht, das Grübeln, die Hektik, die Langeweile, die Trägheit, die Überforderung. Unterbrechung – die kürzeste Definition von Religion: Sich zurückbinden an das, was trägt und hält!

Innehalten – sich besinnen – sich (im Gebet) mit sich selbst, mit anderen, mit Gott, der Lebenskraft, der Quelle allen Lebens zu verbinden –  aneinander denken und füreinander beten – sich stärken lassen von alten Worten, die schon viele Menschen vor uns in Krisen und schweren Zeiten getragen und ermutigt haben – danken ­– hoffnungsvoll(er) und gegen Ohnmacht widerständiger weiterleben – Gemeinschaft stärken, sich im Gleichklang mit allen Menschen hier im Norden verbinden.

 

Theologische Assoziationen

  • „Fürchte dich nicht!“ Stärker als Angst und Ohnmacht ist die Kraft der Liebe, der Hoffnung, des Vertrauens. Die Botschaft auch des Osterengels.
  • Vertrauen, Liebe, Hoffnung – aber die Liebe ist und bleibt das Größte.
  • Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Liebe, der Kraft, der Besonnenheit. Dieser Geist hat einen langen Atem. Er bewahrt die innere Kraft in der Not.
  • Der Ursprung des Mittagsläutens ist das „Angelus-Läuten“. Gott schickt seine Engel, um zu trösten, zu heilen, zu helfen, zu ermutigen, zu stärken, zu beraten – Menschen können sich einander zum Engel werden. Gemeinschaft und Nachbarschaft wird wichtiger.
  • Der Engel, nach dem Du Ausschau hältst, ist schon unterwegs. (Mal 3,1)
  • Die Himmelsleiter, Kirchtürme mit Glocken und Banner als Verbindung zu einer stärkenden, bewahrenden Wirklichkeit.
  • Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
  • Hörst du nicht die Glocken? Es ist Zeit! Kairos – Alles hat seine Zeit…Was ist jetzt dran, was ist wichtig? Welche Stunde schlägt uns?
  • Etwas an die große Glocke hängen (einen Gedanken, ein Gebet…)
  • Zu Ostern: Wo Todesangst und Zweifel ist (und auch bleibt), kann doch im Morgengrauen eine ganz andere Wirklichkeit unerwartet einbrechen. Fürchte Dich nicht, das Leben ist stärker. Ich werde bei euch sein – wo zwei (oder drei) versammelt sind – wo ihr einander Ohren und Herzen öffnet (Emmaus). Trotz und in allem, unerwartet und unglaublich und immer anders als wir denken, kann sich eine neue Licht- und Lebensspur auftun.

 

Historisch

  • Seit dem 13. Jahrhundert ist der Brauch des abendlichen Läutens bekannt, bei der die Menschwerdung Jesu Christi gedacht wurde. Gott kommt zur Welt (Angelus Domini … Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist).
  • Etwas später folgte ein morgendliches Läuten, bei dem des österlichen Sieges und somit der Auferstehung Jesu am Ostermorgen gedacht wurde.
  • Erst seit dem 16. Jahrhundert ist auch das Mittagsläuten üblich geworden, das mit einem Gedenken an das Leiden Christi und darin an das Leid der Menschen verbunden war.
  • Hintergrund aller drei Läutezeiten ist eine Gliederung des Tagesablaufs der Glaubenden, eine Unterbrechung der Arbeit und alltäglichen Tätigkeiten für einen Moment der Besinnung und der Ruf zum häuslichen bzw. privaten Gebet.

 

Innehalten als Alltagsritual

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Es braucht Gewohnheiten, in denen er wohnen kann. Formen, die halten und tragen. Diese Formen zerbrechen auf vielfältige Weise.

Wir sind persönlich und als Gesellschaft zutiefst betroffen. Es ist gut, dafür ein Ritual zu haben, das uns alle verbindet. Um Halt zu haben und Haltung zu bewahren. Und zugleich einen gemeinsamen Raum für Angst, Fragen und Hoffnung.

GEBETSVORSCHLÄGE

 

GEBET 1

Hoffnungsläuten
Den Klang hören und durchatmen.

Mit Gott sprechen. Vielleicht so:
Gott, sei bei mir.

Höre meine Sorgen.

[Stille]

Höre meine Bitten:

Für die Kranken.

Für ihre Angehörige.

Für die Pflegenden.

Für die, denen das Geld ausgeht.

Für die Erschöpften.

Für die Sterbenden und die Trauernden.

Tröste, trage, liebe alle, die dich brauchen.

[Stille]

 

[Vaterunser]

 

Gott sagt:

Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir.

Lass mich darauf vertrauen.

Danke für alles, was stärkt.

Amen.

 

 

GEBET 2 [für Menschen ohne christlichen Hintergrund]

Hoffnungsläuten

 

Es ist Zeit, eine kurze Pause einzulegen.

Ich denke an Menschen, die es schwer haben.

Ich erinnere mich an alles, was mich tröstet und stärkt.

Ich halte einen guten Gedanken fest.

Ich verbinde mich mit Menschen, die gerade auch die Glocken hören.

Ich bin nicht allein.

GEBET 3

Hoffnungsläuten

 

Es ist Zeit innezuhalten, durchzuatmen, zu beten.

Wir bringen vor Gott, was uns bewegt.

Wir bitten für die Menschen, die jetzt für uns ihren Dienst tun.

Wir bitten für die Kranken.

Wir bitten um Hoffnung und Herzenskraft.

Wir sind verbunden mit allen.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Amen

 

GEBET 4

Hoffnungsläuten

 

Hören Sie auf den Klang

Atmen Sie tief durch.

Schließen Sie die Augen,

vielleicht legen Sie sich die Hand aufs Herz.

Denken Sie an die Menschen, die es jetzt besonders brauchen.

Schweigen, auf die Glocken hören

Beten Sie ein Vaterunser

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Amen

VIRTUELL ZUSAMMEN SINGEN  – WAS SICH IN JEDER GEMEINDE UMSETZEN LÄSST

 

Ein feines Projekt hat die Kirchengemeinde Niendorf/Ostsee zu Ostern auf den Weg gebracht, zur Freude vieler, die mitgemacht oder es gesehen haben.

Die Idee ist auf verschiedene Gruppen und Settings übertragbar.

Einen ersten Einblick gibt das Video:
https://youtu.be/F-sFN68u8qo

Und hier kommt die step-by-step Anleitung von Kantorin Lena Sonntag:
Zuerst brauchst du ein Playback. Nur so kannst du sicher sein, dass alle Sängerinnen und Sänger im Bezug auf Timing und Tonart zusammenpassen. Je nach Leistungsfähigkeit der Teilnehmer kann der Gesang natürlich mehrstimmig erfolgen, und dann ist es vielleicht hilfreich, unterschiedliche Playbacks mit den einzelnen Stimmen aufzunehmen.

Das Playback/die Playbacks verschickst du per Mail oder Messenger an alle Sängerinnen und Sänger, die du gerne dabei haben möchtest. Teile den Sängerinnen und Sängern am besten auch gleich mit, ob die Nachricht unbegrenzt weitergeleitet werden soll. Überlege dir vorher, ob du unbegrenzt viele Spuren bearbeiten kannst…

Die Teilnehmer erhalten mit dem Playback auch gleich eine Anleitung. Die sieht etwa so aus:
„Setzt euch Kopfhörer auf und filmt euch (ggf. mit einem weiteren Smartphone/Gerät) wie ihr zum Playback singt. Auf eurem Video darf nur eure Stimme zu hören sein, nicht das Playback!“

Das Video lässt du dir zuschicken. Dazu benötigst du auch noch eine Einverständniserklärung der Teilnehmer, dass sie mit der Veröffentlichung ihres Videos im Internet einverstanden sind.

Wenn du alle Videos bekommen hast, kannst du starten: In deinem Videoschnittprogramm synchronisierst du alle Spuren zu deinem Playback. Wenn du dich damit selbst nicht auskennst, findest du bestimmt einen Technikfreak, der das für dich übernimmt. Und dann: Raus damit in die Welt! 🙂

CORONA SPIELRÄUME

 

Anders Kirche sein in anderen Zeiten. Sich aufmachen.  Raum geben. Fenster und Türen öffnen. Durchlässig werden für die Kraftquellen (neudeutsch Ressourcen!) innen und außen. „…Meine Arbeit? Die eines Rutengängers, der die Gemeinde durchstreift, nach Quellen suchend, die ohne mein Zutun sprudeln, über deren Fassung, Nutzung wir allenfalls dann miteinander beraten“, schreibt der Schweizer Theologe und Dichter Kurt Marti über unseren Berufsstand, „…dabeisein, wenn Leben sich rührt.“

Es rührt sich spürbar auf dem Brunnenhof, wenn während dieser Corona-Tage die Orgel durchs offene Fenster klingt und auch Menschen da sind, die sonst nicht kommen. Nachbarschaft. Die Alten und die Jungen.  Hast Du Töne für die Hoffnung, auch wenn Du noch keine Worte hast? Man sieht den Gesichtern an, dass die Herzen sich öffnen. Menschen offenherzig werden.

Fast zaghaft klingt etwas an, dringt nach außen, was bewegen, tragen, trösten könnte.  Findet Rauswege ins Herz der Menschen, der „Außenstehenden“. So könnte Kirche wachsen – von den Rändern her. Von außen nach innen. Mit Zeit zu verweilen, im eigenen Tempo näherzukommen. Vorsichtig wegen Corona oder weil es fremd geworden ist, das Heilige. Zeigt sich hier ein Weg? Könnte aus der Not Neues werden?

Könnten wir noch mehr Anlass geben stehenzubleiben und zu lauschen auf die Kraft, die Herzen berühret und öffnet, bewegt und tröstet. Könnten wir in unsicherer Zeit unsere Türen noch weiter öffnen zum Lauschen auf die inneren Fragen und die Worte, die dann kommen. „Hier bin ich nicht mehr allein mit meinem Alleinsein. Zum Gottesdienst gehe ich lange nicht mehr, aber dies… wenn Kirche mehr so sein könnte…“ Die Frau neben mir schweigt und lauscht den verklingenden Orgeltönen und dem Segen. So wie ich ihren Worten nachlausche.

Was könnte da wachsen, wenn wir an den Rändern, auf den Plätzen, am Fuß der himmelweisenden Türme Räume öffnen –  Hörräume, Sprechräume, Spielräume, Freiräume  –  für Glauben und Hoffnung. Was wenn Kirche sich aufmacht und dem Hoffnungsleuten folgt, das vom Turm erklingt.

Melanie Kirschstein

Jona draußen auf dem Kirchvorplatz

Die Jona-Erzählung erzählt die „Initiation durch eine Katastrophe“. Wenn man das nicht vom Ende her als ein abgekartetes Spiel versteht, sondern mitfühlt mit dem Helden, so erlebt Jona einen Bruch mit seinem bisherigen Leben: Er flieht bis ans Ende der Welt vor dem Propheten-Auftrag, gerät in einen Sturm und wird über Bord geworfen. Und wird verschluckt von einem „Wal“. Das ist sein „Schwellen-Raum“, der ihn für (symbolische) drei Tage und Nächte bewahrt, bis er wieder herauskommt ans Ufer: zu einem Aufbruch ins prophetische Amt. Diese phantastische Reise folgt dem Mythos der „Nachtmeerfahrt“: In verschiedenen Kulturen gibt es die Erzählung, wie ein Sonnenheld von einem Ungeheuer im Westen verschluckt und durch die Tiefe in den Osten gebracht wird, wo er neu geboren wird (dazu: Uwe Steffen, Jona und der Fisch. Der Mythos von Tod und Wiedergeburt, Stuttgart 1995). Ein archetypisches Seelenbild, das von dem spricht, was man im Schwellenraum, erleben kann.

 

Mir ist dies wichtig geworden, weil wir unseren derzeitigen Zustand als einen solchen Schwellen-Raum beim Übergang verstehen könnten: Seit Wochen gibt es für uns (wie für Jona in der Geschichte) die Alltags-Welt, wie wir sie kannten, nicht mehr. Und es ist ungewiss, wann wir in einer neuen Normalität angelangt sein werden, und wie diese dann aussehen wird. Wir können kaum auf Verhaltensmuster aus der Vergangenheit zurückgreifen, und es ist schwer möglich, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Wir sind radikal auf die jeweilige Gegenwart geworfen. Und dafür müssen wir uns oft genug selber eine haltende Struktur zimmern, müssen den Alltag mehr oder weniger improvisieren. Das hat eine äußere Seite der Herausforderungen und Zumutungen – und auch eine innere: Denn es steht infrage, wer wir nun sind und sein werden, da unsere Sicherheiten so schwer erschüttert sind.

 

Idee für eine kleine geistliche Form draußen auf dem Kirchvorplatz / im Garten des Gemeindehauses:

 

Der Anfang der Geschichte von Jona wird erzählt. Jeder kann sich einen Tonkloß nehmen und sich damit einen Moment  für sich beschäftigen. Daraus einen Jona formen. Welches Gebet hat mein Jona im Bauch des Wales? Der Figur einen Platz im Garten suchen. (Ist danach Händewaschen möglich?)

 

Wir erzählen die Fortsetzung der Geschichte und besuchen die Jonasse bei ihren Rizinus-Stauden.

 

Andreas Wandtke-Grohmann, Gemeindedienst der Nordkirche

PERLEN-AKTION VOR DER KIRCHE –  STÜHLE DES GLAUBENS

Manche haben sie ums Handgelenk: die 18 „Perlen des Glaubens“ als Armband an einer Schnur. Der schwedische Bischof Martin Lönnebo saß 1995 wegen eines Sturms mehrere Tage auf einer griechischen Insel fest, da hat er diesen „Rettungsring“ erfunden. Durch Kirstin Faupel-Drews gelangten die Perlen des Glaubens nach Deutschland, das Amt für Öffentlichkeitsdienst verkauft diese Perlen-Armbänder https://www.glaubenssachen.de/themenbereiche/perlen-des-glaubens.html und es gibt dazu Seminare https://www.glaubenssachen.de/ueber-uns/perlenkurse/.

 

Diese 18 Perlen sind eine Hilfe zum Beten oder auch Meditieren. Mit ihnen gelangt man durch die großen Themen des Lebens und des Glaubens. Es gibt dabei keinen „einzig richtigen Gebrauch“ – sie sind in großer Freiheit zu benutzen. Die Perlen haben jeweils ein Bedeutungsfeld, das einlädt zu Assoziationen und kreativem Umgang:

 

  • Goldene Perle: die Gottesperle, Anfang und Ende, Glanz (hebräisch: kabod, griechisch: doxa, deutsch: Herrlichkeit)
  • Sechs Perlen der Stille: schweigen, aufatmen, kommen lassen
  • Ich-Perle: „Ich“ sagen können, sich (dem inneren Kind) etwas zutrauen
  • Tauf-Perle: (die große weiße Perle, die die kleine weiße berührt), das große „Ja“-Wort zu meinem Leben: „Du bist mein Kind, das ich lieb habe“
  • Wüsten-Perle: Entbehrung, Klärung und Klarheit, Auszeit und Schwellenraum
  • Perle der Gelassenheit: „Lass die Sorg bis morgen früh…“, lass Gott für Dich sorgen…
  • Zwei Perlen der Liebe: Lieben und Geliebt-werden, Vereinigung und Trennung, Menschenliebe und Gottesliebe
  • Drei Geheimnis-Perlen: Geheimnis in der Schöpfung – in der Menschwerdung – in der Erlösung, Gründung – Aufrichtung – Verbundenheit, Verwurzelung – Verwandlung – Heilung
  • Perle der Nacht: das Nicht-Wissen, die-andere-Seite, der Zweifel
  • Perle der Auferstehung: der Weg vom Tod zum Leben
  • Gottesperle

 

Man kann bei einer Perle verweilen. Und sie ergeben mit einander einen Weg: durch das Kirchenjahr, durch Lebensphasen. Sie stellen uns in Frage. Sie trösten. Sie ermutigen für den nächsten Schritt.

 

Ich habe bei dem Pastor Rainer Hanno in Hamburg-Barmbek diese Perlen als einen Stuhlkreis entdeckt: Eine Künstlerin hat für ihn 18 Stühle bemalt in den Farben der Perlen. Wir haben im Advent dazu eine Veranstaltung angeboten: Rainer hat eine Einführung gegeben, und dann konnte man sich (jeweils eine Person zur Zeit mit gesammelter Aufmerksamkeit, die anderen als Zeugen) auf einen der Stühle setzen und dabei Erfahrungen sammeln (unterstützt von mir mit etwas Gestalt-Arbeit). Und das war dann schon erstaunlich. Eine Frau hat sich auf den Wüsten-Stuhl gesetzt mit viel Furcht davor. Und es zeigte sich, dass sie dahinter eine große Sehnsucht hatte nach einer Unterbrechung und Auszeit. Ein Mann wollte sich auf den goldenen Stuhl setzen (den alle vermieden hatten) – und fühlte sich dort sehr unwohl – bis er auf den grünen (Geheimnis-) Stuhl wechselte – und es zeigte sich, wie sehr er Gott sucht in der Schöpfung und in der Inkarnation.

 

Wir (Pastor Rainer Hanno, der Vikar Daniel Rathjens und ich) haben dies zu Himmelfahrt draußen im Kirchgarten (zwischen 11 und 14 Uhr) noch einmal wiederholt: als eine Station für Himmelfahrtsspaziergänge in Barmbek. Immer, wenn eine Anzahl Menschen sich um die Stühle im Garten versammelt hatte, dann haben wir eine Einführung gegeben zu den Farben und Themen der Stühle. Nacheinander konnte jeder sich schweigend einen Stuhle aussuchen und sich darauf setzen. (Auch wichtig: welchem Stuhl sitze ich gegenüber? Welchem benachbart?  Zwischen welchen Stühlen sitze ich?) Und sich dort einen Satz schenken lassen mit einem Segen für den Tag. Alle drumherum haben als Zeugen dies bestätigt und „Amen“ gesagt.

Das kann ich mir auch an anderen Orten vorstellen: 18 Stühle (oder Hocker), darauf  laminiert ein Bild in der entsprechenden Farbe im Kreis auf dem Rasen. Man stellt sich drumherum, bekommt eine Einführung, und sucht sich einzeln nacheinander jeweils einen Stuhl. Und wir hören zu, was der Person dazu eigegeben wird. Und wir Umstehenden bestätigen diesen Satz mit unserem „Amen“. Es braucht vor allem die Unterstützung darin, gesammelt und aufmerksam zu bleiben, die Stille zu bewahren und das zu sagen, wesentlich ist. Das findet immer dann statt, wenn sich eine Anzahl Menschen um die Stühle versammelt hat. Es braucht keine Anmeldung und geht auch unter Corona-Abstandsregeln – man braucht draußen aber keinen Mund-Nasen-Schutz.

 

Andreas Wandtke-Grohmann, Gemeindedienst der Nordkirche

KLEINE LEHRER FINDEN

 

Ohne Sorge sein:

Jesus sagt: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet;

auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet.

Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

Seht die Vögel unter dem Himmel an:

Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen;

und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.

Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte,

wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung?

Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.

Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet,

das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird:

Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

Matthäus 6,25ff.

 

Geh mal raus auf einen kleinen Spazierweg rund um die  Kirche und schau dich um. Mit wachen Sinnen und offenem Herzen. Schweigend, mit weitem Blick, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Und doch mit der Erwartung: Wenn ich so hinsehe, wie Jesus es empfiehlt, dann finde auch ich einen „kleinen Lehrer“:

 

„Seht die Vögel unter dem Himmel an… Schaut die Lilien auf dem Feld an…“, sagt Jesus. Und die Lilien auf dem Feld sollen wir auch ansehen. Und so vielleicht auch das Gras betrachten, wie es bewegt wird von Wind. Der Amsel zuhören, wenn sie ihr Lied schmettert, und auch dem Zaunkönig, wie er sich zirpend behauptet.

 

Ich erlebe: Eine Biene besucht mich, wahrt vorsichtig Abstand und will doch neugierig erkunden, was ich wohl für einer bin. Ich atme ruhig und lasse es geschehen, so begrüßen wir uns. Die Sonne erwärmt die beiden Wesen, die wir sind. Zwei kleine Mäuse gehen ihren Mäusegeschäften nach. Sie interessieren sich nicht für mich – und ich bin keine Bedrohung für sie. Unmerklich wächst der Baum hinter mir und entfaltet seine Blätter. Alles um mich herum lebt – und ich bin Teil eines großen Zusammenhangs des Lebendigen.

 

Es gibt viele kleine Lehrer für uns – wenn wir ihnen nur zuhören. Welcher der Richtige ist, das merkt man dann schon: daran, dass sie einem etwas sagen, was die eigene Seele braucht. Um wieder zu Atem zu kommen und Halt zu bekommen. Um wieder das Leben zu spüren, wie es innen drin webt und bebt. Um wacher zu werden und verbunden mit dem großen Lebendigen. Ganz ohne Sorge.

 

Wenn jeder zurückgekehrt ist von seinem stillen Spaziergang, dann teilt jeder mit, was er erlebt hat. Wir diskutieren das nicht. Es wird gespiegelt noch einmal zurückgegeben, was wesentlich geworden ist.

 

Andreas Wandtke-Grohmann, Gemeindedienst der Nordkirche

„Ostersteine“ in der Familie bemalen – die Anregung dazu findet sich unter dieser Rubrik „Hoffnungs-Projekte“ unter: „Ostersteine stärker als der Tod“