Gottesdienst zum Ende der Grundschulzeit

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(Modell ohne Eltern)

 

Die Auflösung der Klassengemeinschaft nach der 4. Klasse ist für viele Kinder die erste sehr bewusst erlebte Trennungserfahrung von und mit einer Gruppe. Sie zu begleiten, das Alte gut abzuschließen und einen vertrauensvollen Blick in die Zukunft zu werfen, ist die Absicht dieses Gottesdienstes, der in den letzten Schultagen an einem Schulvormittag ohne Eltern gefeiert werden kann. Es eignet sich für die Feier mit einem ganzen Jahrgang (zwei bis vier Klassen), geht aber auch nur mit einer Klasse.

Vorbereitung

Alle Kinder schreiben in einer Schulstunde auf, was sie in der Grundschule gut fanden, was sie nicht gut fanden und was sie sich für die neue Schule wünschen (Jeweils drei Gedanken). Diese Gedanken werden vorsortiert und dann in Zusammenarbeit mit den Klassensprechern zu Klagen, Dank und Fürbitte zusammengefasst. (Zwei Schulstunden). Diese Kinder tragen auch die Gebete vor und müssen deshalb eine Lese- und Stellprobe in der Kirche/im Andachtsraum machen.

 

Raum

Da es sich um einen besonderen Tag im Leben der Kinder handelt, lohnt es sich auf jeden Fall, die Schule zu verlassen und in einer benachbarten Kirche zu feiern.

 

Material:

Auf den Altarstufen stehen drei Körbe, einer mit großen schweren Steinen, zwei mit Teelichtern und eine Vase mit Sonnenblumen.

 

1. Ankommen und gemeinsam anfangen

 

Musik zur Begrüßung

Lied

Begrüßung:

Wir sind hier in die Kirche gekommen, um euren Abschied von der Grundschule zu feiern.

Vor vier Jahren wart ihr noch im Kindergarten, konntet nicht lesen und schreiben und die Schule kam euch riesig vor.

Jetzt seid ihr richtig groß, wisst viel, könnt viel und verlasst die Grundschule.

Das passiert nicht alle Tage, deshalb sind wir hier.

Wir feiern einen Gottesdienst, den ihr alle mit euren Gedanken und sechs Kinder gestern hier in der Kirche vorbereitet haben.

Wir werden in diesem Gottesdienst nur an einer Stelle klatschen, die sage ich euch. Nach den Gebeten wird nicht geklatscht.

 

Wir sind hier

Im Namen Gottes, der unser Leben begleitet.

Im Namen Jesu, der uns hilft

Im Namen des Heiligen Geistes, der uns tröstet.

Amen.

 

Gebet (Schüler)

Gott, heute ist unser (vor)letzter Schultag in der Grundschule.

Wir müssen uns von vielem verabschieden:

Von unserer Klasse,

von unserer Lehrerin,

von unserem Klassenzimmer.

Das ist nicht so leicht.

Wir freuen uns auf die Ferien.

Wir freuen uns auch, dass nach den Ferien etwas Neues anfängt.

Aber wir sind auch aufgeregt.

Lieber Gott, sei bei uns beim Abschied und beim Neuanfang.

Amen.

 

2. Rückblick: Klage und Dank

 

Klage

Zwei Kinder lesen:

Wir sehen auf vier Grundschuljahre zurück.

Wir erinnern uns an das, was nicht so gut war.

Wir erinnern uns an das, was gut war.

 

Die Steine erinnern uns an das, was die Schule schwer gemacht hat, was gestört hat, was nicht gut war.

Wir legen es zu Gott.

 

Es folgen die Klagen, die vorher mit den Kindern zusammen erarbeitet sind und z.B. so lauten könnten:

Blöd war, dass es ganz schön viel Streit gab und auch Prügeleien.

Es war am Anfang schwer, Freunde zu finden.

Das frühe Aufstehen war schwer.

Das Lesen- und Schreibenlernen war ganz schön schwer.

Traurig war, dass einige Kinder weggegangen sind.

Nicht alle Lehrer waren toll.

 

Zu jeder Klage nimmt ein Kind nimmt einen Stein, sagt die Klage, trägt den Stein zum Altar/zur Mitte, legt ihn dort ab, geht zurück, das andere Kind nimmt einen Stein usw. Die Aktion dauert ein bisschen, die Kinder sind alle sehr aufmerksam dabei.

 

Gebet (Kind)

Gott, wir bitten dich:

Hier liegt das, was schwer war.

Bei dir ist es aufgehoben.

Wir wollen es nicht mitschleppen.

Wir wollen es hier lassen.

Hilf uns dabei.

Amen.

 

Dank

Zwei Kinder lesen:

Die Blumen erinnern uns an das, was gut war, was Spaß gemacht hat, wofür wir dankbar sind.

 

Es folgt der Dank, der z.B. so aussehen kann:

Schön waren die Klassenreisen und Ausflüge.

Ich habe viele Freunde gefunden.

Wir hatten oft viel Spaß miteinander.

Wir hatten ganz nette Lehrerinnen.

Wir haben viel gelernt.

Wir haben toll miteinander gespielt und haben gut zusammengehalten.

 

Für jeden Dank nimmt ein Kind eine Sonnenblume, sagt den Dank, legt die Sonnenblume zwischen die Steine auf den Altar/in die Mitte und geht wieder zurück. Dann ist das andere Kind dran.

 

Gebet (Kind):

Gott, wir danken dir für alles, was gut war.

Lass es uns nicht vergessen.

Lass uns die guten Erfahrungen mit auf den Weg nehmen.

Hilf uns dabei.

Amen.

 

Dank für die Lehrerinnen (Kind)

Wir danken nicht nur Gott, wir danken auch unseren Lehrerinnen.

Jede anwesende Lehrerin bekommt eine Sonnenblume geschenkt, was eine Überraschung für sie ist. Die Kinder dürfen klatschen.

 

Lied

 

  1. Aktion

 

Ihr geht jetzt einen Schritt weiter. Erstmal sind Ferien. Danach kommt ihr in eine neue Klasse mit neuen Lehrern. Solche neuen Wege sind ganz schön aufregend. Da ist es gut, wenn man ein paar gute Wünsche im Gepäck hat.

 

Die LehrerInnen kommen nach vorn, abwechselnd werden nun Gegenstände und gute Wünsche in einen großen Rucksack gepackt, zum Beispiel:

Ich packe dir eine Blume ein, damit du das Schöne nicht vergisst und dich daran freust.

Ich packe dir einen Luftballon ein, damit du die Leichtigkeit und Freude nicht verlierst.

Ich packe dir ein Seil ein und wünsche dir, dass da immer etwas ist, an dem du dich festhalten kannst.

Ich packe dir ein Freundschaftsbändchen ein. Deine alten Freunde sollst du behalten und neue gewinnen. Das wünsch ich dir.

 

Jede Lehrerin und die/der LitrugIn suchen sich verschiedene Symbole aus (insgesamt 10 bis 15) und formulieren einen Wunsch. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: ein Engel, ein Geduldsspiel, ein Kreuz, eine Kerze, ein Ball, ein Traubenzucker, ein Brot, ein Spiegel, ein Briefumschlag, ein Buch etc.

 

Am Ende:

„Und ich packe dir noch einen Segen (schönes Blatt mit dem Segensspruch) mit hinein, denn auch Gott hat einen guten Wunsch für dich.

Es hat schon vor euch viele Menschen gegeben, die aufgebrochen sind, die etwas verlassen haben und etwas neu angefangen haben. In der Bibel gibt es viele Geschichten von solchen Aufbrüchen und Neuanfängen. In der Bibel steht auch, dass Gott Menschen begleitet, die neue Wege gehen. Er hat versprochen, uns nie zu verlassen. „Siehe,“ hat er gesagt, „ich gehe mit Dir und will dich behüten, wo du auch hinziehst.“ Wo du auch immer hingehst, Gott begleitet und behütet dich.

Am Ende des Gottesdienstes bekommt jeder von euch einen kleinen Rucksack – da ist das Versprechen Gottes drin, euch nie allein zu lassen, ein kleines Kreuz, das ihr selbst anmalen könnt, eine Kerze, die duftet, eine kleine Blume, ein Luftballon und ein Traubenzucker.

Rucksäckchen und Inhalt werden gezeigt, kleine Rucksäckchen (Schlüssel-Geldtäschchen) bei Werbeartikel- oder Schulbedarfshändlern, wie auch den Inhalt, Kosten pro Kind ca. 1,40 €.

 

Lied

 

  1. Für die Zukunft beten und mit Gottes Segen auseinander gehen

 

Offenes Kerzengebet

Jeder von euch hat einen Wunsch für die Zukunft.

Jetzt ist Wünsche-Zeit.

Ihr könnt Gott sagen, was ihr euch wünscht.

Ganz im Stillen.

Das geht so: Auf den Altarstufen/neben der Mitte stehen zwei Körbe mit Teelichtern.

Du nimmst dir ein Teelicht, gehst zum Altar/zur Mitte und zündest die Kerze an einer großen Kerzen an und stellst dann die brennende Kerze zwischen die Blumen und die Steine.

Dann gehst du leise auf deinen Platz zurück.

Du passt auf, dass du die Gedanken und Wünsche der anderen nicht störst.

Es sind genug Teelichter für alle da, du kannst dir also Zeit lassen.

Während alle eine Kerze anzünden, hören wir leise Musik.

 

Das Gebet dauert etwa 10 Minuten, es ist eine sehr ruhige Atmosphäre, am Ende ist der Altar/die Mitte ein Lichtermeer, was den Kindern sehr gut gefällt. Mindestens ein Erwachsener sollte beim Anzünden der Kerzen dabei sein. Viele Kinder sind sehr ungeübt im Umgang mit Feuer und heißem Wachs. Wachsflecken wird es auf jeden Fall geben (alte Unterlage!). Wassereimer für den Notfall nicht vergessen.

 

Wenn alle wieder sitzen:

Alle unsere Wünsche und Bitten legen wir in das Gebet Jesu und stehen dazu ganz leise auf.

Vaterunser im Stehen

 

Klassen-Abschieds-Segen

Zum Segen kommen nun alle Kinder der Klasse 4a und ihre Lehrerin hier nach vorne zum Altar/zur Mitte

Bildet einen Kreis um den Altar/um die Mitte…

Schau in die Runde. Schau dir alle noch einmal an. Schau dich um:

Das ist vier Jahre deine Klasse gewesen.

PAUSE

So, wie ihr hier zusammensteht, werdet ihr nicht mehr zusammen kommen. Eure Wege trennen sich.

PAUSE

Aber ihr geht nicht allein.

PAUSE

Nimm jetzt deine rechte Hand und lege sie ganz sanft auf die Schulter deines Nachbarns….

PAUSE

Gott spricht: Ich gehe mit dir und will dich behüten, wohin du auch gehst.

PAUSE

Jetzt nimm die Hand von der Schulter deines Nachbarn und dreh dich um.

Und nun geh,

Geh mit dem Segen Gottes.

Amen.

 

Während die Kinder zu ihren Plätzen zurückgehen, singen alle:

Gehen wir in Frieden, gehen wir in Frieden, der Abschied ist gekommen….oder ein anderes Abschieds- und Segenslied.

 

Nun kommen alle Kinder der Klasse 4b nach vorne

…..

 

Wichtig bei diesem Segen ist, sich Zeit zu lassen, den Schmerz des Abschieds eine kleine Weile auszuhalten, bevor sich die Hände voneinander lösen und die Wege sich trennen. Das Geschehen ist so dicht und intensiv, dass auch die anderen Klassen konzentriert dabei sind. Es wird kaum Störungen geben.

 

Abschlusslied

 

Jedes Kind bekommt am Ausgang einen kleinen Rucksack geschenkt.

 

Katharina Gralla, 2008