Gottesdienst-Werkstätten

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Innerhalb einer Themengruppe (zb Jugend-Gottesdienst) bilden sich Untergruppen mit  3-4 Leuten. Die erhalten den Auftrag anhand ihrer Erfahrung oder/und ausgelegtem Material eine Sequenz aus einem Gottesdienst zu erstellen – und zwar bis zur ‚Aufführungsreife’. Also einen Eingang, ein Liedprogramm, eine Form der Verkündigung, was auch immer. Dh, 2-4 Untergruppen arbeiten parallel an solchen Gottesdienst-Abschnitten. Das Ergebnis soll 5-10 min nicht überschreiten.

 

Nach ca 45-60 min kommen sie alle wieder in die Themengruppe und zeigen ihre kurzen Sequenzen.

Die anderen ‚spielen’ Gemeinde, machen mit und nehmen dabei wahr, was sie erleben. Nach jedem gezeigten Durchlauf wird alles besprochen. Wirkungen, Intentionen, Theologie, Alternativen. Wenn genug Zeit ist, wird gleich ein Alternativ-Vorschlag ausprobiert für etwas, das nicht so gelungen war.

Solch ein Zeigen und Besprechen dauert pro Durchlauf ca 20-30min. dh man schafft zb 4 Durchläufe in 2 Stunden.

Ein Fach-Referent wirkt als Experte mit Rat und Tat, hilft korrigieren und loben und erläutert anhand des Erlebten Grundsätzliches. Wenn die Referentin diese Arbeitsform nicht beherrscht, so wird ihr ein pädagogischer Moderator beigegeben, der diese Kurzstrecken-Vorbereitung und Durchführung moderiert.

 

Ich betreibe diese Form seit 15 Jahren, und Menschen, die in einer Gottesdienst – Praxis stehen  sind ausnahmslos angetan davon.

Chancen:

  • Vertiefung, Bestätigung und Korrektur geschieht anhand von etwas, das alle im Raum erlebt haben. Das konzentriert die Voten erheblich und macht sie viel sachbezogener als wenn man nur über Erfahrungen spricht, die man außerhalb des jetzigen Raums gemacht hat.
  • Man kann etwas ausprobieren im geschützten Zwischen-Raum des Labors und wird so sicherer für heimische Entwürfe. Denn wo gibt es solche Übungsräume im Feld zwischen theoretischem Entwurf und dem Ernstfall?
  • Man kann gemeinsam Begründungen suchen und finden für alternative  bzw bestehende Formen.
  • Man lernt, dass es nicht nur eine Lösung gibt für eine Frage, sondern mehrere gültige.
  • Die Ausführung wird mit angesehen, nicht nur die Idee. Das ist wichtig, weil bekanntlich gute Ideen nur so gut sind wie ihre Umsetzung.
  • In der Feinarbeit am Ergebnis wird eine Idee gewürdigt, indem alle an der Umsetzung dieser Idee arbeiten und nicht nur theoretisch streiten, ob die Idee gut ist oder nicht.
  • Man lernt, dass man Gottesdienst üben kann  (und muss) wie ein Chorstück und dass darüber der Heiligkeit der Handlung nichts genommen wird.
  • Die Leute lernen aneinander Gaben schätzen und sind anschließend viel bereiter sich auszufragen nach Material und Praxis und einander zu unterstützen.
  • Wertschätzende Erkundung und Korrektur wird unter der Hand mit geübt.

 

Der Preis:

  • Es ist etwas zeitintensiver als Vortrag und Aussprache.
  • Es ist für Fachleute, die man evtl einlädt etwas unwägbarer, weil sie in der Reflexion der Durchläufe mit ihrem Wissen improvisieren müssen. Aber das können  die meist locker.
  • Theoriebildung kann nicht ‚im Block’ geschehen, sondern nur situativ und knapper. Aber wenn man ein bestimmtes Problem (zb Gottesdienst-Anfänge) praktisch und theoretisch angehen will, dann kann man die Gruppe zeitlich nacheinander ordnen: erst diese Praxis, dann vertiefende Theorie – gern auch mal im Block.

 

 

Thomas Hirsch-Hüffell

gottesdienst institut nordelbien