Gleichnis vom Feigenbaum

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SprecherInnen bezeichnet durch Nummern.

Sprecher 1 und 2 sind nicht zu sehen, müssen daher stimmlich gut unterscheidbar sein (zb Junge/Mann und Mädchen/Frau) – am besten mit Mikro

 

1

Hallo!

 

2

Ja, hier!
1

Hallo, hör mal!

 

2

Ja, ich hör doch!

 

1

Ich erzähl dir jetzt eine Geschichte.

 

2

Von wem?

 

1

Naja von Jesus – wir sind ja hier in der Kirche

 

2

Ach so ja. Stimmt.

 

1

Also Jesus erzählt das so:

Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.

 

2

Wieso erzählt er so was?

 

1

Weil einer zu Jesus hingegangen ist, als er da mit den Leuten stand

und hat ihm erzählt, dass er keinen Realschulabschluss kriegt.

Und das, weil er zum zweiten Mal die Klasse wiederholen musste. Und das trotz Nachhilfe und nachmittags Büffeln und all so was. „Keine Chance“ hat der Schulleiter gesagt.

 

2

Ganz schön hart. Aber so ist das, wenn’s einer nicht bringt.

 

1

Na, nun hör doch mal weiter, was Jesus da erzählt hat:

Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.

Da sprach er zu dem Weingärtner: Paß auf, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum und finde keine.

Also hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft?

 

 

 

3 – sprechender Feigenbaum, stellt sich in den Mittelgang

Das bin ich. Ich bin der Feigenbaum.

Ich steh da und will.

Aber meine Zweige schaffen’s nicht. Oder die Wurzeln. Ich weiß es nicht.

Früher ging es, aber in letzter Zeit nicht mehr.

Manchmal hab ich Panik, weil sie immer um mich rumschleichen und gucken, ob ich was bring. Dabei haben sie schon zentnerweise Früchte von mir geerntet.

Früher.

 

4 – Gutsherr und Weinbergbesitzer, stellt sich vorn auf – erhöht. Wütend.

Mir gehört der Baum.

Ich muss Geld verdienen mit den Früchten.

Ich kann doch nicht neben dem Baum sitzen, seine Zweige streicheln und eiapopeia machen, damit er mal ein paar Früchte rausgibt. Das ist hier kein Krüppel-Sanatorium. Ich bin verantwortlich dafür, dass was gedeiht und die Menschen Arbeit haben.

 

5 – Gärtner, stellt sich hinten in der Kirche in den Mittelgang. Laut.

Und ich bin der Gärtner. Und ich will euch mal was sagen:

So ein Baum, das ist ein eigenes Wesen.

Der hat gute und schlechte Jahre.

Wie ihr auch, Ihr Leute.

Ihr seid auch nicht immer fruchtbar.

Genauso ist das mit den Pflanzen.

Manchmal fehlt Grundwasser. Oder Pilzbefall kommt und nichts geht mehr.

Das kann sich auch wieder ändern.

 

1

So hat Jesus weiter erzählt:

Der Gärtner aber antwortete und sprach zu ihm:
Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge;

vielleicht bringt er doch noch Frucht;
wenn aber nicht, so hau ihn ab.

 

5 – Gärtner, von hinten in der Kirche im Mittelgang

Ja, das habe ich gesagt.

Und dabei hab ich fast meinen Job riskiert.

 

2

Und was hat der Chef gesagt?

 

1

Weiß ich nicht. Das steht nicht in der Bibel. Jesus hat wohl einfach aufgehört zu reden.

Und die Leute haben rumgestanden und gefragt:

‚Na – und wie geht’s weiter? Was wird nun mit dem Baum?’

Aber Jesus hat nichts gesagt.

Und dann haben die Leute wohl angefangen zu reden, was sie machen würden. Das ging sicher heiß hin und her.

 

hier Einschub möglich mit Beteiligung der Gemeinde.

Bedingung: 3 Mikros im Raum verteilt an den Positionen

 

Einladung dazu:

Sie sehen hier 3 Positionen im Raum stehen, den Gärtner, der es noch einmal versuchen will mit dem Baum, den Baum, der die Welt nicht versteht und den Besitzer, der verantwortlich ist für das Gedeihen des ganzen Betriebes.

Wir bitten nun Menschen, die sich zu einer der Haltungen hingezogen fühlen, aufzustehen und hinter die Darstellerinnen zu begeben. Bitte sprechen Sie ihre eigene Haltung, die Sie an diesen Ort treibt dann bitte in einem Satz ins Mikro.

 

– Ende nach max 12 Voten.

 

Danke für Ihre Voten. Sie zeigen uns, wie Jesus bis hierher die Menschen um ihn zum Denken verlockt hat.

Niemand hat allein recht. Erst die Begegnung der Positionen ermöglicht Heil und Wahrheit.

 

Nun hören wir noch ein wenig weiter in unsere Geschichte hinein, die keine Auflösung bietet, sondern auch nur eine weitere Möglichkeit:

 

2

Und was ist aus dem mit seiner Schule geworden?

 

1 Sein bester Freund hat Geld gesammelt bei all seinen Kumpels und seinen Eltern.

Für Nachhilfe bei einem pensionierten Schulleiter. 220 Euro.

Dann ist er zum Schulleiter gegangen – also nicht zu dem pensionierten, sondern natürlich zu dem anderen, der gesagt hat „keine Chance“ und hat ihm das Geld gezeigt die für Nachhilfe.

 

2

Und was hat der gesagt?

 

1

„Ist verboten so was. Man darf nicht 2mal sitzen bleiben.“

hat er gesagt.

 

Und dann ist wohl alles still gewesen.

Und beide haben blöd aus dem Fenster geguckt.

— Pause – 4 sec —

Und dann hat der Schulleiter gesagt:

„Geht klar. Er soll das machen mit der Nachhilfe.

Ich weiß einen Trick.“

 

 

Thomas Hirsch-Hüffell

gottesdienst institut nordelbien

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