Gespräch der Seele mit sich selbst

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Psalm 23

Psalm 42

 

Kanon: Lasset euch versöhnen … oder

Kanon: Meine Seele wartet auf … oder

Liedstrophe

2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

Der Herr/Gott ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?

4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

— PAUSE (5 sec) —

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich mitzog in großer Schar, mit ihnen zu strömen zum Hause Gottes mit Seligkeit und Danken in der Schar derer, die da feiern.

3 Er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

— PAUSE (5 sec) —

(Liedstrophe oder Kanon)

4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

8 Deine Fluten rauschen daher, und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

(Ehre sei …, wie es war im Anfang jetzt und allezeit und in Ewigkeit.)

Kanon: Lasset euch versöhnen … oder

Kanon: Meine Seele … oder

Liedstrophe

 

Hinweise zur Lesart:

 

  1. Es ist sinnvoll, wenn zwei Menschen diesen Doppelpsalm vorlesen, eine den einen, der andere den anderen Psalm. Die Gemeinde hört zu und lässt sich mitnehmen.
  2. Psalmen sind ja Regungen des frommen Gemüths, die jedeR haben könnte. Also auch die Anwesenden. Daher stehen die LeserInnen vielleicht nicht am Altar, sondern der Gemeinde zur Seite. Da, wo diese Regungen zu vermuten oder zu provozieren sind. Ausgerichtet zum Altar, aber bei den Menschen. Das geht vorn vor ihnen auf der rechten und linken Seite – so dass man die LeserInnen im Profil sieht. Sie können auch mitten dazwischen sitzen, aufstehen und anfangen. Oder das Hin und Her der Seele kann symbolisiert werden, indem sie rechts und links von der Gemeinde in den Seitenschiffen oder -gängen stehen und lesen. Das ist ein anderes Symbol, als wenn von vorn ein Psalm ‚abgeliefert’ wird. Geschieht er an meiner Seite, so könnten es eher meine Worte sein oder werden. (Das gilt übrigens auch für die Fürbitte.)
  3. Versteht man die wechselseitigen Verse der Psalmen als einander korrespondierende Regungen von Zweifel und Sicherheit, so ist es wichtig, dass sich die LeserInnen wie eine Person verstehen, die in sich die Zustände auslotet, die ja in der Tat sehr rasch wechseln können. Vielleicht sind die sicheren wie die zweifelnden Verse gelegentlich im Ton des Staunens zu lesen, wenn sie so direkt an ihr Gegenteil anschließen – als wundere man sich, wie gleichzeitig solche Bewegungen im Menschen sein können.
  4. Natürlich kann man den ganzen Text kürzen, wenn er zu lang erscheint. Oft wird ein Text aber öde, weil er ohne Unterbrechung und ohne Gefühl verlesen wird. Wenn die LeserInnen Pausen zum Nachklingen einsetzen und sich hineinversetzen in diese Welt der alten Gebete, dann wird es nicht langweilig, sondern unter Umständen eine angenehm gedehnte Meditation eigenen Lebens vor und in Gott. Dafür dann nicht hetzen, damit man schnell fertig wird mit dem vielen Text, sondern im Gegenteil verweilen in den Versen, nachspüren und die Gegensätze modellieren. Im weiteren Verlauf der Liturgie kann das Tempo ja wieder anziehen. So entsteht Kontrast in der Dramaturgie.
    Es ist auch möglich, mitten in den Text eine Liedstrophe oder den Kanon vom Anfang einzufügen.
  5. Wenn das anschließende ‚Ehre sei dem Vater …’ folgen soll, so am besten gesprochen in der Lesart des Psalms vorher. (Der Textvorschlag oben folgt der ökumenischen Fassung.)