Gemeinde-Beichte

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Darstellung einer Gemeindebeichte (ausführlicher, z.B. am Bußtag) mit Stille, Gebeten und Medidationsversen.

 

Eingangsspruch:

Wichtiger als daß du an Gott glaubst, ist, daß Gott an dich glaubt.

 

Wer das nicht glaubt, bekommt es mit der Angst zu tun.

Wer Angst hat, verkrümmt sich in sich selbst und verliert die Beziehung zu anderen Gott und sich selbst – auch zur Schöpfung.

Diese Verkrümmung in sich selbst aus Angst nennen wir Sünde.

Sie entsteht zwischen dir und allem, wenn du nicht mehr glauben kannst,

daß Gott an dich glaubt.)

 

Pause

BESINNUNG

Nun laßt uns bedenken und fühlen, wo wir aus Angst, Gier oder Trägheit des Herzens die Verbindung zu Gott verloren haben und

damit auch die Beziehung zu anderen, zu der Welt und zu uns selbst.

Laßt uns schauen in die 4 Himmelsrichtungen, die wir kennen:

 

  • Die Beziehung zu anderen Menschen:
    – laßt uns prüfen, wo wir verletzend waren
    Stille
    – und laßt uns prüfen, wann wir einander ausgewichen sind, wo ein ehrliches Wort geholfen hätte.

Stille (Wer die Liturgie leitet, schließt sich der Besinnung an)

  • Die Beziehung zu Natur und Welt:
    – laßt uns prüfen, wo wir die Welt benutzen oder gar mißbrauchen
    Stille
    – und laßt uns prüfen, ob wir eigentlich glauben, daß Gott sie noch in Händen hält.

Stille

  • Die Beziehung zu sich selbst:
    – laßt uns prüfen, wo wir uns und unseren Körper gekränkt haben
    Stille
    – und laßt uns prüfen, ob wir ausreichend merken, wo Gott und Menschen mit uns einverstanden sind.

Stille

  • Die Beziehung zu Gott:
    – laßt uns prüfen, ob wir genug zu Gott beten und auf den hören, der größer ist als wir.
    Stille
    – und laßt uns prüfen, ob wir Gott als einen Gott fürwahr nehmen, der wie Christus in Maria auch in uns aufwachsen, reifen und sichtbar werden möchte.

Stille

Variante der Fragen (ausführlicher):

  • In der Beziehung zu anderen Menschen:
    – prüfen, wo ich verletzend war oder anderen etwas schuldig geblieben bin.
    – prüfen, wann ich anderen ausgewichen bin, wo ein ehrliches Wort geholfen hätte.
    – prüfen, welche Gaben mir in Bezug auf andere gegeben sind. Welche ?

– prüfen, welche Not mir in Bezug auf andere Menschen vererbt ist, die ich nicht   verursacht habe, aber tragen muß.

Stille

  • In der Beziehung zu Natur und Welt:
    – prüfen, wo ich die Welt benutze oder gar mißbrauche.
    – prüfen, ob ich glaube, daß Gott sie noch in Händen hält.
    – prüfen, wo mich Natur und Welt so beglücken, dass ich dankbar bin für Gottes   Schöpfung.

– prüfen, welche Not mir in Bezug auf die Welt vererbt ist, die ich nicht verursacht habe, aber tragen muß.
Stille

  • In der Beziehung zu sich selbst:
    – prüfen, wo ich mich und meinen Körper gekränkt habe .
    – prüfen, ob ich merke, wo Gott und Menschen mit mir einverstanden sind. Wo z.B. ?

– prüfen, welche Not mir in Bezug auf mich selbst vererbt ist, die ich nicht verursacht habe, aber tragen muß.
Stille

In der Beziehung zu Gott:
– prüfen, ob ich unverdrossen bete und auf das Wort lausche, das mir vom Himmel her zukommt.
– prüfen, ob ich glaube, dass Gott (in seiner liebenden und in seiner Leidensgestalt) in mir wächst und reift – auch ohne mein Zutun. Woran wird das deutlich ?
Stille

 

 

 

Gebet:

Gott, der du uns Vater und Mutter bist, du gewährst den Frieden der Seele und den Frieden der Welt.

Wenn du uns anblickst, erkennen wir dein Gesetz,

wenn du uns anblickst, werden wir frei vom Gesetz des Todes.

Wenn du uns anblickst, werden wir schön.

Deine Güte gebiert unsere Güte,

Deine Gnade ruft unsere Gerechtigkeit ins Leben.

Wir bitten Dich um Deinen Zuspruch, damit Friede und Klarheit einkehrt in unser Leben.

 

– aufstehen –

 

Absolution

Form A

PastorIn:

Nun frage ich euch:

Möchtet ihr frei sein für die Menschen, für die Welt, für euch selbst und für Gott,

wünscht ihr also Freispruch von allem, was trennt, von der Sünde,

und glaubt ihr, daß der Freispruch, den ich sage, Gottes gutes Wort ist,

so antwortet: Ja.

Gemeinde: Ja.

dann allgemeine Absolution, der ganzen Gemeinde zugesprochen

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes:

Wer in Christus lebt, ist eine neue Kreatur,

das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.

Gott setzt heute in deinem Leben einen neuen Anfang.

Die Last der Vergangenheit ist abgetan.

Du bist frei von aller Sünde.

 

(oder Einzel-Absolution mit Handauflegung)

 

Gemeinde: Amen

 

mögliche Gebets- und Meditations-Verse nach, bei oder vor der (Gemeinde)Beichte

 

Vertreibe durch dein mächt’ges Wort

Was unser Herz befleckt und trübt,

was heimlich unsern Sinn verwirrt

und dreist sich drängt in unser Tun.

*

Mach uns von Streit und Zwietracht frei

Und schließ um uns des Friedens Band.

Laß uns in deiner Gnade stehn,

in deine Freude selig ruhn.

*

Gib, dass uns Kleinmut nicht erdrückt,

nicht Hochmut überheblich macht.

Zerbrich nicht das gebeugte Herz,

das stolze schütze vor dem Sturz.

*

Der Herzens Erdreich ist versengt:

Im Tau der Gnade schaff es neu.

Es öffne, Gott, sich deinem Wort

Und nehm die Saat in Freuden auf.

*

Der Glaube, den die Nacht bedrängt,

den Kleinmut zu verwirren droht,

er überwinde Trug und Wahn;

er finde Licht und spende Licht.

*

Laß nicht den Geist, von Schuld beschwert,

verschmähn das Leben, das du schenkst,

wenn er des Ew’gen nicht gedenkt

und sich in böse Schuld verstrickt.

 

II. Gemeinde-Beichte

im normalen Gottesdienst (Vorbereitungsgebet als Sündenbekenntnis)

 

Vorher:

  • Eröffnung mit Salutatio /Gruß, geistlichem Votum, trinitarischer Formel (als Taufgedächtnis zur Eröffnung des Gottesdienstes)
  • Dann Confiteor:

Laßt uns zum Beginn des Gottesdienstes einen Moment innehalten und nachdenken, woher wir kommen und was die letzte Zeit mit sich gebracht hat.

Dazu als Hilfe einige Fragen:

Wo haben wir gelacht und waren doch nicht fröhlich dabei ?

Pause

Wo haben wir geredet und hätten schweigen sollen ?

Pause

Wo haben wir geschwiegen und hätten reden sollen ?

Pause

Wo sind wir einer Schwierigkeit ausgewichen, die wir hätten angehen sollen ?

Pause

Wo gab es eine Stimme, die uns gut war – und wir haben sie überhört ?

Pause

 

Gott hat es gesehen und verstanden, warum wir so gehandelt haben.

Er ist gnädig und vergibt.

 

Folgt:

  • Psalm
  • Kyrie