Gedanken zum Einzug

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Einzug Gottes in die Welt – Einzug Jesu in Jerusalem / Was haben Menschen erwartet, als sie Jesus in Jerusalem Palmzweige hinstreuten? Was haben Menschen erwartet als sie zum Stall kamen um ihn zu sehen?

 

Texte:

Evangelium: Einzug in Jerusalem (Jesus auf dem Mofa)

(eventuell Epistel: Gottesknechtslied (schwacher Erlöser, der den glimmenden Docht nicht löschen wird))

 

Predigt-Idee:

Wenn Jesus in Jerusalem einzieht und wenn Gott Weihnachten als Mensch unter Menschen gerät, dann wird er von den verschiedensten Erwartungen belagert.

Manche Zeiten sind ganz schwanger von Hoffnungen und Sehnsüchten.

Die Zeit Jesu, die Zeit des jüdischen Volkes war offenbar auf Befreiung von römischer Besatzung gestimmt, und außerdem eine geistige Zeitenwende.

Was haben Menschen erwartet, als sie Jesus in Jerusalem Palmzweige hinstreuten?

Wir habe es gehört

  • Die Römer verjagen, die uns 50% unseres Einkommens wegnehmen
  • Klarheit schaffen für eine eigene Regierung, vielleicht endlich selbst die Macht übernehmen
  • ein gutes Gesundheitssystem, damit das Sterben aufhört
  • persönliche Wende im Leben
  • zuzugehören zu einer Volksgruppe, die durch ihren Führer wieder was darstellt – wir sind wieder wer … .
  • …………………

 

Was haben Menschen erwartet als sie zum Stall kamen um ihn zu sehen?

  • den Messias, der anders regieren wird als alle Könige und korrupten Herrscher
  • den Weisen, der allen Streit schlichtet
  • den Heiler, der Krankheit besiegt
  • ………….

 

Was erwarten Menschen jetzt von einem, der wirklich hilft?

wir haben es gehört

 

 

 

 

 

Wenn wir auf die Welt kommen, werden wir auch umstanden von Erwartungen.

  • Ein Junge sollte es sein, nein, ein Mädchen.
  • Doktor sollte er werden, und was wurde er? – Sozialarbeiter.
  • Brav soll sie sein. Nicht schreien. Aber sie ist rotzfrech und raucht mit 11 schon Zigaretten an der Ecke.
  • Klug soll er sein und in der Schule gut, Gymnasium und Studium. Das schafft er, die Erwartung kann er erfüllen, aber ist er glücklich?
  • Unsere Kinder sollen es besser haben als wir es hatten, darum sollen sie eine gute Ausbildung bekommen, koste es was es wolle – welcher Druck liegt da auf den Kindern? Dürfen sie sich in der Ausbildung Pausen gönnen, Abwege gehen um zu ihrem eigenen Ziel zu kommen?

 

Wieviel Ehrgeiz steckt in all diesen Erwartungen, dass das herauskommt, was ich mir vorstelle?

–       wenn ich einen Wunsch frei hätte – Was würde ich Jesus bitten, das er mir erfüllt, wenn er kommt ?

Entscheidend hier die Frage:

Wie findet ein Mensch zu seinem eigenen Menschsein?

Wie inkarniert sich Gott in jedem,r von uns je anders?

Wie zeigt sich die Lebens- und Leidensgestalt meines Lebens, wenn sie sich absetzt von all diesen vielen Erwartungen? Was ist der eigene Lebensentwurf?

Jeder soll werden wie er von Gott, nicht nur von den Menschen gemeint ist – auch wenn sie es immer gut meinen.

An der Himmelstür wirst du gefragt: Bist Du Thomas gewesen, bist Du Rike gewesen; nicht: Bist Du so gut wie Kennedy gewesen oder Ghandi.

Wie also den eigenen Weg finden?

 

Hier sehen wir an Jesus mit dem Gesicht, das nicht strahlt, keine Celebrity hat, keinen Scheinwerfer, der einzieht wie ein Armer auf dem Esel, seinem klapprigen Fahrrad, der auf die Welt kommt wie ein Würmchen auf nackter Erde, hier sehen wir den unbeirrten Weg der Liebe, die sich nicht drum schert wie es aussieht und ob es wirkt.

Um diese Liebe geht’s.

 

Wir sind also an die Seite Jesu gestellt.

Wir sind Geschwister Jesu.

Weil wir Menschen sind wie er.

Wer er als Gott Mensch ist wie wir, sind wir besonders.

Jede und jeder ist anders besonders.

Als Bruder und Schwester Jesu gehen wir wie er seinen Weg geht unseren je eigenen Weg.

Die Erwartungen der Menschen hat Jesus nicht einfach erfüllt.

Er hat sie enttäuscht.

Wenn sie – wie Judas z.B. – erwartet haben, dass er aufräumt mit der Regierung, so hat er ihnen gesagt: Fangt bei Euch selbst an.

Wenn die Frommen fragten: Haben wir nicht recht, wenn wir Menschen ihren Glauben regeln? – dann hat er gesagt: Der Glaube ist nicht regelbar. Er ist so wie die Menschen sind: Unwägbar und von Herzen , und er hängt am Himmel, nicht an gutem Benehmen.

 

Und als sie ein triumphales Finale erwarteten, ließ er sich hängen. Für seine Wahrheit, die heißt Liebe.

 

Wir sollen weder hängen noch uns aufopfern in falscher Weise.
Aber wir sind an Jesu Seite, wenn wir unseren Lebensweg gehen. Wir dürfen Menschen enttäuschen, wenn uns der Himmel einflüstert, dass es richtig ist, was wir tun. Wir dürfen begrenzt sein. Wir können das Maul aufmachen, auch wenn Menschen uns nachher nicht mehr angucken. Wir müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das man uns hinhält. Wir dürfen größer oder kleiner sein als man es von uns erwartet, kurz, wir sind eigen und dürfen es sein. Weil wir es Jesus Christus nachleben. Nicht aus purem Eigensinn, sondern aus aufmerksamem Hören auf die Stimme Gottes in uns und um uns, die uns weist.