Gedanke zum Karfreitag

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Karfreitag handelt von einem

 

Dem wird die Schuld aufgeladen.

Der nimmt sie auf sich.

Der weicht nicht aus.

Der weicht nicht ab vom Weg, auch wenn der ihn in den Tod führt.

 

Karfreitag erinnert uns an einen

 

Der wird verhöhnt.

Dem wird die blutige Krone aufgesetzt.

Der wird verurteilt.

Der schweigt.

 

Karfreitag erzählt uns von einem

 

Der trägt sein Kreuz.

Der trägt sein Kreuz wie ein Zeichen, das himmelwärts weist.

Der weicht nicht ab vom Weg.

Der trägt den Tod, unser Leid, uns wie einen Bruder.

 

Karfreitag, Jesus auf dem Weg nach Golgatha, zu deutsch: Schädelstätte.

 

Karfreitag handelt von unserem Leben, vom dunklen Teil unseres Lebens:

Von der Angst und dem Schmerz.

Von der Not und der Ausweglosigkeit Von der Schuld und der Sprachlosigkeit.

 

Karfreitag erinnert uns an unser Leben:

An das, was wir verloren haben; An das, was wir schuldig geblieben sind; An das, was unerfüllt geblieben ist.

Karfreitag erzählt uns die Geschichte von dem, der unser Leiden und unsere Angst, unsere Schuld und unser Schweigen in sich birgt und trägt.

Er trägt den dunklen Teil unseres Lebens, den Teil auf den wir selbst nicht gern schauen, den wir gern verdrängen.

Er nimmt ihn auf. Er trägt ihn, liebend. Er trägt ihn hinauf nach Golgatha, um mit ihm zu sterben; er nimmt ihn, unseren dunklen Teil mit sich, er nimmt ihn hinein in seinen Tod.

Und er führt ihn zu neuem Leben. Er hilft uns wandeln. Er hilft uns auferstehn. Es ist die Geschichte von Jesus.

 

An sie wollen wir uns heute erinnern und an das, was er von unserem Leben trägt. Die Geschichte seines Sterbens ist der Mittelpunkt, die Musik und die Stille sind der Raum für unser Nachdenken. Amen

 

 

2.  PASSIONS-Gedanke

Wenn einer liebt, dann wird er leiden.

Liebe wird nicht immer erwidert.

 

Jesus Christus – so sagen die Christen – ist aus Liebe unter uns gewesen.

Er will, dass jede und jeder von uns in der Liebe zu sich selbst findet.

Also zu Gott.

Und merkt, wofür er oder sie lebt.

 

Das hat Menschen erregt.

Sie sind da mitgegangen, weil sie die Wucht dieser Haltung spürten.

Oder sie sind dagegen angegangen, weil sie es nicht ertragen konnten.

Sie ertrugen es nicht, dass einer auftauchte, der Herzen an sich band.

Der sagte: ‚Liebe und tu dann, was du willst.’

Der Menschen aus ihren Zwangsjacken heraus-liebte, bis sie tanzen konnten.

Der die Himmelssprache beherrschte, die Zauberworte aus der anderen Welt:

„Steh auf und geh.“

„Dein Glaube ist groß – sei gesund.“

und

„Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

 

Das haben sie nicht ertragen.

Sie haben sich gesehnt nach dem Erlösungswort.

Und als es da war, haben sie draufgeschlagen, weil es sie verwandelt hätte.

Sie hassten, was sie ersehnten.

Darum haben sie ihn aufs Kreuz gelegt.

 

Das sah nicht schön aus.

Filme versuchen das zu zeigen und können es nicht.

Der Schmerz allein ist nur die halbe Wahrheit.

Man muss vorher die Liebe zum Leben sehen, sonst ist der Schmerz sinnlos.

Auch der Schmerz Jesu.

 

thh