Gebet

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Aus dem Himmel ohne Grenzen

trittst du tastend an das Licht,

du hast Namen und Gesicht,

wehrlos bist du wie wir Menschen.

Als ein Kind bist du gekommen,

wie ein Schatten, der betört,

unnachspürbar wie das Rauschen,

das man in den Bäumen hört.

Bist erschienen wie ein Feuer,

wie ein Leitstern in der Not,

deine Spur weist in die Fremde,

bist verschwunden in den Tod.

Bist begraben wie ein Brunnen,

wie ein Mensch im Wüstensand.

Wird uns je ein andrer werden,

je noch Friede hier auf Erden?

Bist uns als ein Wort gegeben,

Furcht und Hoffnung in der Nacht,

Schmerz, der uns genesen macht,

Anbeginn und neues Leben.

 

Huub Oosterhuis