Der dritte Engel

Der dritte Engel – Krippenspiel nach einer Vorlage von Pfr. Backenköhler (Hude)

Rollen:

Erzähler:

Maria:

Joseph:

1.Hirte :

2.Hirte:

3.Hirte:

1.Engel:

2.Engel:

3.Engel:

Alte Frau:

Obdachloser:

Kind:

Requisiten: Wolldecken für Hirten, Maria und Joseph; Engelsgewänder; Verkleidung für alte Frau und Obdachlosen; Ball für Kind; Stippe; Stern am Stab/Band für 3. Engel; Babypuppe; Krippe; Taschenlampe oder Strahler.

Szene 1: Hirten und 1. und 2. Engel, sowie Maria und Joseph betreten den Altarraum.

  1. Hirte: „So, lasst uns jetzt mit dem Krippenspiel beginnen.“
  2. Hirte: „Die Kinder warten schon darauf!“
  3. Hirte: Ich bin aber so aufgeregt!“
  4. Engel: „Aufgeregt sein gehört doch mit dazu, hat Pastorin Steveker gesagt.“
  5. Engel: „Wer spielt denn welche Rolle?“

Maria: „Ich gucke mal in der Liste nach. (Holt den Zettel heraus). …………….., …………….. und………………, ihr seid die Hirten.  ………………………, du bist Joseph. Ich,…………………., spiele die Maria.

Joseph: „Hast du denn das Jesuskind dabei?“

Maria: „Klar, ich habe meine Babypuppe wieder hervorgeholt. (Sie schaut wieder auf die Liste)So, …………………, du bist der erste Engel. ……………………, du bist der zweite Engel. Sagt mal, wer war denn eigentlich der dritte Engel?“

  1. Engel: „Ist das nicht  der/die……………………..?“
  2. Engel: „Genau, wo ist der/die denn?“
  3. Hirte: „Ich glaube, der/die ist noch nicht da.“

Maria: „Das ist ja wieder typisch. Und was machen wir jetzt? Ohne den dritten Engel können wir nicht spielen. Der muss doch den Leuten die frohe Botschaft sagen, dass Jesus geboren ist.“

Joseph: „Dann müssen wir eben noch warten. He, Vikarin Hillje-von Bothmer, wir machen noch eine Pause, der dritte Engel ist noch nicht da.“

Alle gehen weg, hinter den Altar. 

Lied

Szene 2: 

  1. Engel (tritt vorne vor den Altar. Er trägt einen Stern): „Hallo, ich bin ……………….., ich bin der dritte Engel. Ich laufe hier durch die Straßen von Oldenburg und traue mich gar nicht in die Kirche zu gehen. Die anderen warten bestimmt schon auf mich. Aber ich habe meinen Text vergessen! Was mache ich bloß?“ (Engel setzt sich auf die Altarstufe)

Alte Frau kommt durch den Mittelgang auf den Engel zu.

  1. Engel (steht wieder auf): „Da kommt eine alte Frau. Ob ich die mal frage? Vielleicht kann sie mir helfen. He, alte Frau!“

Alte Frau (freundlich): „Hallo, kleiner Engel, was machst du denn hier draußen?“

  1. Engel: „Ich soll im Krippenspiel heute den dritten Engel spielen und jetzt habe ich meinen Text vergessen. Ich soll den Leuten erzählen, was an Weihnachten so schön ist. Kannst du mir das nicht sagen?“

Alte Frau: „Nein, mein kleiner Engel, deinen Text kenne ich nicht. Weißt du, ich bin eine einsame, alte Frau. Ich bin ganz allein. Mit wem soll ich denn Weihnachten feiern? So ganz allein ist Weihnachten überhaupt nicht schön. Tut mir leid, ich kann dir nicht helfen.“

  1. Engel: „Aber was soll ich denn jetzt machen?“

Alte Frau: „Weißt du was? Da ich allein bin, kann ich auch bei dir bleiben. Lass uns zusammen warten. Vielleicht kommt ja noch jemand vorbei, der uns helfen kann.“

  1. Engel: „Das ist eine gute Idee.“

Obdachloser mit Jacke und Rucksack kommt durch den Mittelgang auf die beiden zu.

Alte Frau: „Schau mal, da kommt ein ganz armer Mann, den lass uns mal fragen.“

  1. Engel: „Hallo, armer Mann, kannst du mir helfen? Ich bin der dritte Engel aus dem Krippenspiel und habe meinen Text vergessen. Ich soll den Leuten sagen, was an Weihnachten so schön ist. Hast du eine Idee?“

Obdachloser: „Was soll ich dir von Weihnachten erzählen? Ich habe keine Arbeit. Ich habe kein Haus und kein Zimmer. Ich schlafe auf der Straße, auf Parkbänken und unter Bäumen. Wie soll ich denn da Weihnachten feiern?“

  1. Engel: „Aber wenn ich nicht weiß, was ich all den Menschen  sagen soll, dann traue ich mich nicht zum Krippenspiel zu gehen.“

Obdachloser: „Ach, kleiner Engel. Hab keine Angst. Ich bleibe ein bisschen bei dir, eine kleine Pause könnte ich gut gebrauchen. (Er geht zur alten Frau und sie setzen sich auf die Altarstufen)

Lied

Szene 3: 

Kind (kommt mit einem Ball durch den Mittelgang)

  1. Engel: „He, wieso spielst du denn noch hier draußen herum? Warum bist du nicht zu Hause?“

Kind: „Zuhause ist es langweilig.“

  1. Engel: „Wieso langweilig? Es ist doch Weihnachten.“

Kind: „Ach, Weihnachten ist doch schon vorbei. Ich habe meine Geschenke längst bekommen. Es waren sehr viele Geschenke. Ja, und dann hatten meine Eltern keine Zeit mehr für mich…“

  1. Engel: „Dann kannst du mir wahrscheinlich auch nicht erzählen, was das Wichtigste und Schönste an Weihnachten ist?“

Kind: „Nein, kann ich dir nicht erzählen. Früher habe ich immer gedacht: Geschenke sind das Schönste. Jetzt habe ich viele Geschenke, und trotzdem bin ich einsam und irgendwie traurig.“

  1. Engel: „Bleib doch bei uns. Wir wissen auch nicht so genau, was das Schönste an Weihnachten ist. Aber wenn wir gemeinsam nachdenken, fällt uns vielleicht was ein.“

Alle drei gehen ab – hinter den Altar.

1.Hirte (kommt nach vorne): „Kommt, lasst uns endlich anfangen. Wir müssen eben ohne den dritten Engel spielen.“

Maria und Joseph betreten den Altarraum und gehen hin und her, die Hirten setzen sich auf die Stufe.

Erzähler: „Also, das ist die Weihnachtsgeschichte: Maria und Joseph lebten in Nazareth. Eines Tages schickte der Kaiser Augustus in Rom seine Boten aus. Die sagten allen Leuten, dass der Kaiser sie schätzen lassen wolle. Er wollte wissen, wie viele Menschen im Land lebten. Darum sollte jeder in seine Heimatstadt gehen. Joseph aber kam aus Bethlehem. Und so mussten er und seine Frau Maria viel tage zu Fuß nach Bethlehem wandern. Maria war schwanger und sollte bald ein Kind bekommen. Das Laufen viel ihr schwer.“

Maria: „Joseph, wie weit müssen wir denn noch laufen? Ich kann bald nicht mehr. Das Kind kommt bald zur Welt.“

Joseph: „ Wir schaffen das schon, Maria. Ich suche uns in Bethlehem ein Zimmer, das wird der richtige Platz für unser Baby sein.“

Erzähler: „Aber in Bethlehem war kein Zimmer frei. Sie gingen von Haus zu Haus, aber überall schüttelten die Leute nur den Kopf und schickten sie weg.“

Maria: „Joseph, das Baby kommt, was sollen wir nur machen?“

Joseph: „Sieh doch, dort ist ein Stall. Komm schnell, da ist es bestimmt warm.“

Erzähler: „So gingen Maria und Joseph in den Stall. Und genau dort wurde Jesus geboren, zwischen Ochse und Esel. Maria wickelte das Jesuskind in Windeln und legte es in eine Futterkrippe. Daraus fraßen sonst die Tiere. Draußen auf dem Feld waren aber die Hirten. Die hüteten nachts ihre Schafe. Plötzlich kam ein Engel zu ihnen und sprach:“

1.Engel: „Fürchtet euch nicht! Ich bringe euch eine gute Nachricht. Für euch ist heute der Sohn Gottes geboren worden, welcher ist Christus, der Herr. Er liegt in Windeln gewickelt in einer Krippe, dort drüben im Stall. Geht schnell dorthin.“

Erzähler: „Die Hirten hatten erst Angst. Aber als sie gehört hatten, was der Engel ihnen erzählt hatte, liefen sie schnell zum Stall, um Gottes Sohn zu sehen.“

  1. Hirte: „Kommt, lasst uns nach Bethlehem gehen und sehen, was uns der Engel kundgetan hat. Lasst uns zu dem Kind gehen.“

Die Hirten gehen zur Krippe.

Lied ?

Erzähler: „Als die Hirten das Jesuskind in der Krippe liegen sahen, knieten sie nieder und beteten zu Gott. Denn sie freuten sich sehr, dass Gottes Sohn geboren worden und gesund war.“

  1. Engel: „Und was machen wir jetzt? Jetzt müsste doch der dritte Engel kommen und uns erzählen, was das alles soll, mit der Krippe und dem Kind  und mit Weihnachten.“
  2. Hirte: „Kannst du das nicht machen? Sag uns doch einfach, warum Jesus geboren wurde.“
  3. Engel: „Ja, und warum ist Jesus geboren?“
  4. Hirte: „Wegen der Geschenke?“
  5. Engel: „Meinst du?“
  6. Hirte: „Warum denn sonst?“
  7. Engel: „Mensch, ich glaube, wir wissen alle nicht, warum wir überhaupt Weihnachten feiern.“
  8. Engel kommt mit der alten Frau, dem Obdachlosen und dem Kind
  9. Engel: „Und ich dachte, nur ich hätte vergessen, warum wir Weihnachten feiern.“

Maria: „Da ist er ja endlich!“

Joseph: „Das wurde aber auch Zeit!“

1.Hirte: „Warum kommst du erst jetzt?“

  1. Engel: „Ich hatte meinen Text vergessen. Ich wusste nicht mehr, warum wir Weihnachten feiern und dabei sollte ich das doch allen Menschen hier sagen. Und da habe ich mich nicht mehr her getraut. Nun sehe ich, dass ihr alle nicht Bescheid wisst.“
  2. Engel: „Und was machst du jetzt?“
  3. Engel: „Passt mal auf!“

Alte Frau (geht zur Krippe):

„Ich bin die alte Frau. Ich wollte gar nicht Weihnachten feiern, weil ich so einsam und allein bin. Dann habe ich einen kleinen Engel getroffen und der hat mich hier zur Krippe gebracht. Jetzt kann ich Weihnachten feiern. Jetzt bin ich nicht mehr allein. Denn Gott ist an den einsamsten Orten der Welt, sogar in einem Stall. Darum ist Jesus geboren. Ob ich lache oder weine, ich weiß jetzt: Gott ist immer bei mir.“

Obdachloser (geht zur Krippe):

„Ich bin der arme Mann. Ich dachte immer, Gott hat mich vergessen. Und dann habe ich einen kleinen Engel getroffen. Der hat mich zur Krippe gebracht. Jetzt sehe ich, Maria und Joseph haben auch kein Zuhause und sind wahrscheinlich genauso arm wie ich. Und trotzdem ist Gott bei ihnen. Darum ist Jesus geboren. Ob ich lache oder weine, ich weiß jetzt: Gott ist immer bei mir.“

Kind (geht zur Krippe):

„Ich bin das Kind, für das keiner Zeit hat. Ich habe immer gedacht, Weihnachten heißt nur, Geschenke zu kriegen. Dann habe ich einen kleinen Engel getroffen und der hat mich zur Krippe gebracht. Jetzt weiß ich, es gibt Weihnachten ein Geschenk, aber das kann keiner für Geld kaufen oder in Geschenkpapier einpacken. Gott hat mich lieb, das ist das Geschenk. Darum ist Jesus geboren. Ob ich lache oder weine, ich weiß jetzt: Gott ist immer bei mir.“

  1. Engel: „Ja, liebe Leute, nun kann ich euch auch sagen, was an Weihnachten so schön ist. Natürlich gehören da auch der Weihnachtsbaum dazu und die Geschenke und das gute Essen. Aber wichtiger als alles ist:

Gott ist dort, wo Menschen allein sind.

Gott ist dort, wo Menschen kein Zuhause haben.

Gott ist auch bei den Menschen, für die niemand Zeit hat.

Ob wir lachen oder weinen, Gott ist immer bei uns. Darum ist Jesus geboren. Darum ist heute Weihnachten.“

Alle verbeugen sich vor der Krippe und gehen ab.