Brautvatergeleit

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Lieber Thomas,

danke für Deine Bemühungen in der Sache „Brautgeleit“. Ich selber versuche die Symbolik beim Traugespräch zu klären. Die Begletung der Braut durch ihren Vater oder seinen Stellvertreter macht dann Sinn, wenn am Hochzeitstag selbst die Braut das Elternhaus (endgültig) verlässt, um mit ihrem Ehemann eine neue Familie zu gründen. Will sagen: die Braut wird „in die Ehe“ oder „zur Ehe“ gegeben. Ich kenne diesen Brauch ja von Haus aus, seit meiner Kindheit. Wenn Verlobte oder Paare schon vor der Eheschließung völlig zusammen leben und wohnen, hat die Erlaubnis der Eltern oder ihrer Stellvertreter bereits stattgefunden. An und für sich findet die Begleitung der Braut durch ihren Vater oder seinen Stellvertreter statt, sollte der Pastor die formelle Fragen in der Liturgie stellen: „Wer gibt diese Frau in die (zur) Ehe?“ Die Braut-begleitende Person würde antworten: „Ich gebe (bringe) diese Frau in die (zur) Ehe.“ Dabei legt diese Person die Hand der Braut in die Hand des Bräutigams. Der Bräutigam begleitet nun seine Braut an ihre Sitzplätze. Eine Frau aus der engeren Hochzeitsgefolge (Trauzeugin) nimmt den Brautstrauß in Verwahrung bis zum feierlichen Auszug. Ein Trauzeuge kann die Ringe tragen (auf einem Tablett, Kissen, in einem Schälchen), der dann zu gegebener Zeit vom Pastor gebeten wird, diese ihm zu überreichen (zur Ringsegnung).

Findet eine „väterliche“ Brautbegleitung doch nicht in der obigen Weise statt, aber dennoch eine solche irgendwie gewünscht wird, schlage ich vor, dass der Vater seine Tochter bis zur Kirchtür, g.g.f. bis zur hintersten Bankreihe etwa begleiten kann, um dort sie zu ihrem Mann zusammen zu bringen. Dann begleitet der Bräutigam seine Braut hinter mir her zu ihren Sitzplätzen, während die Gemeinde entweder hinter dem Paar folgt oder, wenn schon in der Kirche, sich vom Platz erhebt. Sehr oft wird diese „Alternative“ gern angenommen.

Zur Sache Fotografieren, bespreche ich dies mit dem Brautpaar im Ehevorbereitungsgespräch und bitte, das die Gemeinde während des Ein- und des Auszuges gern zu fotografieren. Falls das „Altarbild“ gewünscht wird, bitte ich das nun vermählte Paar gleich nach dem Schlußsegen an den Altar zu treten, vor mir zu stehen und sich der Gemeinde für die Fotografierenden zuzuwenden. Wenn „Schießerei“ zu Ende ist, ziehen wir feierlich aus der Kirche aus. Das einzige Fotografieren, das ich während einer Trauung, Taufe oder eines sonstigen Gottedienstes erlaube, ist durch ein selbständig stehendes Videogerät, das nicht hantiert wird. Meine Erfahrung mit all diesen Modalitäten seit 30 Jahren sind durchaus unkompliziert und positiv. Also zum gesegneten Gebrauch empfohlen!

Herzliche Grüße und Gott befohlen,

Dein John