Beerdigungsordnung aus der Schweiz

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Beerdigungsordnung:
(Ev.-reformierte Kirchgemeinde Ennenda/Glarus/Schweiz)

 

Gebet bei der Aufbahrungshalle vor dem Sarg oder der Urne (direkt neben der Kirche).

Gang zum Friedhof mit Sarg/Urne.

Der Sarg wird auf das Grab gestellt. Die Urne neben das Grab.

Die Urne wird bei der folgenden Liturgie beigesetzt.

Der Sarg wird während des anschliessenden Trauergottesdienstes in der Kirche
ins Grab hinuntergelassen und das Grab wird zugedeckt.

Die Blumen (Kränze, Schalen) sind in der Kirche. Sie werden nach dem Trauergottesdienst ´zum Grab gebracht.

Die Trauerfamilie geht anschliessend an den Trauergottesdienst nochmals zum Grab
(ohne Pfarrer)

 

Liturgie

Gebet bei der Aufbahrungshalle vor dem Sarg oder der Urne:

Varianten:

A)

Von unten tragen die Arme Gottes.
Wir können nicht tiefer fallen, als in seine Hände. Amen
Wir stehen hier vor der Urne (dem Sarg) von XY.

Wir beten:
Das bleibt von all unserem Sein, unserem Leisten und Tun, unserem irdischen Leben.
Hier, vor der Urne (dem Sarg) hört alle menschliche Grösse auf. Der Tod macht uns alle gleich.

Aber das ist nicht alles. In uns lebt eine Hoffnung, eine Sehnsucht, dass du Gott, über dem Sterben und über dem Tod stehst. Du fängst auf. Du nimmst auf. Deine Arme tragen dort, wo unsere zu kurz sind. Deine Hände schützen und halten dort, wo unsere nicht hinreichen.

In diesem Vertrauen und mit dieser Hoffnung bringen wir die Urne mit der Asche / den Sarg mit dem toten Leib von XY auf den Friedhof.
Gib uns Kraft und Trost dazu, den wir jetzt brauchen.

Amen
B)

„Tot ist nicht einfach tot,
sondern wer tot ist, ist untergegangen wie die Sonne.
Wir trauern nicht über einen Menschen, der nicht mehr ist,
sondern über einen, der sich vor uns verborgen hat.
Nicht unter Toten suchen wir, sondern unter den Seligen des Himmels.“
(Theodoret von Kyros)

Wir sind hier versammelt bei der Urne mit der Asche / beim Sarg mit dem toten Leib von XY

Wir müssen Abschied von ihm/ihr nehmen und können es noch fast nicht glauben.

Wir beten:

Gott,
das Leben, das du uns geschenkt hast, miteinander ist kostbar.
Diese Zeit können wir uns nicht mehr zurückholen.
Und wie es weitergeht ohne unsere/unseren Verstorbene/n können wir noch so wenig vorstellen.
Du, Gott, sagst, du bist ein Gott der mitgeht, gerade auch beschwerliche Wege.
Dieser Gang, der vor uns liegt, ist nicht leicht.
Endgültig Abschied nehmen tut weh.
So bitten wir Dich, begleit uns jetzt auf dem Weg zum Grab auf dem Friedhof und dann in die Kirche.
Amen
C)
Alles Leben ist wie Gras und alles, was schön und gut daran ist wie die Blume auf dem Feld. Am Morgen blüht es und wächst es,
am Abend vertrocknet und verdorrt es und die Blume verwelkt.
Aber das Wort von Gott bleibt bestehen, immer und ewig.
Amen

Liebe Angehörige von XY,

Wir sind hier versammelt bei der Urne mit der Asche / beim Sarg mit dem toten Leib von XY.

Wir beten:

Am Sarg (an der Urne) hört alle menschliche Grösse auf. Das Leben des Verstorbenen ist und bleibt, wie es ist.
Niemand kann noch etwas dazu tun oder wegnehmen, weder der Verstorbene noch
die Hinterbliebenen.

Doch gerade hier, am Ende des Lebens, kommt deine Botschaft vom ewigen Leben zu uns.
Dein Wort ist Licht in der Dunkelheit des Todes. In deinen Händen sind Leben und Tod.

Unser/unsere Tote/r ist geborgen in deiner schöpferischen Liebe.

In diesem Vertrauen wollen wir jetzt die Urne mit seiner Asche/ den Sarg mit seinem toten Leib zur letzten Ruhstatt auf dem Friedhof begleiten.

Du Gott, sei mit dabei, gib uns Kraft, die wir brauchen und begleite uns mit deinem Geist.
Amen
Auf dem Friedhof
Wir stehen hier am Grab von ……… Hier auf dem Friedhof wird der Sarg/wird die Urne mit seiner Asche der Erde beigesetzt.

Auf dem Friedhof haben wir vor Augen, dass es ein Ende mit uns hat. Wir müssen abtreten, den Weg im Leben verlassen. Was bleibt von uns?
Ein paar Bilder in einem Album oder auf einem Film?
Ein paar Schriftstücke, die von uns handeln?
Ein Lebenslauf, der auf Daten zusammen schrumpft?

Wir haben viele Wege gemacht. Wer fragt jetzt darnach?
Wir haben gesammelt, manches angehäuft. Wer hebt es auf?

Was bleibt von uns Gott?

Wir gehen und hinterlassen anderen, woran wir gehangen haben.
Was machen sie daraus?

Der Lieddichter Paul Gerhart sagt es so:

Menschliches Wesen, was ist´s gewesen?
In einer Stunde geht es zugrunde,
sobald die Lüfte des Todes dreinwehn.
Alles in allen
muss brechen und fallen;
Himmel und Erden müssen das werden,
was sie gewesen vor ihrem Bestehn.

Alles vergehet, Gott aber stehet
ohn alles Wanken;
seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund.
Sein Heil und Gnaden
nehmen nicht Schaden,
heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen,
halten uns zeitlich und ewig gesund.

Auf dem Friedhof werden unsere leiblichen Überreste vom Grab,
von der Erde aufgenommen. In der Erde werden sie geborgen. Dort verwandeln sie sich in Erde und kehren sie zurück in den Kreislauf der Natur.

Erde zu Erde. Staub zu Staub.

(Falls es sich um eine Urnenbeisetzung handelt, wird diese jetzt ins Grab hinein
gesetzt.)

Das, was uns ausgemacht hat, alles Liebenswerte, unser innerstes Wesen,
bleibt geborgen in den Erinnerungen, die liebe Menschen an uns haben.

Doch zuerst und zuletzt sind wir geborgen bei dem, der ist, bevor wir gekommen sind und der noch da ist, nachdem wir gegangen sind, bei dem, der ewig ist, bei Gott, dem Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat.

Die Sonne mit ihrem wärmenden, kraftvollen Licht ist dafür das Symbol.
Die Sonne ist Symbol für die verwandelnde Kraft der Auferstehung seit dem ersten Ostermorgen. Die Wärme, das Licht und die Kraft der Sonne ist wie ein Siegel für unsere Hoffnung am Ende des Lebens:

Unser irdisches Leben, ja, das zerfällt. Es geht hinüber ins Erdreich.
Unser geistiges Wesen verwandelt sich und geht hinüber ins Gottesreich.

Das von Gott geschaffene Sonnenlicht umstrahlt uns heute, wie immer wir es auch heute wahrnehmen können.
Göttliches Licht umgibt auch, anders, geheimnisvoll unsere(n) Tote(n)……………….

Alles Irdische zerfällt hier auf dem Friedhof.
Auch all das, was unser Leben mit dem Verstorbenen je belastet hat, darf ebenfalls zerfallen. Bleiben darf und bleiben wird das was das Innerste des Lebens ausmacht: Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, sagt der Apostel Paulus. Und das Grösste darunter ist die Liebe.

Wir beten darum miteinander am Grab unserer Verstorbenen das Gebet, welches all das enthält, was Leben glücken lässt. Und das uns hilft, alles nicht geglückte loszulassen und zu vergeben und das uns beim Abschied von einem Menschen durch seinen Tod neue Kraft, neues Vertrauen und neue Liebe für unser weiteres Leben geben will.

Wir beten laut das Gebet, das Jesus Christus seine Menschen gelehrt hat, das Unser Vater.