Gemeinde, egal ob klein oder groß, konstituiert sich im gemeinsamen Sprechen und Singen. Beerdigungen finden derzeit lediglich am Grab mit sehr kleiner oder gar keiner Gemeinde und ohne Musiker*in statt.

Das gemeinsame Singen ist eine Chance, andere emotionale Ebenen anzusprechen, in Töne zu formen, was nicht sagbar ist.

Die Texte und die Musik sind in einer Gemeinschaftsproduktion entstanden. Beteiligt waren: Christian Bingel, Birgit Berg, Carolin Boysen, Emilia Handke, Jan Keßler, Jan Simowitsch, Sarah Stützinger, Simon Ulrich, Annett Weinbrenner und Ulf Werner.

>> Verantwortlich für die Konzeption der Beerdigungsliturgie ist der Fachbereich Popularmusik im Hauptbereich Gottesdienst und Gemeinde der Nordkirche.

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Hier bieten wir einfache (neu komponierte) Liedrufe an. Sie sind sofort mitsingbar ohne Liedzettel.

Unter den Links finden sie entsprechende Hörbeispiele.

Diese Liedrufe sind nicht nur Lieder, sondern Teil der Liturgie:

Die erste Strophe (vielfach wiederholt mit der Gemeinde gesungen) nimmt die Situation am Anfang einer Beerdigung auf.

Die zweite Strophe mit der gleichen Melodie hat ihren Platz neben einem Innehalten.

Die dritte Strophe gibt einen Ausblick auf das Leben, über den Tod hinaus.


Wir wollen Abschied nehmen von XX

Sie ist am XX  in XX geboren und am XX in unserem Pflegeheim oder… gestorben.

 Zum Abschied gehört die Erinnerung.

Jeder und jede hat eigene Bilder.

Vielleicht suchen Sie in ihrem inneren Fotoalbum ein Bild aus guter Zeit. Eins, das sie mögen. Und nehmen es ins Herz zu diesem Abschied.

Kurzansprache

Einige wenige Worte zum Leben und Sterben der/des Verstorbenen, vielleicht verbunden mit einem Bibelwort.

Abschiedsworte

Wir wollen Abschied nehmen von XX

und bedenken, was uns mit ihr/ihm verbindet.
Wer sie lieb gehabt und geachtet hat, der trage diese Liebe und Achtung weiter.
Wen sie lieb gehabt hat, der danke ihr alle Liebe.
Wer  ihr etwas schuldig geblieben ist an solcher Liebe, in Worten und Taten, der bitte Gott um Vergebung.
Und wem sie weh getan haben sollte, der verzeihe ihr wie Gott uns vergibt, wenn wir ihn darum bitten.
So nehmen wir Abschied mit Dank für alles Gewesene und im Frieden

Aussegnung

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Gott hat XX zu sich gerufen.

Wir geben sie in seine Hände

und vertrauen sie Gottes Liebe an.

Erdwurf

Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube.

Christus spricht:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt

oder

Gott behütet dich.

Er behütet deine Seele.

Er behütet deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit

Lasst uns beten mit den Worten Jesu, der die Macht des Todes überwunden hat:

Vater unser

Segen

(Melanie Kirschstein, Pastorin aus Hamburg, Nordkirche)

Der Friede und die Barmherzigkeit unseres Gottes sei mit uns allen. Amen.

So spricht Gott, der Herr: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst,

ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Wir nehmen Abschied von N. N. Sie ist am x.x. im Alter von xx Jahren gestorben. Wir vertrauen dieses Leben der Barmherzigkeit Gottes an. Er hat sie in dieses Leben gerufen, er hat sie mit seinem Segen begleitet durch Schönes wie durch Schweres hindurch. Zu ihm kehrt sie nun zurück.

  1. N. wird einigen Menschen sehr fehlen, mit denen sie eng verbunden war. In Trauer denken sie jetzt an sie, wenn wir beten mit den Worten des 23. Psalms:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

 

Gott hat N. N. aus diesem Leben abgerufen. Darum legen wir ihren Leib in Gottes Acker, damit er wieder zu Erde werde, von der er genommen ist.

  • Erde zu Erde,
  • Asche zu Asche,
  • Staub zu Staub

Wir vertrauen N. N. der Liebe Gottes an. Sie wird teilhaben an der Kraft der Auferstehung um Christi willen. Hört Gottes Wort von der Auferstehung der Toten:

Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer da lebt und glaubt an mich, der wird in Ewigkeit nicht sterben.

Wir beten, wie Jesus es auch getan hat: Vater unser im Himmel…

Gott der Herr segne dich und behüte dich.

Er lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! Amen.

(Andreas Wandtke-Grohmann, Gemeindedienst Nordkirche)

Diesen Text können Sie an Menschen verschicken, die um einen Verstorbenen trauern, aber nicht zur Trauerfeier kommen dürfen, die Sie halten.

 

Abschiednehmen von Verstorbenen in Corona Zeiten

 

Traurigsein ist wohl etwas Natürliches.

Es ist wohl ein Atemholen zur Freude,

ein Vorbereiten der Seele dazu.

Paula Modersohn-Becker

 

Liebe Trauernde,

es fällt schwer, einen Menschen, der uns lieb und wert war, loslassen zu müssen. Noch viel schwerer fällt es uns, wenn wir uns nicht zusammen mit anderen verabschieden können.

Vielleicht hilft Ihnen dieses kleine Ritual.

 

Zünden Sie eine Kerze an.

Stellen Sie ein Bild oder einen Gegenstand daneben.

Vielleicht hilft Ihnen leise Musik im Hintergrund.

Dann lassen Sie sich auf eine Zeitreise ein…

… und denken dabei an N.N….

 

Wo haben Sie sich kennengelernt…

 

Was haben Sie miteinander erlebt…

 

Warum ist N.N. besonders wichtig in Ihrem Leben gewesen…

 

Wofür sind Sie besonders dankbar…

 

Es soll auch Zeit sein an die Dinge zu denken, die schwierig waren oder unausgesprochen blieben…

 

Text der Erinnerung:

Ich dank‘ Dir, dass Du bei mir warst,

für all die Stunden, all die Tage.,

für deine Nähe und Dein Ja zu mir.

Dank‘ Dir, denn durch Dich

hab‘ ich das Leben geschaut und geschmeckt

in all seiner Schönheit und Süße,

in Schmerz und Bitterkeit.

Ach, ich dank‘ Dir, denn ohne Dich

wäre mein Leben weniger reich gewesen.

Dein Lachen und Dein Ernst,

Deine Zustimmung und Dein Widerspruch

hätten mir so gefehlt.

Ich dank‘ Dir, dass Du bei mir warst,

und immer werde ich hoffen,

dass ich Dir eines Tages diese Dankbarkeit

wieder zeigen kann

(Lis Bickel, Daniela Tausch-Flammer)

 

 

Wenn Sie mögen, sprechen Sie ein Gebet:

 

Gott, ich bitte Dich um den Trost, den ich mir selber nicht geben kann.

Sei bei mir in meiner Trauer, in meinem Schmerz.

Gerne hätte ich mich von N.N………………………… verabschiedet. Gerne hätte ich die Gemeinschaft mit den anderen Traurigen gespürt.

Ich weiß, dass das momentan nicht möglich ist,

und dennoch hätte ich es so dringend gebraucht.

Gott, ich brauche eine Hoffnung, an der ich mich festhalten kann. Ein Bild, das mir hilft.

Denn Du, Gott, hast versprochen,

dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Du hast versprochen, dass das Leben von N.N. in Deiner Liebe vollendet wird.

Lass mich das nicht vergessen, wenn ich schwach werde

und die Trauer übermächtig wird.

Vaterunser

 

Vielleicht hilft Ihnen dieses Bild, das der Apostel Paulus von einem Leben nach dem Tod zeichnet:

Wie können wir uns das vorstellen? „Leben nach dem Tod“? Übergang vom Tod zum Leben?

Der Apostel Paulus stellt es sich so vor: Betrachten wir das Korn.

Es wächst heran zur Nahrung und zur Saat.

Beide Male verliert es im Gebrauch seine Existenz und weckt zugleich neues Leben.

Körner werden zerrieben und es wird Brot daraus bereitet, das uns ernährt.

Saatkorn wird ausgestreut und zerfällt in die Erde, aber aus ihr heraus wachsen neue Kornähren.

Durch das Sterben hindurch entsteht etwas Neues:

Das Neue ist aber dasselbe wie das Gesäte: Korn.

So zeigt das Bild vom Saatkorn: Unser Ich zerfällt zwar mit dem Körper im Tode, aber es wächst gleichzeitig durch das Sterben hindurch in etwas Neues hinein. (nach 1Kor 15,42ff)

 

Seien Sie gewiss: N.N……………………………………

wurde würdevoll mit dem Zuspruch Gottes beerdigt: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein! (Jesaja 43,1)

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, liebe(r)………………………………………, dass Sie getröstet Abschiednehmen können. Und ich wünsche Ihnen, dass sich die Traurigkeit Schritt für Schritt in Dankbarkeit verwandeln kann. Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern.

 

Gerne stehe ich Ihnen telefonisch zur Verfügung, für ein Gespräch oder für ein Gebet.

 

Mit freundlichen Grüßen …

 

(Idee Sandra Niemann)

Vorschlag für eine Fürbitten(aktion) zu Hause,

wenn Kinder nicht zur Beerdigung kommen können

 

In einer schönen Schale liegen bunte Blumen (s.u.) fertig ausgeschnitten und auch fertig gefaltet, eine gefüllte Glaswasserschale und eine brennende Kerze stehen daneben.

 

 

Anleitung zur Fürbitte:

„Wie diese Blumen sich im Wasser zum Himmel hin öffnen, so können sich unsere Seelen und unsere Gebete zu Gott hin öffnen.

 

Wer mag, nimmt im stillen Gebet eine dieser Blumen in die Hände. Wärme, Gebete, Trauer, Hoffnung, Verzweiflung und auch Dank, all das und alles darf hineinfließen ins Innere der Blüte. Wenn Ihr mögt, malt oder schreibt auch gerne etwas auf die Blüte. Nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht.

 

Und legt die Blumen dann in eine der Wasserschalen. Die Blütenblätter werden sich zum Licht hin öffnen. Es kann aufsteigen zu Gott, was Ihr hineingebet habt“

 

Während der stillen Fürbitte kann eine ruhige, instrumentale Musik – z.B. aus Taizé spielen.

 

 

 

 

Zu Schluss spricht eine(r) aus der Runde:

„Gott, nimm unsere Gebete und Gedanken auf. Du hörst uns zu und bist uns nah, wenn wir Dir erzählen, was uns passiert ist, was wir nicht verstehen können, was uns traurig, mutlos oder ganz wütend macht. Du hörst und verstehst auch, wofür wir dankbar sind. Sei bei uns und trage uns durch diese schwere Zeit. Amen“

 

Fürbitte

 

Gott,

NN ist gestorben.

Er/sie fehlt uns so sehr.

Wie soll es ohne ihn/sie weitergehen?

Wir sind traurig und haben Angst –

In der Stille bringen wir alles vor dich.

 

 

Gott,

wir können noch gar nicht begreifen,

was geschehen ist.

Wir bleiben zurück und fühlen uns allein.

Bitte sei Du uns jetzt besonders nah.

Unsere Bitten –

In der Stille bringen wir alles vor Dich.

 

 

Gott,

wir haben so viel Schönes mit NN erlebt.

Wir lieben ihn/sie von ganzem Herzen.

Er/sie hat uns geliebt.

Bewahre diese Liebe in uns wie eine Schatzkiste,

die immer in unserem Herzen bleibt.

Unsere Liebe und unsere Sehnsucht  –

In der Stille bringen wir alles vor Dich.

 

 

Gott,

um uns sind Menschen, die traurig sind wie wir.

Lass uns gemeinsam die schweren Wege gehen.

Lass uns für einander da sein. Wir können miteinander weinen.

Wir können uns von NN erzählen, uns gemeinsam erinnern.

Wir sind nicht allein.

Auch du bist bei uns.

 

Amen

 

(Friederike Jaeger, Gottesdienstinstitut der Nordkirche)