Tauferinnerungs-Gottesdienst

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Projektarbeit im Rahmen der Langzeitfortbildung Gottesdienst vom gottesdienstinstitut nordelbien

 

„Ich bin getauft auf deinen Namen oder: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

Gottesdienst mit Tauferinnerung am Sonntag Quasimodogeniti,

19. April 2009, Hauptkirche St. Katharinen, Hamburg

 

Von: Maren Trautmann

 

 

Inhalt:

1. Voraussetzungen, Motivation und Absicht

2. Vorbereitungen und Mitwirkende

3. Durchführung

4. Auswertung zu Vorbereitungen und Durchführung – Stolpersteine und Gelungenes

5. Fazit

6. Anhang: Artikel Gemeindebrief, Einladungsbrief, zwei Predigtteile, Einleitung zur tauferinnerung, Gottesdienstablauf

 

1. Voraussetzungen, Motivation und Absicht

In St. Katharinen kam die Tauferinnerung bisher nur im Rahmen der langen Osternacht vor. Auf dem Weg durch die Nacht, gen Morgen nach einer Phase der Stille haben wir uns unserer Taufe erinnert. Als Zeichen der Erlösung, als Zeichen der Erfrischung und des Aufbruchs.

 

Ich selbst habe die Tauferinnerung noch nie in einem herkömmlichen Gemeindegottesdienst erlebt, allerdings zweimal in einem ökumenischen Kontext: Währen meines Vikariats bei der Teilnahme in einem ökumenischen Workshop für Frauen und im Rahmen des Abschlussgottesdienstes des ÖKT in Berlin 2003.

 

Das Ritual der Segnung mit Wasser empfinde ich als sehr angenehm: Erfrischend, nah, zugewandt, aber nicht so intim wie ich beispielsweise eine Salbung erlebe. Wasser trocknet einfach wieder, Öl bleibt. Mir selbst ist das dann oft zu massiv als Berührung.

 

Zu meinen persönlichen Voraussetzungen gehört noch, dass ich mich zwar nicht an meine eigene Tauf erinnere, die ich als Säugling empfangen habe, ich mich wohl aber daran erinnere, dass ich es als Kind als sehr wichtig und beruhigend empfunden habe, getauft zu sein. Dazuzugehören, auch wenn ich es noch nicht so recht verstand, war ein schönes Gefühl. Durch meine Taufbiographie geprägt, ist Taufe für mich also vor allem ein Geschenk. Niemand hat geprüft, ob mein Glaube stark genug oder richtig ist. Ich finde es darum tröstlich, mir dieses Geschenk immer einmal wieder vor Augen zu führen, es stärkt meinen Glauben.

 

Die eben beschriebenen Erlebnisse und Umstände haben mich auf die Idee gebracht, in St. Katharinen einen Tauferinnerungsgottesdienst zu feiern. Dieser Gottesdienst sollte sich aber nicht nur an die Kinder richten, die wir im Laufe der letzten Jahre hier getauft haben, sondern auch an die erwachsene Gemeinde. Familiengottesdienste haben keine Tradition bei uns, erst seit anderthalb Jahren gibt es sonntags parallel zum Hauptgottesdienst auch die Kinderkirche und die Anzahl derer, die dorthin kommt ist abgesehen von hohen Festtagen, klein. St. Katharinen ist also keine typische Familienkirche, aber sie ist auf dem Weg, Familien immer besser integrieren zu wollen. Meine Idee für den Tauferinnerungsgottesdienst war aus meiner eigenen Motivation heraus und der Voraussetzungen darum der eines Gottesdienstes für alle, also für Kinder wie für Erwachsene, so dass auch die ganz „normalen“ Hauptkirchengänger sich zu dem Gottesdienst und der Tauferinnerung eingeladen fühlen. Um das zu erreichen habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen entschieden, dass es in dem Gottesdienst eine Phase gibt, in der die Kinder ausziehen zur Kinderkirche und die Erwachsenen eine Predigt hören.

 

 

2. Vorbereitungen und Mitwirkende

Der Sonntag Quasimodogeniti erschien genau richtig für einen Gottesdienst mit Tauferinnerung. Die Beziehung von Taufe, Tod und Auferstehung ist durch das gerade gefeierte Osterfest präsent.

Unabhängig von unseren Planungen wurde für diesen Sonntag eine Säuglingstaufe angemeldet.

Zum einen haben wir den Gottesdienst im Gemeindebrief angekündigt (siehe Anhang).

Zum anderen haben wir die Täuflinge der letzten fünf Jahre angeschrieben und so etwa achtzig Briefe versandt. Es gab ein Schreiben für Familien und eins für getaufte Erwachsene (siehe Anhang).

 

Ursprünglich war gedacht, dass das ganze Pastorenteam in dem Gottesdienst mitwirkt. Kurzfristig hat sich das aber auf Gemeindepastor und Gemeindepastorin reduziert. Stattdessen haben wir den Lektor stärker in die Verkündigung mit eingebunden und ihn um einen kurzen Predigtteil gebeten.

 

Neben dem Ritual der Segnung mit Wasser sollten die Menschen noch ein Licht mit auf dem Weg bekommen. Dazu haben wir kleine Osterkerzen bei einem Versand bestellt. Sie sind etwas wertiger als Virgilkerze, tragen das Alpha und Omega. Auch haben wir den passenden Holzhalter gleich dazu bestellt, damit die Gemeinde nach dem Empfang der Kerzen diese auch in den Bänken abstellen konnte.

 

Parallel zu den Überlegungen zum Hauptgottesdienst haben zwei Mitglieder des Kinderkirchenteams ein Kinderprogramm geplant. Anders als sonst in den Gottesdiensten bei uns, sind die Kinder an diesem Sonntag länger im Hauptgottesdienst geblieben bzw. sie sind direkt nach Predigt wiedergekommen um die Säuglingstaufe und das Tauferinnerungsritual mit den Erwachsenen gemeinsam zu feiern.

 

 

3. Durchführung

Der Gesamtablauf des Gottesdienstes wurde der Gemeinde wie in St. Katharinen üblich mit Hilfe eines recht ausführlichen Gottesdienstzettels mitgeteilt (siehe Anhang).

Eingangslied, Gloria Patri Strophe wird durch den Organisten festgelegt, auf das Wochenlied haben wir an diesem Sonntag verzichtet. Die Kinder sind wie üblich nach dem Eingangsgebet zur Kinderkirche ausgezogen. Dazu bekommen sie immer ihre eignen Kindergottesdienstkerze angezündet.

In der Begrüßung und Hinführung habe ich etwas über den Zusammenhang von Ostern als Sieg des Lebens über den Tod und über Taufe, als unsere Verbindung zu Jesu Tod und Auferstehung gesagt. Dieses Thema sollte dann durch die Auswahl des Textes Römer 6 in Kombination mit dem Lied „Ich bin getauft auf deinen Namen“ deutlich werden.

Als Psalm für den Gottesdienst habe ich Psalm 103 ausgewählt, weil der Taufspruch des Täuflings aus diesem Psalm kommt (Vers 8 „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte“).

Die frei Predigtteile hatten folgende Themen: Teil 1: Jesu Taufe und was sie für uns bedeutet (Maren Trautmann), Teil 2: Mein Taufspruch und wie er mich in meinem Leben begleitet– (Bericht des Lektors Clemens Doerr) und Teil 3: Der Taufbefehl – warum wir auch heute noch taufen (Pastor Frank Engelbrecht). Siehe dazu auch den Anhang, Predigtteil des Lektors liegt allerdings nicht vor.

Verbunden wurden diese eigenständigen und vorab nur grob abgestimmten Teile durch das Osterlied „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“.

Beim Einsammeln der Kollekte kamen die Kinder wieder in den Kirchraum (Der Küster hatte ihnen bescheid gesagt). Es folgte die Taufe des Säuglings, dabei standen alle Kinder vorne am Taufbecken, waren aber nicht aktiv beteiligt.

Nach dem Lied „Komm, Herr, segne uns“ wurde die Gemeinde eingeladen nach Vorne in den Altraum zu kommen und sich von den beiden Pastoren ein Wasserkreuz auf die Stirn oder in die Hand zeichnen zu lassen. Dabei haben wir den Menschen folgendes zugesprochen: „Gott spricht: ‚Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Anschließend bekamen die Gottesdienstbesucher an der Osterkerze ihre eigene kleine Osterkerze angezündet. Da wir einen großen Altarraum haben, konnten wir die Menschen bitten, gleich vorne zu bleiben zum gemeinsamen Fürbittengebet und Segen. Da ist eine Tradition der Universitätsgottesdienste, die wir an dieser Stelle einmal im Sonntagsgottesdienst aufgenommen haben. Der Gottesdienst endete also im Altarraum.

 

Anmerkung zur Kinderkirche: Die Kinder bekamen in ihrem eigenen kleinen Gottesdienst die Geschichte von Jesu Taufe erzählt. Anschließend bastelten sie Fische, auf die ihr Name geschrieben wurde und an ein Mobile gehängt wurde. Im Nachhinein muss man sich natürlich fragen, was die Taufe Jesu mit dem Symbol Fisch zu tun hat. Bei einem erneuten Tauferinnerungsgottesdienst würde ich versuchen, auf eine größere Stimmigkeit von Geschichte und Mitmachaktion hinzuwirken. Dazu müsste ich das Kindergottesdienstteam noch enger in die Vorbereitung des Gottesdienstes einbeziehen.

 

 

 

4. Auswertung zu Vorbereitungen und Durchführung – Stolpersteine und Gelungenes

Besucherzahl: Es kamen etwa 70 Gottesdienstbesucherinnen und –besucher, wobei etwa 15 Personen zur Tauffamilie gehörten. Das ist für einen normalen Sonntagsgottesdienst ein schwacher Besuch, denn der liegt auch ohne Tauffamilien zwischen 70 und 90 Personen, bei besonderen Anlässen oder wenn die Hauptpastorin predigt auch bei deutlich mehr. Man muss sagen, dass die Gemeinde das Angebot verhältnismäßig schlecht angenommen hat.

 

 

Organisatorisches: Obwohl für den Versand des Briefes ein Vorlauf von zwei Wochen angesetzt war, wurde deutlich, dass dieser Vorlauf zu knapp bemessen war. Die meisten Adressen der Tauffamilien befanden sich nämlich nicht in unserem Adresssystem, weil die überwiegende Anzahl der Taufen nicht für eingetragene Gemeindeglieder vorgenommen wurde, sondern für Menschen, die nur für die Taufe zu uns gekommen waren. So bedeutete die Arbeit an den Adressen mehr Arbeit für die Haupt- und Ehrenamtlichen im Büro, was die Vorbereitungen verlängert hat.

Dies führte dazu, dass der Brief erst eine Woche vor dem Gottesdienst bei den Adressaten ankam. Entsprechend gering war auch die Resonanz aus den angeschriebenen Kreisen, ich konnte etwa eine Hand voll Familien ausmachen, die aufgrund des Briefes gekommen waren.

 

Der Zeitpunkt: Inhaltlich mag der Sonntag Quasimodogeniti gut geeignet sein für einen Tauferinnerungsgottesdienst, für die Besucherzahlen gilt das jedoch nicht. Ostern wird in Str. Katharinen sehr intensiv gefeiert, mit Passionsmusik, langer Osternacht, Festgottesdienst und in diesem Jahr auch noch mit einem zusätzlichen Konzert zur Orgeleinweihung. Auch das war schon nicht mehr so gut besucht gewesen am Ostermontagabend. Es herrschte wohl so ein Gefühl von Übersättigung an kirchlichen Angeboten. Hinzu kam, das der ein oder die andere, die wohl gekommen wäre, zu Konfirmation bzw. Hochzeit eingeladen war und deshalb nicht dabei sein konnte. Die hohe Dichte, eine Müdigkeit nach Ostern ist nach unserer Einschätzung ein gewichtiger Grund dafür, dass der Gottesdienst schlechter besucht war als es bei uns eigentlich üblich ist.

Hinzu kommt, dass diese Neuheit in St. Katharinen vielleicht generell auf Vorbehalt stößt: Wozu braucht es einen Tauferinnerungsgottesdienst? Und dann vielleicht das Vorurteil, dass es was für Kinder und Familien sei. Das alles sind Spekulationen, eine Antwort lässt sich vielleicht nur dadurch ermitteln, dass man einen solchen Gottesdienst noch einmal zu einem anderen Zeitpunkt im Kirchenjahr anbietet.

 

Inhaltliches und Ablauf:

Als gut gelungen haben wir das Konzept empfunden für Kinder zumindest zeitweise im Gottesdienst ein ausgelagertes Programm anzubieten. Einzig der Zeitraum, der den Kindern dafür zur Verfügung stand, war knapp bemessen und die Kombination von Verkündigung und anschließender Basteleinheit führte dort zu einer gewissen Hektik. Es gäbe zwei Möglichkeiten, das zukünftig zu vermeiden: ´Die Kinder ziehen bereits zu einem früheren Zeitpunkt aus der Kirche aus zu ihrem eigenen Gottesdienst (Nach der Begrüßung) oder aber der Verkündigungsteil für alle wird kindgerechter gestaltet. Meine Sorge dabei ist jedoch, dass dann erst recht keine Erwachsenen ohne Kinder den Weg in den Gottesdienst finden. Es bleibt also ein Spagat bei diesem Gottesdienstkonzept, allen gerecht werden zu wollen. Grundsätzlich hat aber diese Trennung, die wir gemacht haben zwischen Kindern und Erwachsenen gut geklappt und auch nach meiner Wahrnehmung keine überraschten Reaktionen bei den Eltern oder andere Besuchern erzeugt. Sehr schön war es als die Kinder zur Segnung mit ihren Eltern zusammen nach vorne kamen, das waren sehr innige Momente für Eltern und Kinder gleichermaßen.

 

Im Anschluss an das Tauferinnerungsritual blieb die Gemeinde gleich vorne im Altarraum stehen zum Gebet und Aaronitischen Segen. Das war einerseits schön und andererseits blieben dadurch die ausgeschlossen, die nicht zum Tauferinnerungsritual nach Vorne gekommen waren. Ich habe zwar die in den Bänken Sitzenden noch mal ausdrücklich mit eingeladen nach Vorne zu kommen und habe gleichzeitig gesagt, dass wir unseren Kreis offen halten und auch sie mit einschließen in Gebet und Segen – trotzdem bleibt es ein merkwürdiges Gefühl von Exklusivität für den eigentlich gemeinsamen Schluss des Gottesdienstes, wenn einige weit weg vom Rest der Gemeinde sind und durch die großen Entfernungen in St. Katharinen sind sie das auch tatsächlich.

 

Tauferinnerungsritual: Die Verbindung von Segnung, Wasser und Kerze habe ich als sehr gelungen empfunden und wir haben auch sehr positive Rückmeldungen bekommen. Schön war auch, dass durch das Überreichen der Kerzen noch einmal der Lektor beteiligt war, der auch über seinen Taufspruch gesprochen hatte.

 

Eine Frage für mich war: Ist der Satz, den wir den Menschen bei dem Ritual zusprechen stimmig? In Anlehnung an die Aufforderung von Gott an Abraham sich auf den Weg zu machen in das verheißene Land und dem Zuspruch Gottes: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Ich habe für mich gemerkt, das es mir wichtig ist, den Teilsatz „Gott spricht…:“ mitzusagen, damit ganz deutlich wird: Es ist nicht mein Wills zu segnen, sondern Gottes Wille, es ist nicht mein Zuspruch, sondern Gottes Zuspruch. Der Segensatz selbst hat ja keinen direkten Bezug zum Taufgeschehen. Trotzdem find eich ihn sehr passend, weil für mich aus der Erinnerung and die Taufe, durch die Erinnerung and den Zuspruch, auch ruhig ein Anspruch erwachsen darf: „… und du sollst ein Segen sein.“ Taufe und die Erinnerung daran ermöglichen Aufbruch und ein Vorangehen und jede Taufe ist ja auch verbunden mit einem Segen für den Täufling.

 

5. Fazit:

Es war ein sehr schöner Gottesdienst und die, die da waren, waren nach unserer Wahrnehmung sehr berührt. Wir haben auch viele positive Rückmeldungen am Ausgang erhalten. Ich gehe davon aus, dass wir einen solchen Gottesdienst noch einmal feiern werden, dann allerdings wohl nicht am Sonntag nach Ostern. Andererseits ist es sicher gut, wenn man so einen Gottesdienst etablieren möchte, einen festen Termin im Kirchenjahr dafür einzuplanen.

 

 

 

6. Anhang

 

Artikel zum Tauferinnerungsgottesdienst im Gemeindebrief:

 

Gottesdienst an Quasimodogeniti

Tauferinnerung

„Quasimodogeniti – wie die Neugeborenen“, so sollen Christen sich fühlen, wenn der Tod durch die österliche Auferstehung überwunden ist.

Die eigene Taufe liegt für viele etliche Jahre zurück und die meisten haben keine Erinnerung an dieses Ereignis. Grund genug, sich zu vergegenwärtigen, was uns durch die Taufe geschenkt wird und es sich erneut zusprechen zu lassen.

 

Sonntag, 19. April, 11 Uhr

Gottesdienst mit Tauferinnerung und Kinderkirche

Mit dem Pastorenteam.

 


Der Einladungsbrief an die Tauffamilien

An die Täuflinge der letzten Jahre (Kinder)

 

 

 

 

 

 

Hamburg, im April 2009

 

 

 

 

 

Liebe Familie,

 

vor längerer Zeit wurde Ihr Kind von uns in St. Katharinen, der Flusschifferkirche oder an einem anderen Ort getauft.

 

Jetzt laden wir Sie ein, auf diesen Tag zurückzuschauen. Was bedeutet es, getauft zu sein und welche Rolle spielt es in unserem Alltagsleben? Wir möchten uns in einem besonderen Gottesdienst als Erwachsene und Kinder daran erinnern, dass durch unsere Taufe eine Verbindung zu Gott besteht, aus der wir Kraft schöpfen können.

 

Der Gottesdienst findet statt am Sonntag, den 19. April um 11 Uhr in St Katharinen.

Wir beginnen gemeinsam in der Kirche, während er Predigt werden die Kinder vom Kinderkirchenteam betreut und dann feiern wir wieder gemeinsam und sind dabei, wenn ein Kind getauft wird.

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Herzliche Grüße aus St. Katharinen

 

 

Unterschriften des Pastorenteams (handschriftlich)

 

 

An die Täuflinge der letzten Jahre (Erwachsene)

Hamburg, im April 2009

 

vor längerer Zeit wurden Sie von uns in St. Katharinen, der Flussschifferkirche oder an einem anderen Ort getauft.

 

Jetzt laden wir Sie ein, auf diesen Tag zurückzuschauen. Was bedeutet es, getauft zu sein und welche Rolle spielt es in unserem Alltagsleben? Wir möchten uns in einem besonderen Gottesdienst als Erwachsene und Kinder daran erinnern, dass durch unsere Taufe eine Verbindung zu Gott besteht, aus der wir Kraft schöpfen können.

 

Der Gottesdienst findet statt am Sonntag, den 19. April um 11 Uhr in St Katharinen.

Wir beginnen gemeinsam in der Kirche, während er Predigt werden die Kinder vom Kinderkirchenteam betreut und dann feiern wir wieder gemeinsam und sind dabei, wenn ein Kind getauft wird.

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Herzliche Grüße aus St. Katharinen

 

 

Unterschriften des Pastorenteams (handschriftlich)

 

 

 

Predigtteil Maren Trautmann und Frank Engelbrecht (in Stichworten)

 

Kurzpredigt über Markus 1, 9-11 von Maren Trautmann:

Liebe Gemeinde,

das Markusevangelium ist das älteste der vier Evangelien, die sich in unserer Bibel wieder finden. Anders als Lukas kennt es nicht die Überlieferung von der Geburt im Stall zu Bethlehem und berichtet auch sonst nichts von der Jungfrau Maria und ihrem Velobten Josef, zumindest nichts aus der Zeit von Jesu Kindheit.

Das Markusevangelium beginnt mit Johannes, dem Täufer und seiner Botschaft von der Taufe zur Vergebung der Sünden. Johannes bereitet das Kommen Jesu vor. Er sagt: „Es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich. Ich taufe euch mit Wasser; aber er wird euch mit de Heiligen Geist taufen.“ Und weiter:

„Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“

 

Im Markusevangelium wird Jesus durch die Taufe von Gott öffentlich adoptiert. Er ist der geliebte Sohn. Mit der Taufe beginnt Jesu öffentliches Handeln als Lehrer und Heiler. Die Taufe stärkt Jesus. Er lässt sich taufen und beginnt damit einen Weg zu gehen, der alles andere als leicht ist: Wüste, Versuchung, Anfeindungen, aber auch Verehrung und Bewunderung prägen sein Tun in der nachfolgenden Zeit.

Am Ende stehen ein grausamer Tod und das Gefühl verlassen zu sein. Am Ende steht aber auch, bei Gott zu sein und zu leben. Der Tod hat nicht das letzte Wort.

 

„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Wenn wir taufen, dann tun wir das mit der Vollmacht, die Gott seinen Jüngerinnen und Jüngern gegeben hat. Es ist nicht unsere Taufe, sondern es ist die Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, es ist Gottes Taufe.

 

„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Liebe Gemeinde, dieser Satz gilt auch uns. Bei jeder Taufe sagt Gott zum Täufling: „Du bist mein liebes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen.“

Damit können wir unseren Weg gehen. Die Taufe ist das unsichtbare Band, das von nun an zwischen uns und Gott besteht, ganz egal, ob wir unser Leben lang Mitglied der christlichen Kirche bleiben oder irgendwann austreten – wobei das jetzt auf gar keinen Fall eine Aufforderung dazu sein soll.

 

Doch etwas muss hinzukommen, damit die Taufe für uns eine Bedeutung hat: Der Glaube. Unser Glaube daran, dass Gott uns auf unserem Lebensweg begleiten will und uns in Jesus Christus entgegen kommt und uns Lebendigkeit schenkt.

 

Sie und ich, wir können uns auf den Weg machen und Gott suchen und uns an Gottes Zuspruch erinnern: „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen.“

Zum Vertrauen auf diesen Zuspruch verhelfe uns Gottes Geist, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

 

 

Predigtgedanken von Pastor Frank Engelbrecht:

  • Jede Tauffeier eines Kindes ist zugleich auch eine Tauferinnerung für die getauften, die Zeugen dieser Taufe sind.
  • In der Taufe versichern wir uns gegenseitig der Gegenwart Gottes, wie sie uns unmittelbar begegnet in den Elementen der Taufe: Wasser, Wort und Licht.
  • Diese Gegenwart ist uns nach dem Taufevangelium des Matthäus nicht allein für den Moment der Taufe zugesagt, sondern alle Tage unseres Lebens und darüber hinaus: „Bis ans Ende der Welt!“
  • Die Taufe nimmt uns hinein in die Gemeinschaft derer, die in der Gegenwart Gottes leben und von daher als seine Botschafter in der Welt unterwegs und vor allem auch tätig sind: „Lehrt sie zu halten, was ich Euch befohlen habe.“
  • Der Horizont, auf den das Taufevangelium uns verweist, indem es Wort und Tat unendlich dicht zusammenbindet, ist die Bergpredigt. So sind die Getauften die, die diese Botschaft hochhalten und stark machen in dieser Welt: die Botschaft der Seligpreisungen, der Feindesliebe, der Ermutigung, das eigene Licht nicht unter den Scheffel zu stellen etc.


Einleitung zur Tauferinnerung

Erinnert euch: Ihr seid getauft.

Getauft mit dem Wasser, das Leben schenkt.

Wasser, das alles abwäscht, was Gott trennt

Wasser, das trägt, wenn kein Grund mehr zu spüren ist.

Wasser das erfrischt, wenn Müdigkeit lähmt.

Wasser, das bewegt und ingang setzt mit einer Kraft, die unsere übersteigt.

 

Erinnert euch: Ihr seid getauft.

Getauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gott, Quelle des Lebens,

Gott, Licht der Welt.

Gott, Flamme der Liebe.

 

Gottesdienstablauf siehe nächsten Seiten

 

Gottesdienst am Sonntag nach Ostern

Quasimodogeniti

 

19. April 2009

Wie die Neugeborenen

mit Taufe von Amelie-Luise Bormann und Tauferinnerung

 

Parallel Kinderkirche

 

Liturgie, Predigt und Lesungen: Pastorin Maren Trautmann,

Clemens Doerr und Pastor Frank Engelbrecht

Orgel: Friederike Spangenberg

Küsterdienst: Vadim Dukart

Kindergottesdienstteam: Johanna Bischof und Carola Straubinger

 

 

Kinderspielecke in der Winterkirche mit Übertragung des Gottesdienstes per Lautsprecher

 

Bei den mit * bezeichneten Stellen erhebt sich die Gemeinde

 

Orgelvorspiel       

 

Begrüßung und Hinführung zum Gottesdienst

 

*Eingangslied: „Wir danken dir, Herr Jesu Christ“, EG 107, 1-2

 

*Eingangspsalm: aus Psalm 103

Lobe den Herrn, meine Seele,

und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir alle deine Sünde vergibt

und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

der deinen Mund fröhlich macht

und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht

allen, die Unrecht leiden.

Er hat seine Wege Mose wissen lassen,

die Kinder Israel sein Tun.

Barmherzig und gnädig ist der Herr,

geduldig und von großer Güte.

Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen,

seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

Lobet den Herrn, alle seine Werke,

an allen Orten seiner Herrschaft!

Lobe den Herrn, meine Seele!

.

*Gloria-Patri-Strophe: EG 107, 3

Gott Vater in dem höchsten Thron / samt seinem eingebornen Sohn, / dem Heilgen Geist in gleicher Weis / in Ewigkeit sei Lob und Preis. / Halleluja.

 

*Kyrie:     Kyrie eleison – Herr, erbarme dich … (EG 178,2)

 

*Gloria:   Ehre sei Gott in der Höhe

Allein Gott in der Höh sei Ehr (EG 179,1)

*Gruß (Salutatio): Der Herr sei mit euch – und mit deinem Geist

 

*Eingangsgebet

 

Auszug der Kinder zum Kindergottesdienst, dabei Liedstrophe EG 511, 3

Weißt du, wie viel Kinder frühe / stehn aus ihrem Bettlein auf, / dass sie ohne Sorg und Mühe / fröhlich sind im Tageslauf? / Gott im Himmel hat an allen / seine Lust, sein Wohlgefallen; / kennt auch dich und hat dich lieb, / kennt auch dich und hat dich lieb.

 

Lesung: Römer 6, 3-11

 

Lied: „Ich bin getauft auf deinen Namen“, EG 200, 1.4.6

 

Predigt I

 

Lied: „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, 103, 1-2

 

Predigt II

 

Lied: „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, 103, 3-4

 

Predigt III

 

Lied: „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, 103, 5-6

 

Abkündigungen

 

Lied: „Nun schreib ins Buch des Lebens“, EG 207

Dabei Einsammeln der Kollekte

 

Taufe von Amelie-Luise Bormann – Kinderevangelium (Markus 10,

13-16) – Tauffragen – Glaubensbekenntnis – Taufe – Taufkerze

 

Lied: „Komm, Herr, segne uns“, EG 170, 1-3

 

Einladung zu Tauferinnerung und Segen

 

Lied: „Christ ist erstanden“, EG 99

 

*Fürbittgebet – Vaterunser – Segen

 

Orgelnachspiel